Emerging Trends in Real Estate®: Europe 2020

Die gemeinsame Studie von PwC und dem Urban Land Institute beleuchtet die Top-Trends der europäischen Immobilienbranche

Susanne Eickermann-Riepe
German Real Estate Leader bei
PwC Deutschland
Tel.: +49 69 9585-5909
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Trends der europäischen Immobilienbranche

Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Immobilienportfolios aus. Viele Investoren unterschätzen aktuell das Risiko. So lautet eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie „Emerging Trends in Real Estate®: Europe 2020“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) gemeinsam mit dem Urban Land Institute erstellt hat.

Der jährliche Report beleuchtet die wichtigsten Trends der europäischen Immobilienbranche. Daneben bietet die Studie ein Ranking der attraktivsten Städte für Immobilieninvestoren. Für die aktuelle 17. Ausgabe hat PwC mehr als 800 Entscheider von Immobilienfirmen, Investmentmanager und andere Branchenexperten in Europa befragt.

Download Studie (PDF, 12,7 MB, 100 Seiten)

Die Studie im Überblick:

Immobilieninvestoren reagieren auf den Klimawandel – oft noch zu zögerlich

Schon jetzt stammen 40 Prozent der Emissionen von Immobilien. Der Carbon Footprint von Immobilien beschäftigt die Branche zunehmend. So lautet eine wichtige Erkenntnis der europaweiten Studie: Der Klimawandel hat den befragten Investoren zufolge in den kommenden 30 Jahren den größten Einfluss auf Immobilieninvestments.

Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) meint, dass die Risiken für ihr Portfolio durch den Klimawandel „etwas“ (37 Prozent) bzw. „deutlich“ (11 Prozent) gestiegen sind. Die langfristige Veränderung des Klimas wirke sich insbesondere durch höhere Investitionskosten (22 Prozent der Befragten), höhere Betriebskosten (20 Prozent) und eine schnellere Abnutzung von Gebäuden (18 Prozent) aus.

Ein weiteres Studienergebnis: 49 Prozent der befragten Entscheider sind der Ansicht, dass Klima-Themen das Risiko für ihr Portfolio aktuell noch nicht erhöhen. Anders sieht dies in dies in mittelfristiger Perspektive aus: 73 Prozent der Entscheider erwarten ein höheres Risiko innerhalb der kommenden fünf Jahre (47 Prozent „etwas erhöhtes Risiko“, 26 Prozent „deutlich erhöhtes Risiko“).

„Viele Immobilieninvestoren unterschätzen aktuell den Einfluss des Klimas. Dass dieser sich auf die Portfolios auswirkt, ist aber schon jetzt deutlich erkennbar.“

Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland

Steigende Baukosten sind die Hauptsorge der Branche

Neben der Emission beschäftigen vor allem steigende Baukosten die befragten Immobilieninvestoren. Mehr als zwei Drittel von ihnen nannten dies als Hauptsorge der Branche (2018: 61 Prozent). Den größten Anteil daran haben Arbeits- und Materialkosten mit zusammengenommen fünf bis sieben Prozent Inflation pro Jahr.

Die Folge sind hohe Preise, insbesondere bei Top-Objekten: 65 Prozent der Befragten, also beinahe zwei Drittel, stimmten der Aussage zu, dass Prime Assets überteuert seien (47 Prozent „stimme zu“, 18 Prozent „stimme voll und ganz zu“). Insgesamt 68 Prozent der Investoren sehen daher im Development bzw. Redevelopment den besten Weg, Top-Immobilien zu erwerben (47 Prozent „stimme zu“, 21 Prozent „stimme voll und ganz zu“).

Positive Nachricht: Die Immobilieninvestoren gehen mehrheitlich davon aus, dass auch in Zukunft ausreichend Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung stehen wird. Grund dafür sind insbesondere die anhaltend niedrigen Zinsen in vielen europäischen Ländern.

8 von 10 Investoren gründen Entscheidungen auf Mobilitätstrends

Mobilitätstrends beeinflussen immer häufiger die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Investment. So betonte ein knappes Drittel (32 Prozent) der befragten Investoren, dass Mobilität und Infrastruktur bei der Entscheidung für eine Stadt eine wesentliche Rolle spielen. 49 Prozent machen sogar die Auswahl eines bestimmten Assets von Mobilitätstrends abhängig. Dabei spielen nicht nur Veränderungen des öffentlichen Verkehrssystems eine Rolle. Auch Mikro-Mobilitätslösungen oder die Verfügbarkeit von Ride-Hailing-Angeboten führten zum Teil zu einer Neubewertung von Locations oder ganzen Stadtteilen.

Zwei Drittel der Immobilieninvestoren setzen auf neue Technologien

Im operativen Geschäft setzen Immobilieninvestoren vermehrt auf neue Proptech-Anwendungen – rund zwei Drittel der Befragten äußerten sich so (66 Prozent, davon nutzten 44 Prozent Proptech „etwas häufiger“, 18 Prozent „deutlich häufiger“). Die Entscheider planen, die Technologien innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre noch stärker einzusetzen: 48 Prozent rechnen mit einem etwas häufigeren, 39 Prozent mit einem deutlich häufigeren Einsatz (gesamt: 87 Prozent).

Die Investoren sehen in Proptech ein Mittel zu Effizienzsteigerungen; nicht nur für das eigene Geschäft, sondern auch zur Modellierung von Bau-Informationen für Kunden, Architekten und Gebäudenutzer. Auch Datenmanagement-Tools für Investoren und Asset Manager gehören zu den Proptech-Anwendungen.

„Die Mieten in Berlin sind für die nächsten fünf Jahre eingefroren. Das widerspricht in den allermeisten Fällen den Businessplänen der Investoren und lässt die Alarmglocken läuten.“

Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland

EU-weites Städte-Ranking: Paris top, Berlin trotz Kritik auf Platz zwei

Die Studie beinhaltet ein Ranking der europäischen Top-Locations. Für die aktuelle Ausgabe hat PwC die Kriterien erweitert: Neben Perspektiven für Entwicklung und Investment floss die Anzahl der Entscheider ein, die in eine bestimmte Stadt investieren würden. Größe und Liquidität der einzelnen Märkte werden dadurch genauer abgebildet. Paris liegt dabei im EU-Vergleich auf dem Spitzenplatz. Grund dafür sind die großen Chancen, die etwa die Olympischen Spiele 2024, die Hochgeschwindigkeitszüge nach London sowie das 26-Milliarden-Euro-Projekt Grand Paris bieten.

Berlin setzten die europäischen Investoren auf den zweiten Rang – obwohl sie monierten, dass die Preise zu hoch seien und die Infrastruktur noch unbefriedigend, allen voran die Dauerbaustelle des neuen Berliner Flughafens. Auch die Mietpreisbremse und die für die nächsten fünf Jahre eingefrorenen Mietpreise kritisierten die befragten Entscheider.

In die Top 10 schafften es neben Berlin die deutschen Städte Frankfurt (Rang 3), München (Rang 7) und Hamburg (Rang 8). Frankfurt überzeugte die Investoren insbesondere mit einer wachsenden Bevölkerung und signifikant steigendem Bruttoinlandsprodukt. Weitere Stärken: der größte deutsche Flughafen sowie viele Proptech- und Fintech-Unternehmen, die für eine größere Branchenvielfalt sorgen.

Die Stadt München punktete bei den Investoren mit ihrer starken und diversifizierten Wirtschaft, und trotz der hohen Preise gilt auch Hamburg als attraktiver Standort.

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