„490 Millionen Euro – das ist noch einmal eine neue Dimension“

27 Dezember, 2018

Der Run ausländischer Investoren auf deutsche Unternehmen hält an. Was dabei besonders auffällt: Das durchschnittliche Deal-Volumen ist 2018 noch einmal signifikant gestiegen. Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland, erklärt die Hintergründe.

Seit einigen Jahren steigen ausländische Investoren im großen Stil bei deutschen Unternehmen ein. Hat sich dieser Trend 2018 fortgesetzt?

Steve Roberts: Das kann man wohl sagen! Bis Mitte November zählen wir bereits auf 732 Transaktionen, was ziemlich genau dem durchschnittlichen Volumen der vergangenen Jahre zu diesem Zeitpunkt entspricht. Was dabei besonders auffällt: Neben der ohnehin stattlichen Zahl an mittelgroßen M&A-Geschäften kommt es inzwischen fast monatlich zu ein bis zwei sogenannten Megadeals – also Transaktionen mit einem Volumen von mindestens 1 Milliarde Euro. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren doch noch einmal eine neue Dimension.

Lässt sich das noch weiter quantifizieren?

Ja. Bei 170 Transaktionen wurde der Kaufpreis öffentlich genannt. 20 dieser Deals erreichten eine Größenordnung von mehr als 1 Milliarde Euro – und bei neuen Transaktionen waren es sogar mehr als 2 Milliarden Euro. Allein die besagten 170 Deals summierten sich hierbei auf ein Gesamtvolumen in Höhe von 82,5 Milliarden Euro. Das ergibt einen durchschnittlichen Transaktionswert von rund 490 Millionen Euro, was mehr als doppelt so hoch ist wie der Durchschnittswert von 2016. Damals waren es nämlich gerade mal rund 230 Millionen Euro. Diese Steigerung ist signifikant, um nicht zu sagen: spektakulär.

Was sind die Gründe dafür, dass der Boom schon seit Jahren anhält?

In gewisser Weise haben deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren natürlich von den Problemen anderer europäischer Standorte profitiert – sprich: Schuldenkrise in Südeuropa und später dann der Brexit. Daraus ergibt sich eine sozusagen relative Attraktivität. Doch auch jenseits solcher Effekte sind deutsche Unternehmen bei ausländischen Investoren sehr beliebt, weil sie als solide aufgestellt und immer noch fair bewertet gelten. Das ist auch der Grund dafür, dass ich sagen würde: Bleibt die Konjunktur einigermaßen intakt, dürfte der M&A-Boom in den nächsten Jahren anhalten.

In den vergangenen Jahren fiel auf, dass der Anteil an Private-Equity-Deals merklich gestiegen ist. Wie sah es 2018 aus?

Von den besagten 732 Transaktionen entfielen 268 auf Finanzinvestoren – ein Anteil von 37 Prozent. Das entspricht dem Niveau des vergangenen Jahres und liegt zum Beispiel deutlich über dem Wert von 2014, als es erst 29 Prozent waren. Was darüber hinaus auffällt:  Private-Equity-Investoren haben neun der 20 Megadeals gestemmt. Auch das ist mehr als beachtlich.

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