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„Superwahljahr 2021“: Jüngere Wähler:innen wollen, dass die Parteien das Thema Gesundheit mehr in den Vordergrund rücken

15 Juli, 2021

Repräsentative Befragungen von PwC Deutschland: Großes Interesse an Gesundheitsthemen ist (beinahe) unabhängig von Bildung / Drei von vier Befragte würden Gesundheitsdaten digital preisgeben / Dr. Wolfgang Zink, Partner im Bereich Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland: „Die steigenden Zukunftsängste der Jüngeren sollte die Politik als Warnsignal ernstnehmen.“

Düsseldorf, 15. Juli 2021

Im „Superwahljahr 2021“ ist Gesundheit eines der Themen, die junge Wähler:innen am meisten bewegen – und zwar (fast) unabhängig vom Bildungsstatus. Dies ist eines der Kernergebnisse zweier repräsentativer Umfragen, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland im Sommer 2020 und im Januar 2021 unter 16- bis 35-Jährigen durchgeführt hat. Die erste Umfrage fokussierte darauf, wie junge Wähler:innen die politische Kommunikation der Parteien wahrnehmen; die zweite konzentrierte sich auf die Inhalte, die die jüngere Generation besonders interessieren. 

Großes Interesse (fast) unabhängig von Bildungsabschluss

In der zeitlich früheren Befragung mit dem Schwerpunkt Kommunikation gaben insgesamt 42 Prozent der Befragten an, sich regelmäßig über Gesundheitsthemen zu informieren. Damit kam dieser Aspekt auf den dritten Rang der Top-Themen für junge Wähler:innen, nach Umwelt und Klima (52 Prozent) sowie Schule, Ausbildung und Hochschule (45 Prozent). Das Interesse an Gesundheitsthemen gilt für rund vier von zehn der Jüngeren weitgehend unabhängig von ihrem Bildungsstatus. Nur bei jungen Menschen, die (noch) ohne Bildungsabschluss sind, war das Interesse mit 25 Prozent deutlich geringer.

„Die Politik wendet sich erstaunlich selten direkt an die Jüngeren.“

Prof. Dr. Rainer Bernnat, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland, sagt: „Das Interesse junger Menschen an Gesundheit ist ein Querschnittsthema.“ Eklatant sei allerdings, dass die in vielen Untersuchungen belegten psychischen Folgen des Corona-Lockdowns insbesondere für die Jüngeren erst allmählich in den Blick der Politik gerieten. 

„Das Verpassen prägender Erlebnisse, oftmals beengte Wohnverhältnisse und so weiter haben bei vielen jungen Menschen Spuren hinterlassen. Umso erstaunlicher ist es, dass die Politik diese Gruppe selten direkt anspricht und glaubhaft erklärt, wie man sich um ihre Interessen kümmern möchte.“

Prof. Dr. Rainer Bernnat, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland

Insgesamt mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten fand, die Parteien sollten grundsätzlich stärker über das Thema Gesundheit informieren. Etwas mehr, 42 Prozent, meinen, Umwelt und Klima müssten im Vordergrund stehen, ein genauso großer Teil der jungen Menschen sieht das für den Themenkomplex Schule, Bildung, Ausbildung und Hochschule. 

Jüngere Generation wünscht sich von Parteien mehr digitale Kommunikation

Allerdings überschneiden sich die Kommunikationskanäle, die Parteien für die Verbreitung politischer Themen verwenden, nur zum Teil mit denjenigen, die die Jüngeren nutzen bzw. künftig gern häufiger nutzen würden, um sich politisch zu informieren: Mehr als die Hälfte der jungen Befragten tut dies vor allem über soziale Netzwerke. Demgegenüber meinten nur 29 Prozent der Befragten, dass die Parteien soziale Netzwerke für die Kommunikation politischer Themen nutzen. Diese setzen nach Wahrnehmungen der Jüngeren stärker auf das Fernsehen (57 Prozent) bzw. Printmedien (41 Prozent) – Kommunikationskanäle, die die Jüngeren deutlich weniger nutzen (TV: 42 Prozent, Print: 18 Prozent).

„Es besteht offensichtlich ein Kommunikations-Gap zwischen jüngeren Wähler:innen und den politischen Parteien. Die Politik wäre gut beraten, diese Kluft zu verringern, indem sie die Interessen der Jüngeren endlich ernst nimmt und sich auf ihre Art zu kommunizieren einlässt.“

Prof. Dr. Rainer Bernnat, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland

Mehr als sieben von zehn würden Gesundheitsdaten für bessere Behandlung preisgeben

Nach politischen Themen befragt, die sie besonders interessieren, sprachen sich rund acht von zehn Befragten für ein modernes, öffentliches Gesundheitssystem für alle aus. Bemerkenswert: 72 Prozent sind bereit, ihre Gesundheitsdaten digital zur Verfügung zu stellen, um schneller bzw. gezielter von Mediziner:innen beziehungsweise in Krankenhäusern behandelt zu werden. 

„Die Akzeptanz von, aber auch das Bedürfnis nach mehr Digitalisierung im Gesundheitssektor ist bei den Jüngeren groß. Sie zeigen damit, wohin die Reise im Gesundheitssektor geht.“

Dr. Wolfgang Zink, Partner im Bereich Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland

Steigende Zukunftsängste der Jüngeren als Warnsignal ernstnehmen

In Deutschland stehe man allerdings erst am Anfang dieses Weges, betont Dr. Wolfgang Zink von PwC. Das zeige etwa die hitzig geführte Debatte rund um den Datenschutz bei der Einführung der elektronischen Patientenakte zum 1. Juli 2021. „Dass außerdem gerade die jungen Menschen bis etwa Mitte 20 vermehrt Zukunftsängste äußern und sich nicht nur, aber vor allem während der Corona-Krise von der Politik alleingelassen fühlen, sollten die politischen Entscheider:innen als Warnsignal sehr ernstnehmen.“ 

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 284.000 Mitarbeiter in 155 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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Melanie Saß

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