Schöne neue Arbeitswelt? Hoffnungen und Ängste der Baden-Württemberger:innen

17 Juni, 2021

Baden-Württemberg steht dem Wandel der Arbeitswelt positiver gegenüber als der Bundesdurchschnitt / Ein Viertel hat Angst vor Arbeitsplatzverlust / Sorge um Zukunftssicherheit der eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten

Stuttgart, 17. Juni 2021

Eine Anfang des Jahres von PwC durchgeführte Arbeitnehmerumfrage unter 32.500 Beschäftigten aus 19 Ländern zeigt eine paradoxe Stimmungslage unten den befragten Arbeitnehmer:innen in Baden-Württemberg. Im Allgemeinen beurteilen sie ihre aktuelle Situation und den Wandel der Arbeitswelt positiv. Mit 59 Prozent stehen sie dem Wandel sogar positiver gegenüber als der Bundesdurchschnitt (54 Prozent). Wird aber nach konkreten Veränderungen gefragt, ändert sich das Bild.

Ein Viertel der befragten Erwerbstätigen geht davon aus, dass ihr Arbeitsplatz in den nächsten fünf Jahren überflüssig wird. Bundesweit teilt die Sorge nur ein Fünftel.

„Im Autoland Baden-Württemberg ist das Thema der Abkehr vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität omnipräsent. Eng damit verbunden ist die Diskussion, ob und in welchem Ausmaß dieser Technologiewandel mit einem Verlust an Arbeitsplätzen in der Region einhergeht. Einige Unternehmen handeln hier bereits entsprechend und das beobachten die Menschen sehr genau.“

Marcus Nickel,Standortleiter PwC in Stuttgart

Zwar meinen etwa sechs von zehn Befragten aus Baden-Württemberg wie auch im Bundesdurchschnitt, dass neue Technologien mehr Chancen als Risiken bieten. Gleichzeitig befürchtet aber mehr als jede:r Zweite, dass die Automatisierung viele Arbeitsplätze gefährdet, was im Bundesland der produzierenden Industrien eine nachvollziehbare Sorge ist. 

Die Globalisierung und Internationalisierung der Arbeitswelt hingegen machen den Baden-Württemberg:innen weniger Sorgen. Den Arbeitsplatz sehen nur 27 Prozent der Befragten aus diesen Gründen als gefährdet an, 28 Prozent befürchten eine Verschlechterung des Gehaltsniveaus. Bundesweit sind es jeweils 32 Prozent, die diese Sorgen äußern. “Im Bundesland der Exportweltmeister sind viele Unternehmen schon lange international tätig und haben den Schritt in die Globalisierung erfolgreich gemeistert. Das macht vor allem den hier starken Mittelstand zukunftssicher und erhält Arbeitsplätze eher, als dass sie in Gefahr sind”, so Marcus Nickel.

New Work – New Skills: Zukunftssicherheit der eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten werden in Frage gestellt

Von dem durch die Pandemie beschleunigten Wandel der Arbeitsplätze durch Digitalisierung und dem mobilen Arbeiten von zuhause aus, sind die Baden-Württember:innen weniger begeistert als der Bundesdurchschnitt. Während bundesweit für 38 Prozent der Befragten ein vorwiegend virtueller Arbeitsplatz ideal erscheint, sind es in der Region nur 33 Prozent. Ein Viertel zieht es vor, vor Ort zu arbeiten.

Insgesamt herrscht jedoch große Zuversicht, was den Umgang mit neuen Technologien und Digitalisierung betrifft: 73 Prozent der Erwerbstätigen in der Region sind sich sicher, dass sie die technologischen Änderungen an ihrem Arbeitsplatz gut bis sehr gut meistern werden. Bundesweit sind es 76 Prozent. Viele sind auch bereit, neue Fähigkeiten zu erlernen oder sogar umzuschulen, um auch in Zukunft arbeitsfähig zu bleiben. Auffällig dabei ist, dass 40 Prozent der Baden-Württemberger:innen befürchten, sie könnten Fort- und Weiterbildungen nicht finanzieren, die aber zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsmöglichkeiten wichtig wären. Das sind ganze sechs Prozentpunkte mehr als bundesweit.

„Dieses Ergebnis sollte den Unternehmen zu denken geben. Das gilt natürlich auch für uns. PwC beschäftigt knapp 700 Mitarbeiter:innen in der Region. Upskilling für die digitale Arbeitswelt von morgen ist für Unternehmen eine zentrale Aufgabe. Die Leute wollen, aber es fehlen die entsprechenden Angebote. Wer hier als Arbeitgeber nicht investiert, lässt Wachstums- und Innovationspotenzial des eigenen Unternehmens brach liegen und gibt Mitarbeiter:innen einen guten Grund, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. In Zeiten von Fachkräftemangel können wir uns das aber nicht leisten.“

Marcus Nickel,Standortleiter PwC in Stuttgart

Mit Unternehmergeist in die Zukunft

Lösungsorientierung, die Fähigkeit, sich Neues schnell anzueignen und Selbstmotivation sind die Top-3-Fähigkeiten der Baden-Württemberger:innen – damit liegen sie voll im Bundesschnitt. Im Unterschied zu Gesamtdeutschland sehen die Menschen in der Region mit 51 Prozent die unternehmerischen Fähigkeiten aber deutlich höher ausgeprägt als bundesweit (44 Prozent). Marcus Nickel wundert das nicht: „In Baden-Württemberg sind die Weltmarktführer und die Patent-Rekordhalter zu Hause. Das spricht für Unternehmerpersönlichkeiten. Auch unser kürzlich veröffentlichter Startup-Monitor hat gezeigt, dass 66 Prozent die Qualität des Startup-Ökosystem in Baden-Württemberg als sehr gut bewerten. Etablierte Familienunternehmen, die sich durch hohe Innovationskraft und ein stabiles Wertesystem auszeichnen sowie staatliche Förder-Initiativen prägen Unternehmertum und stabilisieren den Standort.“

Über die Studie:

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hat mehr als 32.500 Personen in 19 Ländern für die Arbeitsmarkt-Studie „Hopes and Fears 2021“ befragt. Mehr als 200 Teilnehmer:innen kamen aus Baden-Württemberg. Weltweit sehen 50 Prozent der arbeitsfähigen Menschen positiv in die Zukunft. In Indien und China sind es weit überdurchschnittliche 75 beziehungsweise 73 Prozent, in Saudi-Arabien 65 Prozent. Die Deutschen sind mit 54 Prozent leicht optimistischer als der Schnitt; Schlusslicht ist Japan (26 Prozent). 

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 284.000 Mitarbeiter in 155 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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Corinna Freudig

Corinna Freudig

PwC Communications, PwC Germany

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