Teurer Wohnraum und die Folgen

Wie sich im Rhein-Main-Gebiet hohe Mieten auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Im Rhein-Main-Gebiet leben die Menschen gerne – die Infrastruktur, das kulturelle Angebot und viele weitere Faktoren werden gut bewertet. Anders sieht es aus, wenn es um den Wohnraum geht: ob Mietpreise, Wohnungsangebot oder Kosten für Immobilien – dabei herrscht Unzufriedenheit. Dass das Folgen für den Arbeitsmarkt hat, zeigen die Ergebnisse einer Befragung von 400 Arbeitnehmern zwischen 18 und 65 Jahren.

Download Studie, PDF (825 KB)

„Mietpreise sind neben den jobbedingten Kriterien der wichtigste Aspekt, wenn bei einem Arbeitswechsel ein Umzug ansteht.“

Michael Burkhart, Standortleiter Frankfurt und Managing Partner Region Mitte

Wohnraumentwicklung spitzt sich weiter zu

Die Zahlen sprechen für sich: Neun von zehn Befragten halten es für reine Glückssache, in den Städten der Rhein-Main-Region eine bezahlbare Wohnung zu finden. Das ist besorgniserregend – denn Fachkräfte werden gesucht, auch in Sektoren wie dem Handwerk und der Pflege, die nicht zu den Spitzenverdienern gehören. Und hohe Mieten schrecken ab: Denn für 55 Prozent der Befragten spielen hohe Mieten bei einem jobbedingten Umzug die größte Rolle. Dass sich die Situation entspannt, glaubt fast niemand – im Gegenteil: Fast 90 Prozent glauben, dass die Mieten weiter steigen.

Was spielt für die Befragten bei einem jobbedingten Umzug die größte Rolle?

Infografik: Welche Faktoren spielen bei einem jobbedingtem Umzug die größte Rolle?

Hohe Mieten schrecken Arbeitnehmer ab

Die Auswirkungen hoher Mietpreise insbesondere in den Großstädten zeigen sich heute schon an den Pendelbewegungen: 16 Prozent nutzen das Mietpreisgefälle zwischen Stadt und Land und pendeln, was nicht nur Zeit- und Geldaufwand für den Einzelnen, sondern auch Probleme für die Umwelt mit sich bringt. Jeder Zweite würde über einen Job- und Standortwechsel bei einer kräftigen Mieterhöhung nachdenken. Bei den Jüngeren (18 bis 34 Jahre) sind das sogar rund zwei Drittel der Befragten.

„Dass die junge Generation die Arbeitsplatzwahl auch von der Wohnsituation abhängig macht, ist für Unternehmen in teuren Ballungsräumen riskant, denn insbesondere wenn es um die Digitalisierung geht, werden junge Fachkräfte ganz besonders gesucht.“

Michael Burkhart, Standortleiter Frankfurt und Managing Partner Region Mitte

Was tun, um Fachkräfte zu halten?

Was die Problemlösung betrifft, können sich die Befragten viel vorstellen. Die Ursache für die schwierige Situation sehen sie überwiegend bei der öffentlichen Hand, die sich zu wenig um den sozialen Wohnungsbau kümmert, und die Politik, die zu spät reagiert hat – für Abhilfe könnten neben öffentlichen Wohnungsbauprogrammen für Haushalte mit kleinem oder mittleren Einkommen aber auch die Arbeitgeber und Unternehmen sorgen, zum Beispiel mit Betriebswohnungen oder Mietkostenzuschüssen.

Wie können Fachkräfte trotz hoher Mieten in Ballkungsgebieten gehalten werden?

Infografik zum Halten von Fachkräften in Ballungsräumen mit Wohnungsnot

Contact us

Michael Burkhart

Michael Burkhart

Partner, Standortleiter Frankfurt, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-1268

Follow us