Plattform-Modelle bescheren Medienindustrie neuen Wachstumsschub

06 Juni, 2018

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Von 1,9 Billionen auf 2,4 Billionen Dollar: Dieses Umsatzplus prophezeit der neue „PwC Global Entertainment and Media Outlook“ der weltweiten Unterhaltungsindustrie bis 2022. Einer der Wachstumstreiber sind Plattform-Modelle wie Netflix oder Amazon Prime. Sie tragen dazu bei, dass die digitalen Umsätze in diesem Jahr erstmals die analogen übertreffen. Darüber hinaus ist der „Mobile First“-Moment in Sicht – das heißt: Laut PwC-Studie werden die weltweiten Mediennutzer von 2020 an mehr Daten auf dem Smartphone verbrauchen als via Breitband-Internet.

„Das prognostizierte Wachstum von 4,4% jährlich ist sicherlich beeindruckend. Allerdings erzählen die Zahlen nicht die ganze Geschichte“, sagt Werner Ballhaus, Leiter Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC in Deutschland. Von einer kontinuierlichen Entwicklung sei die Branche momentan nämlich weit entfernt. „Stattdessen muss die Branche laufend innovative Geschäftsmodelle hervorbringen, um den steigenden Anforderungen des Endkunden gerecht zu werden“, so Ballhaus. Das bedeute nicht, dass die klassischen Medienkonzerne gegen die digitalen Champions chancenlos seien. „Aber es heißt, dass sich diese Unternehmen ständig neu erfinden müssen.“

Welche Bewegung in der Branche herrscht, zeigt der Blick auf die einzelnen Segmente. Die Streaming-Anbieter etwa dürften auch weiterhin mit mehr als 10% jährlich zulegen. Ähnliche Zuwachsraten prognostiziert die Studie für die Online-Werbung (8,7% p.a). Dagegen dürfte der TV-Werbemarkt nur noch um 2,7% jährlich wachsen. Und die Zeitungsbranche wird sogar weiter schrumpfen. Hier sagt der „Global Entertainment and Media Outlook“ ein jährliches Minus von 2,4%.

Im Grunde, so PwC-Experte Ballhaus, verlaufe der klassische Übergang von der Unterhaltungsindustrie zur Technologie- und der Telekombranche heutzutage fließend.

„Die Unterschiede lösen sich immer weiter auf. Telekommunikations- und Inhalte-Anbieter schließen sich teilweise zusammen, während umgekehrt die Online-Giganten längst eigenen Content herstellen. Auch wenn wir begrifflich nach wie vor trennen zwischen Print und Digital, Kabel und Online, Desktop und Mobile, sozialen und traditionellen Medien – insbesondere für die Kunden verschwimmen diese Grenzen immer mehr.“

Werner Ballhaus, Leiter Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC in Deutschland

Wollen klassische Medienunternehmen nicht zu bloßen Content-Produzenten degradiert werden, müssen sie sich sehr viel stärker als bislang auf die Bedürfnisse des digitalen Endkunden einstellen. Dazu gehört, die eigenen Inhalte jederzeit genau dorthin zu bringen, wo der User sie gerade abrufen will – sei es am Fernseher, am Desktop oder am Smartphone. Und dazu gehört auch, dem Nutzer mittels der Erkenntnisse aus modernen Datenanalyse-Verfahren individualisierte Content-Angebote zu machen. „Das ‚Modell Publisher‘ wird von Plattform-Betreibern in die Enge gedrängt“, resümiert PwC-Experte Werner Ballhaus.

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