5G: Ein Standard, der Standards in der Gesundheitswirtschaft setzt

29 April, 2021

Der neue Mobilfunkstandard 5G entwickelt sich zur Schlüsseltechnologie für die Gesundheitsbranche / Deutschland startet mit Innovationsvorsprung durch die Möglichkeit lokaler Netze / Unternehmen der Gesundheitswirtschaft müssen jetzt die Weichen stellen, um von der Technologie zu profitieren / Durch 5G lassen sich bis 2030 rund 1,3 Billionen US-Dollar erwirtschaften – 65 Milliarden entfallen auf Deutschland / Unternehmen unterschätzen häufig den Aufwand, der mit der Vorbereitung auf das 5G-Zeitalter verbunden ist

Düsseldorf, 29. April 2021

Vorsprung durch Technik: Die neue Mobilfunkgeneration erlaubt es deutschen Unternehmen, mit großem Startvorteil in das 5G-Zeitalter zu gehen – als weltweit erstes Land bietet Deutschland die Möglichkeit, mit lokalen Frequenzen eigene Netze auszubauen. Diese sogenannten Campus-Netze sind gerade für die Gesundheitswirtschaft attraktiv, die mit sensiblen Patientendaten umgeht und auf eine verlässliche Infrastruktur besonders angewiesen ist. Mit dieser Schlüsseltechnologie als Startvorteil kann Deutschland zum Leitmarkt für 5G-Anwendungen in der Gesundheitswirtschaft werden – vorausgesetzt, Unternehmen stellen jetzt die richtigen Weichen. Das sind zentrale Ergebnisse des Whitepapers „5G im Gesundheitswesen: Der Standard, der Standards setzt?“, in dem die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC die Chancen des schnellen Datennetzes analysiert.

„Das Potenzial des 5G-Standards ist enorm. Der 5G-Ausbau und die Vergabe von Campus-Lizenzen stärken Deutschland als Gesundheitsmarkt der Zukunft, denn 5G wird sich weltweit etablieren. Jetzt kommt es darauf an, dass Unternehmen diesen Startvorteil auch nutzen, denn andere europäische Länder stehen bereits in den Startlöchern.“

Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC

Aus gutem Grund, das wirtschaftliche Potenzial des schnellen Datennetzes ist groß: 5G-Anwendungen führen bis zum Jahr 2030 zu Produktivitätssteigerungen im Wert von weltweit rund 1,3 Billionen US-Dollar, von denen 530 Milliarden auf den Gesundheits- und Sozialbereich entfallen, prognostizieren PwC-Experten in ihrer Analyse „Powering your Tomorrow“. In Deutschland lassen sich damit über alle Branchen hinweg 65 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

5G-Standard als Fundament guter medizinischer Versorgung

Die neue Mobilfunkgeneration zeichnet sich insbesondere durch hohe Zuverlässigkeit und eine geringe Latenz (Verzögerung) aus: Während 4G noch Latenzzeiten von 30 bis 50 Millisekunden aufweist, liegt dieser Wert im 5G-Standard bei maximal ein bis zehn Millisekunden und erlaubt damit Kommunikation in Echtzeit. Zusätzlich ermöglicht es die Technologie, große Datenmengen zu verarbeiten und zahlreiche Endgeräte anzuschließen. Dadurch ist 5G besonders für den Einsatz im Gesundheitswesen geeignet. Sowohl Health Professionals als auch Patienten profitieren von innovativen Lösungen, die durch den neuen Standard möglich werden: So können telemedizinische Sprechstunden und Remote-Untersuchungen Patienten auch in ländlichen Regionen den Zugang zu medizinischer Versorgung auf qualitativ hohem Niveau sichern. Fernoperationen bündeln medizinische Kompetenz unabhängig vom Standort der zugeschalteten Ärzte. Und Technologien wie Künstliche Intelligenz und Virtual/Augmented Reality verbessern die Diagnostik. 

„Der 5G-Standard ist das Fundament einer leistungsstarken Infrastruktur im Gesundheitswesen, gerade im Krankenhaussektor. Auf Dauer werden sich nur die Unternehmen am Markt halten können, die mit der technologischen Entwicklung kontinuierlich Schritt halten“, kommentiert Michael Burkhart. Auch 6G ist als neuester Mobilfunkstandard bereits in der Diskussion und soll laut Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit mehreren hundert Millionen Euro gefördert werden. Das verdeutlicht, wie rasend schnell die Entwicklung hier voranschreitet und dass Unternehmen aufpassen müssen, nicht heute schon abgehängt zu werden. 

Das Anwendungspotenzial heute schon vorausdenken

Unternehmen unterschätzen allerdings vielfach den Aufwand, der mit der Bereitstellung einer geeigneten digitalen Infrastruktur verbunden ist. Eine der zentralen Fragen bei der Vorbereitung ist, welches Betreibermodell das richtige ist. Neben der Nutzung von Providernetzen können Unternehmen sich auch für ein eigenständiges 5G-Netz (Campus-Netz) entscheiden, das größtmögliche Datenhoheit sichert, aber derzeit noch mit hohen Investitions- und Betriebskosten verbunden ist. „Entscheidend ist, das Anwendungspotenzial heute schon vorauszudenken und dabei die Vor- und Nachteile der jeweiligen Betreibermodelle abzuwägen“, erklärt Michael Burkhart. „Wichtige Fragen dabei können sein: Welche Chancen eröffnet 5G meinem Unternehmen? Welche Anwendungen lassen sich damit realisieren, die zum Geschäftserfolg beitragen?“ Auch Themen wie Datenschutz, Cybersicherheit, Abrechenbarkeit und haftungsrechtliche Fragen müssen bei allen telemedizinischen Anwendungen mitgedacht werden. Bei der Umsetzung können Unternehmen der Gesundheitswirtschaft Fördermittel, etwa aus dem „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“, in Anspruch nehmen. 

„Unternehmen sollten sich ehrlich fragen, in welchen Bereichen der neue Standard wirklich Standards setzen kann und welche davon für das eigene Haus entscheidend sind."

Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC

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