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Die Situation auf dem Wohnungsmarkt schlägt Hamburger Berufstätigen auf's Gemüt

PwC-Studie 2020: Wie sich die Corona-Pandemie auf das Arbeiten und Wohnen auswirkt

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Thorsten Dzulko
Standortleiter Hamburg bei PwC Deutschland
Tel.: +49 40 6378-0
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Hohe Mieten und die Folgen für den Arbeitsmarkt

Hohe Mieten und ein knappes Wohnraumangebot machen es für viele Menschen immer schwieriger, in Ballungszentren zu leben. Und das wirkt sich längst auch auf den Arbeitsmarkt aus, weil Unternehmen Schwierigkeiten bekommen, geeignete Mitarbeiter zu finden. Denn viele Fachkräfte – darunter auch systemrelevante, aber schlecht bezahlte Berufe wie Pfleger, Reinigungskräfte und Polzisten – können sich das Wohnen in urbanen Zentren gar nicht mehr leisten.

Das bestätigt eine PwC-Umfrage unter 400 Berufstätigen in Hamburg. Der Frust beim Thema Wohnen ist an Alster und Elbe groß – und das wird auch zur Gefahr für die Arbeitgeber. Ein wenig Linderung könnte das mobile Arbeiten im Homeoffice bringen, das spätestens seit der Corona-Krise gesellschaftsfähig geworden ist.

„Der Trend zum heimischen Schreibtisch könnte die angespannte Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt entspannen. Für viele Branchen und Berufe funktioniert Homeoffice sehr gut – für andere hingegen gar nicht. Systemrelevante Berufsgruppen vom Pfleger über die Polizistin bis hin zum Handwerker können schlichtweg nicht von zu Hause arbeiten. Für diese Gruppen muss es auch in Zukunft bezahlbaren Wohnraum in der Stadt geben.“

Thorsten Dzulko, Standortleiter Hamburg bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Hamburger sind zufrieden – außer beim Thema Wohnen

Hamburg ist eine äußerst lebenswerte Stadt. 96 Prozent der Berufstätigen fühlen sich in ihrer Region wohl. Die Hansestadt kann nicht nur mit viel Grünflächen und guten Einkaufsmöglichkeiten punkten, sondern auch mit einer zeitgemäßen Infrastruktur und schnellem Internet. Das wissen die Bürger zu schätzen – nach den Monaten des Lockdowns sogar umso mehr.

Immer unzufriedener sind die Berufstätigen jedoch mit der schwierigen Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt: Rund sechs von zehn Befragten bemängeln die hohen Kosten für Wohneigentum und die teuren Mieten sowie das knappe Angebot an freien Wohnungen. 78 Prozent sagen, dass sich in den Städten eigentlich nur noch Top-Verdiener eine Wohnung leisten können.

Immer mehr Menschen arbeiten aus dem Homeoffice

Die Lage etwas entspannen, könnte der seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich flexiblere Umgang mit Heimarbeit: Seitdem arbeitet knapp jeder Zweite (47 Prozent) zumindest zeitweise im Homeoffice. 18 Prozent der Hamburger Berufstätigen sitzen jetzt mehr als bisher am heimischen Schreibtisch; 16 Prozent arbeiten sogar erstmals von zu Hause aus. Allerdings ist Homeoffice längst nicht für jeden eine Option: 45 Prozent geben an, dass sie aufgrund ihrer Tätigkeit gar nicht von zu Hause arbeiten können.

Arbeiten und Wohnen nach Corona

Die Corona-Pandemie könnte zudem die Suche nach Fachkräften flexibler gestalten und zur Entspannung auf dem Mietmarkt beitragen. Die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort dürfte künftig eine weniger wichtige Rolle spielen. Unternehmen werden einerseits verstärkt in Regionen mit geringen Büromieten ziehen. Aber auch manche Arbeitnehmer werden die Chance nutzen, in eine Gegend mit niedrigeren Mieten auszuweichen und mehr von zu Hause arbeiten. In einem Punkt sind sich 85 Prozent der Hamburger einig: Die Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten wird hoch bleiben oder weiter steigen. Die Stadt als Lebensraum bleibt also auch in Zukunft attraktiv.

Investoren und Gentrifizierung tragen (Mit-)Verantwortung

Die Verantwortung dafür, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, sehen die Befragten übrigens nicht nur bei der Politik. Zwar sagt gut jeder Zweite (55 Prozent), dass diese zu spät reagiert habe. Als Hauptgrund für die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt sehen 58 Prozent der Berufstätigen jedoch, dass der Schwerpunkt der Investoren auf dem Luxussegment liegt. Die Schuld an den hohen Mieten geben die Befragten zunehmend auch der Gentrifizierung: 57 Prozent sind der Meinung, dass im Zuge von Sanierungen ein Verdrängungswettbewerb stattfindet, bei dem die weniger wohlhabenden Mieter für die Reichen Platz machen müssen.

Die Folgen für den Arbeitsmarkt

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt hat auch unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Region: Jeder Vierte hat bereits einmal konkret darüber nachgedacht, den Job wegen zu hoher Mieten zu wechseln. Rund zwei Drittel sind überzeugt, dass die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt die Arbeitgeber vor das Problem stellt, Fachkräfte zu finden und in der Region zu halten. 90 Prozent befürchten, dass ein weiterer Anstieg der Mieten das Problem weiter verschärfen wird und sich nur noch Gutverdiener das Leben in der Stadt leisten können, während bestimmte Berufsgruppen – etwa Pflegekräfte – sich Arbeitsplätze außerhalb der Stadt suchen werden.

So können Arbeitgeber unterstützen

Geeignete Ansätze, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern, sind nach Einschätzung der Befragten Wohnungsbauprogramme für Haushalte mit geringem Einkommen (92 Prozent) und eine Verschärfung der Mietpreisbremse (83 Prozent). Aber auch der Arbeitgeber hat es in der Hand, der angespannten Wohnungssituation entgegenzuwirken: Nach Meinung der Befragten könnte er die Fahrtkosten zur Arbeit übernehmen (82 Prozent) oder sich an den Mietkosten beteiligen (80 Prozent).

„Die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort wird künftig weniger relevant sein. Unternehmen werden dann verstärkt in Regionen mit geringen Büromieten ausweichen. Aber auch manche Arbeitnehmer werden die Chance nutzen, in eine Gegend mit niedrigeren Mieten zu ziehen und mehr von zu Hause arbeiten, sofern die technischen Möglichkeiten wie Breitbandinternet gegeben sind.“

Thorsten Dzulko,Standortleiter Hamburg bei PwC Deutschland

Die Methodik

Die Ergebnisse basieren auf einer PwC-Umfrage unter 400 Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren in der Metropolregion Hamburg.

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Standortleiter Hamburg, PwC Germany

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