Big Data: So profitieren Unternehmen von der Datenvielfalt

10 Juni, 2013

Ein Handelsunternehmen reduziert die Anzahl der Warenrücksendungen, indem es die Ursachen für die Retouren aufdeckt und behebt. Eine Bank erstellt maßgeschneiderte Angebote, indem sie auf die wechselnden Lebensumstände ihrer Kunden flexibel eingeht und ihre Angebote entsprechend ausrichtet. Ein Fertigungsunternehmen optimiert seine Prozesse, indem es die Maschinen, Anlagen und Mitarbeiter komplett auslastet und seine komplexen Produktionsabläufe simuliert, um Schwachstellen aufzuspüren. Schöne neue Welt? Big Data macht es möglich.

Das Trendwort Big Data beschreibt das Phänomen rasant wachsender Datenmengen, -quellen und -strukturen. Pro Sekunde wird auf Facebook beispielsweise 50.000 Mal „Like“ geklickt; in einer Minute werden 72 Stunden neues Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Datenmengen dieser Größenordnung lassen sich nicht mehr mit der Kapazität und Fähigkeit klassischer Datenbank-Softwaretools speichern, verarbeiten und analysieren. Richtig ausgewertet und genutzt, bietet diese Datenvielfalt jedem Unternehmen zahlreiche Chancen.

Die Chancen von Big Data: Effizienter werden und sich vom Wettbewerb abheben

„Durch die Nutzung von Big Data gewinnen Unternehmen neue Erkenntnisse, mit denen sie ihre strategische und operative Steuerung, etwa im Hinblick auf Risikominimierung, Kundenbindung, Marktpositionierung oder Profitsteigerung, verbessern können. Durch das Wissen, das in den großen Datenmengen steckt, können Unternehmen somit effizienter werden und sich vom Wettbewerb abheben“, fasst Michael Rasch, Partner bei PwC und Digital Transformation Leader Deutschland, die Vorteile zusammen.

„Um das Potenzial von Big Data optimal zu nutzen, bedarf es allerdings einer durchdachten digitalen Wertschöpfungsstrategie. Ausgangspunkt für die Fragen, auf die Big-Data-Projekte Antworten finden sollen, ist immer die Unternehmensstrategie“, ergänzt er. „Die Analyse der relevanten Daten verschafft Unternehmen einen Gesamtüberblick und bringt Transparenz in Geschäftsprozesse und Marktsituation. Insofern können Big-Data-Projekte der Unternehmensführung eine fundierte Basis für ihre Entscheidungen liefern“, so der Experte.

In sieben Schritten zur digitalen Wertschöpfungsstrategie

In dem White Paper „Big Data – Bedeutung, Nutzen, Mehrwert“ beschreiben die PwC-Experten, wie sich Big-Data-Projekte gezielt planen und gewinnbringend einsetzen lassen. Die Publikation geht detailliert auf das strategische Vorgehen bei Big-Data-Projekten ein: von der Formulierung strategischer Ziele über einen Business Case, das notwendige Datenverständnis und die geeignete Technologie bis hin zur Analyse und der Deutung der Ergebnisse sowie der darauf basierenden Veränderungen oder Anpassungen in den Unternehmensabläufen.

Das sind die Vorteile von Big-Data-Projekten:

  • Klare Entscheidungsgrundlage schaffen
  • Geschäftsprozesse optimieren
  • Risiken kalkulieren
  • Profitabilität steigern
  • Optimal an den Kunden ausrichten
  • Unentdeckte Marktpotenziale aufdecken

Das White Paper beschreibt die technologischen Werkzeuge, die für die Umsetzung von Big-Data-Projekten geeignet sind. Es geht außerdem darauf ein, wie Unternehmen aus einzelnen Branchen von den Erkenntnissen solcher Datenanalysen profitieren können.

Einige ausgewählte Branchen-Beispiele im Überblick:

  • Ein Telekommunikationsanbieter erstellt ganzheitliche Kundenanalysen, um seine Tarife an den Kundenwünschen und -gewohnheiten auszurichten. Durch attraktive Tarife steigt nicht nur die die Kundenbindung; das Unternehmen gewinnt auch neue Kunden.
  • Ein Unternehmen aus der Logistikbranche implementiert eine Track-and-Trace-Anwendung. So lässt sich der komplette Logistik-Prozess überschaubar darstellen. Eine Echtzeitüberwachung rund um die Uhr verschafft Transparenz und reduziert Prozessrisiken.
  • Eine Bank prognostiziert Risiken individuell und definiert Risikozuschläge flexibel. Das bringt Vorteile in Hinblick auf Kreditausfallrisiken.

Datenwissenschaftler nehmen eine zentrale Rolle ein

Die beste Technik nutzt allerdings nichts, wenn ein kluger Kopf fehlt, der die richtigen Fragen stellt und die Ergebnisse auszuwerten weiß. Die PwC-Experten plädieren dafür, für diese schwierigen Projekte auf Datenwissenschaftler zu setzen. Der Kampf um die fähigsten Köpfe unter den Data Scientists hat längst begonnen. Die Anforderungen an diese relativ neue Berufsgruppe sind hoch: Datenwissenschaftler müssen technisches Verständnis und IT-Kenntnisse mitbringen ebenso wie soziale Kompetenzen, die Fähigkeit zum assoziativen Denken und ein umfassendes Verständnis für Geschäftsprozesse. Wo dieser Mitarbeiter im Idealfall organisatorisch steht, ist offen. Denn jede Abteilung kann von den Erkenntnissen aus Big Data profitieren.

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Michael Rasch

Head of Technology Consulting

Tel.: +49 40 6378-1806

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