München und Umland – Teurer Wohnraum und die Folgen

PwC-Studie 2020: Was die hohen Mieten in München für den Arbeitsmarkt bedeuten

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Eckhard Späth
Standortleiter München bei PwC Deutschland
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Teure Wohnungen verschärfen den Fachkräftemangel in München

München ist eine attraktive Stadt: Die Bewohner schätzen die hohe Lebensqualität an der Isar und den guten Arbeitsmarkt mit vielen Jobmöglichkeiten. Dramatisch ist in und um die bayerische Hauptstadt jedoch die Situation auf dem Wohnungsmarkt. Die hohen Mietpreise und das knappe Angebot an bezahlbarem Wohnraum drücken auf die Stimmung der Arbeitnehmer – und erschweren den Arbeitgebern die Suche nach qualifizierten Fachkräften.

„Wenn die Mietpreise weiterhin schneller steigen als die Einkommen, wird sich das auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Reagiert die Stadt nicht, müssen Arbeitsplätze, die als systemrelevant einzustufen sind – von Pflegenden über Polizisten bis hin zu Reinigungskräften – möglicherweise unbesetzt bleiben.“

Eckhard Späth, Standortleiter München bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Die Münchner fühlen sich in ihrer Heimat wohl

92 Prozent der Befragten fühlen sich in der bayerischen Hauptstadt wohl. Das liegt vor allem am vielfältigen Freizeitangebot und den guten Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten. Jeder Zweite kam aus beruflichen Gründen nach München, jeder Fünfte zog wegen Ausbildung oder Studium in die bayerische Metropole.

Wohnungssituation drückt auf die Stimmung

Weniger gut sind die Münchner auf die Miet- und Wohnungssituation in ihrer Heimatstadt zu sprechen: Acht von zehn Befragten sind damit unzufrieden. 93 Prozent sind der Meinung, dass es in Großstädten reine Glückssache ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. 72 Prozent empfinden ihre aktuelle Miete als zu hoch – und 88 Prozent rechnen damit, dass die Mietpreise im Großraum München in den kommenden fünf Jahren weiter steigen werden.

Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt hat auch direkte Auswirkungen auf den Fachkräftemangel: Die große Mehrheit (82 Prozent) ist davon überzeugt, dass es die angespannte Wohnraumsituation Arbeitgebern schwer macht, geeignete Fachkräfte zu finden und im Unternehmen zu halten. Die Befragten befürchten fast unisono (94 Prozent), dass Geringverdiener abwandern und sich Arbeitsplätze außerhalb der Stadt suchen werden.

Berufstätige nehmen lange Anfahrtswege in Kauf

Um bezahlbaren Wohnraum zu finden, nehmen viele Berufstätige längere Anfahrtswege in Kauf. Im Landkreis München pendelt jeder Dritte zu seinem Arbeitsplatz. Aus den verschiedenen Landkreisen um München herum pendeln sogar knapp 80 Prozent täglich zur Arbeit. Im Durchschnitt würden Pendler maximal 44 Minuten für den morgendlichen Weg zur Arbeit akzeptieren.

Mehr als 40 Prozent würden jedoch gerne näher an ihrer Arbeitsstelle wohnen – vorausgesetzt sie finden eine bezahlbare Wohnung. Fast jeder Zweite (44 Prozent) hat bereits darüber nachgedacht, den Job im Großraum München zu kündigen und eine Arbeitsstelle an einem anderen Ort anzunehmen. Bei einem jobbedingten Umzug spielen bezahlbare Mieten (60 Prozent) und das Angebot an freiem Wohnraum (47 Prozent) die wichtigste Rolle.

Wie Arbeitgeber unterstützen können

Zwei Drittel der Befragten sehen die Verantwortung dafür, dass es zu wenig bezahlbare Wohnungen gibt, bei der Politik, die zu spät auf das Problem reagiert habe. Aus Sicht der Arbeitnehmer hätten aber auch die Arbeitgeber Möglichkeiten, um ihre Mitarbeitenden in der prekären Wohnungssituation unter die Arme zu greifen und damit auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Als geeignete Maßnahmen bezeichnen die Befragten ein Angebot von Betriebswohnungen und die Beteiligung an den Mietkosten (je 85 Prozent). Aber auch die Übernahme der Fahrtkosten sehen drei Viertel als geeignetes Mittel.

„In der Corona-Pandemie zeigt sich, dass flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice gut funktionieren. Mit solchen Angeboten, auch über die Zeit der Krise hinaus, können die Unternehmen die Pendler entlasten und gleichzeitig bei der Suche nach Fachkräften punkten.“

Eckhard Späth,Standortleiter München bei PwC Deutschland

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage, für die PwC 400 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahre aus München und dem Umland befragt hat.

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