Die Lebenszufriedenheit im Rhein-Main-Gebiet ist hoch – außer beim Thema Wohnen

Wie sich die hohen Mieten im Rhein-Gebiet auf den Arbeitsmarkt auswirken

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Michael Burkhart

Michael Burkhart
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Die große Mehrheit der Berufstätigen im Rhein-Main-Gebiet (93 Prozent) fühlt sich an ihrem Wohnort sehr wohl und schätzt die Kombination aus hoher Lebensqualität und starker Wirtschaft. Seit der Corona-Krise ist die ohnehin hohe Zufriedenheit mit den Einkaufsmöglichkeiten, der Verkehrsinfrastruktur und den kulturellen Angebote sogar noch weiter gestiegen. 

Sehr kritisch bewerten die Menschen an Rhein und Main jedoch nach wie vor die Situation auf dem Miet- und Wohnungsmarkt. Neun von zehn Berufstätigen sind der Meinung, dass es reine Glückssache ist, eine bezahlbare Wohnung in Großstädten wie Frankfurt zu finden. 

Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt hat auch weitreichende Folgen auf den Arbeitsmarkt: Fast jeder Dritte hat bereits einmal darüber nachgedacht, den Job wegen zu hoher Mieten zu wechseln. 

Zu diesen Ergebnissen kommt eine PwC-Umfrage unter 400 Bürgerinnen und Bürgern zwischen 18 und 65 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet. 

„Das Rhein-Main-Gebiet steht für hohe Lebensqualität und die Menschen wissen die Angebote der Region um Frankfurt nach dem Lockdown noch mehr zu schätzen. Extrem große Unzufriedenheit herrscht jedoch nach wie vor beim Thema Wohnen: Die hohen Mietkosten und die schwierige Wohnungssuche drücken auf die Stimmung.“

Michael Burkhart, Standortleiter PwC in Frankfurt

Die Studie im Überblick

Hohe Unzufriedenheit mit dem Angebot an Wohnungen

Auf die grundsätzlich gute Stimmung der Beschäftigten in der Rhein-Main-Region drückt die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt: Rund sechs von zehn Befragten sind unzufrieden mit den hohen Mietpreisen und Kosten für Immobilien sowie dem knappen Wohnraumangebot. 84 Prozent befürchten, dass der Mietspiegel in den kommenden fünf Jahren weiter steigen werden – wobei bereits heute 60 Prozent ihre Miete als zu hoch empfinden.

Berufstätige nehmen lange Anfahrtswege in Kauf

Um diesem Dilemma zu entkommen, nehmen viele Berufstätige längere Anfahrtswege in Kauf: 60 Prozent pendeln zu ihrer Arbeitsstelle. Für Pendler liegt die mittlere Fahrtzeit bei 33 Minuten. Als maximal vertretbare Pendelzeit gelten im Schnitt 43 Minuten. Fast jeder Zweite (45 Prozent) wäre bereit, mehr als 40 Minuten Fahrtweg in Lauf zu nehmen. 

Immer mehr Menschen arbeiten aus dem Homeoffice

Entspannung für die Pendler im Land könnte der seit Corona deutlich flexiblere Umgang mit Heimarbeit bringen: Während der Pandemie arbeiten 62 Prozent der Beschäftigen aus dem Rhein-Main-Gebiet zumindest zweitweise im Homeoffice – und die Mehrheit (57 Prozent) rechnet damit, dass auch nach der Krise deutlich mehr Beschäftigte aus dem heimischen Büro ihrer Arbeit nachgehen werden als vorher. Allerdings ist Homeoffice längst nicht für alle eine Option: 38 Prozent der Befragten geben an, dass sie bei ihrem Beruf oder ihrer Tätigkeit gar nicht von zu Hause arbeiten können.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Hessen und Rheinland-Pfalz: Zwei Drittel der Berufstätigen sind der Meinung, dass die bestehende Wohnraum- und Mietsituation Arbeitsgeber vor das Problem stellt, Fachkräfte zu finden oder im Unternehmen zu halten. 90 Prozent befürchten, dass ein weiterer Anstieg der Preise für Mieten und Wohneigentum das Problem noch verschärfen wird und sich nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können, während bestimmte Berufe, etwa Pflegekräfte, Arbeitsplätze außerhalb der Stadt suchen werden

Was kann die Situation verbessern?

Eine Möglichkeit sind nach Meinung von neun von zehn Befragten Wohnungsbauprogramme für Haushalte mit geringem Einkommen. Aber auch der Arbeitgeber hat es in der Hand, der prekären Wohnungssituation entgegenzuwirken: Nach Ansicht der Berufstätigen könnten Unternehmen Betriebswohnungen bereitstellen, sich an den Mietkosten beteiligen (je 79 Prozent Nennungen) oder die Fahrtkosten übernehmen (78 Prozent).

„Homeoffice funktioniert für viele Tätigkeiten bestens. Das wird auch nach der Krise anhalten, weil alle Seiten davon profitieren: Beschäftigte mit längeren Anfahrtswegen müssen nicht mehr täglich pendeln. Unternehmen können ihrerseits mit flexiblen Arbeitsmodellen bei der Suche nach Fachkräften punkten.“

Michael Burkhart,Standortleiter von PwC in Frankfurt

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