Rhein-Neckar-Region: Wie sich hohe Mieten auf den Arbeitsmarkt auswirken

PwC-Umfrage: Der Mietpreisanstieg und seine Folgen

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Stefan Ditsch ist Standortleiter Mannheim bei PwC

Stefan Ditsch
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Die Mietpreise in den deutschen Ballungszentren sind hoch, und der weitere Mietpreisanstieg scheint unaufhaltsam. Das gilt auch für das Rhein-Neckar-Gebiet und hat bereits jetzt Auswirkungen auf Berufstätige und den Arbeitsmarkt, wie eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 400 berufstätigen Bürgerinnen und Bürgern zwischen 35 und 65 Jahren in der Region zeigt. Die gute Nachricht vorweg: Insgesamt fühlen sich die Menschen in der Rhein-Neckar-Region sehr wohl und sind mit vielen Faktoren wie den Einkaufsmöglichkeiten (92 Prozent), dem kulturellen Angebot (83 Prozent) und dem Arbeitsmarkt zufrieden (69 Prozent). Da wundert es nicht, dass 30 Prozent aus beruflichen Gründen in die Region gezogen sind. Gedämpft wird die Stimmung allerdings, wenn es um den Wohnungsmarkt geht: Obwohl rund 30 Prozent in einer Großstadt arbeiten, lebt nur jeder fünfte auch in einer. Diese Abweichung kann zum einen auf die hohen Mietpreise und die geringe Anzahl freier Wohnungen zurückgeführt werden.

„Die Lage ist heute schon prekär. Berufsgruppen wie Pflegekräfte und Handwerker, die dringend gesucht werden, können sich Wohnungen in den Großstädten und Ballungsräumen nicht mehr leisten.“

Stefan Ditsch, Standortleiter Mannheim

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick

Pessimistischer Blick auf die Zukunft des Wohnungsmarktes

Nur wenige aus der Rhein-Neckar-Region (drei Prozent) haben den Job aufgrund zu hoher Mieten bereits gewechselt. Nichtsdestotrotz befürchten die Befragten, dass ein weiterer Anstieg der Mieten in der Stadt zukünftig nicht aufzuhalten ist (88 Prozent) und dafür sorgen wird, dass sich nur noch Gutverdiener ein Leben dort leisten können (94 Prozent). Verschärft wird der weit verbreitete Pessimismus dadurch, dass die Mieten in den letzten Jahren schneller gestiegen sind als die Gehälter der Befragten (91 Prozent).

„Das sollte für Arbeitgeber ein Warnsignal sein, denn die Mietpreise sind das am häufigsten genannte Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen einen neuen Job.“

Stefan Ditsch, Standortleiter Mannheim

Arbeitgeber sollten dem Problem aktiv entgegenwirken

Knapp sechs von zehn Einwohnern des Rhein-Neckar-Gebiets halten die Wohnraum- und Mietsituation für ein großes Problem für Arbeitgeber, wenn es darum geht, Fachkräfte zu finden beziehungsweise zu halten. Auch wenn die Schuld für zu hohe Mieten primär bei der Politik gesehen wird, glauben die Berufstätigen, dass auch Arbeitgeber mitverantwortlich für Lösungsansätze sind. So könnten sie Fachkräfte trotzdem im Rhein-Neckar-Raum halten, wenn sie Betriebswohnungen stellen (84 Prozent), Mieten bezuschussen (82 Prozent) oder Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort übernehmen würden (80 Prozent).

„Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels kann ich Arbeitgebern nur empfehlen, selbst aktiv zu werden. Beispielsweise können neben finanziellen Ausgleichen auch flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice probate Mittel sein, Pendlern das Leben zu erleichtern.“

Stefan Ditsch,Standortleiter Mannheim

Der Arbeitsweg spielt bei der Wohnungssuche auch eine entscheidende Rolle

Neun von zehn Einwohnern des Rhein-Neckar-Gebietes halten es für reine Glückssache, eine bezahlbare Wohnung in den Großstädten zu finden. Vor allem Pendler finden die Wohnungssituation außerhalb der großen Städte aus finanzieller Perspektive deutlich entspannter, weshalb sie im Durchschnitt einen Arbeitsweg von etwa 53 Minuten auf sich nehmen würden. Die tatsächliche Dauer des Arbeitswegs beträgt bei rund drei von vier Berufstätigen aus dem Rhein-Neckar-Gebiet höchstens eine halbe Stunde.

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