#AuditorProud – Marc Hummel im Interview

23 September, 2019

„Wenn sich im Projektverlauf das Team weiterentwickelt und die einzelnen Kolleginnen und Kollegen an der Aufgabe wachsen, ist das ein sehr gutes Gefühl.“

Rüdiger Loitz

Marc Hummel

Marc Hummel ist Wirtschaftsprüfer und Director bei PwC Deutschland. Er hat bereits 2007 im Unternehmen begonnen, 2009 sein Examen zum Steuerberater abgeschlossen, zwei Jahre später auch das Wirtschaftsprüferexamen.

Kannst du dich an deinen ersten Tag als Wirtschaftsprüfer erinnern?

Mein erster Tag als Wirtschaftsprüfer war der, an dem ich mein mündliches Examen bestanden habe. Da war ich erleichtert, dieses große Ziel geschafft zu haben. Der Abschluss brachte neue Möglichkeiten, aber auch neue Verantwortung. Als Manager bearbeitet man Mandate eigenständig, ist für Planung und Durchführung der Abschlussprüfung zuständig, aber auch für die Kommunikation mit Gremien und Kunden. 

Dem Klischee entsprechend sitzen Wirtschaftsprüfer den ganzen Tag mit dem Taschenrechner vor Datentabellen. Was ist dran?

Mit dem Klischee des Häkchenmachers sind wir häufig konfrontiert. Das ist in der Praxis aber überhaupt nicht so. Wir arbeiten mit Kunden ganz unterschiedlicher Größen und Branchen. Deren Geschäftsmodelle und die damit verbundenen Risiken müssen wir verstehen, um geeignete Prüfungshandlungen zu definieren. Dabei ist gilt es neue Sachverhalte schnell zu durchdringen und die richtigen Fragen zu stellen. Das macht den Beruf eines Wirtschaftsprüfers zu einem sehr abwechslungsreichen Beruf bei dem starke kommunikative Fähigkeiten sowie analytisches Denken gefragt ist. Neben der klassischen Abschlussprüfung wird in Zeiten der Digitalisierung die Integrität von Daten, Cybersecurity sowie verlässliche Systeme und Prozesse für unsere Kunden immer wichtiger. Wir als Wirtschaftsprüfer haben die Kompetenz und die Tools, um unsere Kunden als Sparringpartner zu unterstützen und für das notwendige Vertrauen zu sorgen.

Wie sieht denn dein typischer Arbeitstag aus? Gibt es so etwas überhaupt?

Jeder Tag ist anders. In der Regel arbeiten wir beim Kunden vor Ort, zunehmend aber auch remote oder im Homeoffice. Ich persönlich bin für Koordination der Abschlussprüfung eines global agierenden Konzerns verantwortlich und koordiniere mehr als 100 Teams in mehr als 70 Ländern. Daneben gehören Vertriebsaktivitäten, das Recruiting neuer Mitarbeiter und die Mentorentätigkeit für jüngere Kollegen zu meinen Arbeitsschwerpunkten.

Hast du einen Tipp für den Nachwuchs?

Bei Bewerbern kommt es nicht nur darauf an, was sie studiert haben. Sie müssen vor allem Neugier, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit mitbringen. Denn die Abschlussprüfung ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe. Bei den Kollegen, die etwa zwei bis fünf Jahre bei uns sind und kurz vorm Examen stehen, ist neben den erforderlichen fachlichen Kenntnissen die Entwicklung von Führungsqualitäten mit der Zeit immer wichtiger. Das betrifft die Kundenbeziehung und den Zusammenhalt im Team gleichermaßen. Zunehmend werden auch die digitalen Fähigkeiten immer entscheidender, die mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Schulungs-Curriculums sind.

Kannst du dich an besondere Erlebnisse mit Kollegen oder Kunden erinnern?

Für mich persönlich war die Zeit meines Aufenthalts in Detroit sehr prägend. Ich hatte für zwei Jahre ein komplexes Mandat mit einem internationalen Team übernommen, die Mandantenbeziehung war zu Beginn schwierig. Durch Einsatz und großartigen Team Spirit – den auch der Mandant honoriert hat -  ist uns schnell der Turnaround gelungen und war der Beginn einer vertrauensvollen und tragfähigen Kundenbeziehung. Das war für das gesamte Team eine tolle Erfahrung, die jeden einzelnen weitergebracht hat.

Welche Entwicklung wird die Wirtschaftsprüfung deiner Meinung nach entscheidend prägen?

Die Digitalisierung, ganz klar. Bereits seit einigen Jahren setzen wir neue digitale Tools ein. Sie ermöglichen es uns durch die Analyse von Daten und Prozessen direkt im System des Kunden von einer Stichprobenprüfung mehr und mehr zu einer Vollprüfung zu kommen. Das Ziel ist die weitere Steigerung der Prüfungsqualität durch die Fokussierung auf Auffälligkeiten und Anomalien, die zukünftig auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) noch effektiver identifiziert werden können. Daneben ist die Automatisierung und Standardisierung von Routinetätigkeiten bereits seit einigen Jahren ein wichtiger Bestandteil zur Steigerung der Prüfungsqualität.

Worauf bist du stolz?

Wenn wir große und internationale Projekte in einem jungen und harmonischen Team erfolgreich und mit positivem Kundenfeedback abschließen, ist ein cooles Gefühl! Zu sehen wie sich im Projektverlauf die einzelnen Kollegen weiterentwickeln und an der Aufgabe wachsen, ist insbesondere für mich in meiner Rolle als Mentor schön zu beobachten. Und ganz persönlich erfüllt es mich mit Stolz, dass ich in meiner Familie der Erste war, der eine akademische Laufbahn absolviert hat und Wirtschaftsprüfer ist.

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Petra Justenhoven

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Prof. Dr. Rüdiger Loitz

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