Chinas Hunger nach Halbleitern ist ungebrochen

05 Februar, 2016

In China wächst die Nachfrage nach Halbleitern immer weiter: Der Verbrauch stieg 2014 um 12,6 Prozent. Mit einem Anteil von 56,6 Prozent an der weltweiten Nachfrage markiert dieser Wert einen neuen Rekord. Doch das Land kommt mit der Herstellung nicht nach: Die Schere zwischen Bedarf und Produktion klafft immer weiter auseinander. Das zeigt die PwC-Studie „China’s impact on the semiconductor industry: 2015 update“.

Chinas Verbrauch an Halbleitern steigt und steigt: Lag die jährliche Wachstumsrate in den vergangenen elf Jahren bei 18,8 Prozent, waren es weltweit dagegen nur 6,6 Prozent. Getrieben wird diese Entwicklung von zwei Faktoren: Viele Hersteller elektronischer Geräte und von elektronischem Zubehör verlagern ihre Produktion nach China. Dabei handelt es sich zudem häufig um Produkte, die überdurchschnittlich viele Halbleiter benötigen. Anhand von Daten aus den vergangenen zehn Jahren analysiert die Studie, wie sich der Markt und einzelne Segmente im Detail entwickelten und wohin der Trend geht.

Wichtige Ergebnisse im Überblick:

  • Chinas Halbleitermarkt ist 2014 um 12,6 Prozent und damit zum vierten Mal in Folge gewachsen. Der weltweite Anstieg betrug 9,8 Prozent. In den vergangenen elf Jahren ist der Umsatz in China damit um 173 Milliarden US-Dollar gestiegen, während der übrige Markt weltweit um 169 Milliarden US-Dollar zulegte.
  • Die Chipentwicklung (Integrated circuit design) ist das Segment mit den höchsten Zuwächsen. 2014 verzeichnete es Umsätze in Höhe von 17, 1 Milliarden US-Dollar, das entspricht einem Plus von 30 Prozent. Von 2003 bis 2014 betrug die jährliche Zuwachsrate im Schnitt 36,8 Prozent.
  • Die Zahl der Chiphersteller in China ist 2014 um 81 Unternehmen auf insgesamt 664 angestiegen – das ist der höchste Nettoanstieg in den vergangenen zehn Jahren. Diese Entwicklung wird durch steuerliche Anreize der chinesischen Regierung befördert. Allerdings befinden sich unter den Unternehmen schätzungsweise nur an die hundert einheimische Firmen. Bei etwa 250 Unternehmen sind ausländische Partner involviert.
  • China dominiert den weltweiten Halbleitermarkt vor allem in den Bereichen Computer- und Kommunikationselektronik. Deutlich schwächer vertreten ist es dagegen im Bereich Konsumgüter, in der Automobilindustrie sowie in der industriellen Produktion und bei Medizinprodukten.

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Werner Ballhaus

Werner Ballhaus

Leiter Technologie, Medien, Telekommunikation, PwC Germany

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