Mega-Deals und Finanzinvestoren bestimmen 2019 das Transaktionsgeschehen

PwC-Analyse zu den weltweiten M&A-Aktivitäten in der Transport- und Logistikbranche im Gesamtjahr 2019

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Ingo Bauer
Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland
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Deals im Transport- und Logistiksektor legten zu

Die Fusionen und Übernahmen in der globalen Transport- und Logistikbranche erlebten 2019 eine Steigerung – trotz drohenden Abschwungs, Brexit-Wirrwarr und Handelsstreit zwischen den USA und China. Insgesamt wurden weltweit 254 Fusionen und Übernahmen in der Branche angekündigt, 12 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Das erste Halbjahr war mit 135 Transaktionen stärker als die zweite Jahreshälfte, in der 119 Mergers and Acquisitions angekündigt wurden.

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Die Studie im Überblick

Trend zu hohen Transaktionsvolumen

Mit 143,3 Milliarden US-Dollar stieg der Gesamtwert der Transaktionen 2019 deutlich gegenüber 116,2 Milliarden im Vorjahr an. Das ist vor allem auf die Zunahme bei den Mega-Deals zurückzuführen. Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen über einer Milliarde US-Dollar ist im Jahr 2019 von 21 auf 29 geklettert. Das sind 30 Prozent mehr Mega-Deals als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Zusätzlich erhöhte sich deren Gesamtwert gegenüber dem Vorjahr von 69 auf 92 Milliarden US-Dollar. Die größte Transaktion des Jahres wurde in den USA durchgeführt: Die Investmentgesellschaft Blackstone kaufte ein Immobilienportfolio mit dem Fokus „Urban Warehousing“ für 18,7 Milliarden US-Dollar.

„Im Vergleich zu anderen Branchen ist der Anteil der Deals mit Zielen in Transport und Logistik 2019 gestiegen. Daran hat der boomende Onlinehandel einen beträchtlichen Anteil. Die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen ermöglichen dabei auch große Übernahmen.“

Ingo Bauer, Leiter Transport & Logistik bei PwC Deutschland

Infrastrukturziele immer beliebter

Infrastrukturziele standen bei insgesamt 12 der 29 Mega-Deals im Fokus. Es folgt Logistics & Trucking mit acht Mega-Deals; mit einer Gesamtzahl von 94 Deals ab einer Größe von 50 Millionen US-Dollar bleibt dieser Subsektor der aktivste der Branche.
Die gestiegene Nachfrage nach Infrastrukturanlagen spiegelte sich auch in den Preisen wider, die trotz des allgemeinen Rückgangs für Ziele im Transport- und Logistiksektor weiterhin den Schnitt der letzten zehn Jahre erreichen. Der Umsatzmultiplikator für Transport- und Logistikziele sank im Jahr 2019 um 0,3 Punkte auf 1,4. Der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 1,8.

„Es ist nach wie vor viel Geld im Markt. Gleichzeitig fehlen profitable Anlagemöglichkeiten. Wer eine sichere Rendite sucht, landet schnell beim Kauf von Infrastrukturzielen. In Zeiten wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit sind sie eine vergleichsweise sichere Investition.“

Ingo Bauer, Leiter Transport & Logistik bei PwC Deutschland

Finanzinvestoren bestimmen das Geschehen

Ein Trend, der sich bereits 2018 abzeichnete, hat sich 2019 weiter verstärkt: Finanzinvestoren engagieren sich zunehmend bei Deals in der Transport- und Logistikbranche. Mit einem Anteil von 56 Prozent waren sie aktiver als strategische Investoren. Vor allem bei den Mega-Deals mischen die Private-Equity-Vertreter kräftig mit: Bei 22 der 29 Deals mit einem Volumen über einer Milliarde US-Dollar waren sie beteiligt. Finanzinvestoren konzentrieren sich auf die großen Deals und nehmen dabei insbesondere Unternehmen aus dem Bereich Logistics & Trucking sowie Infrastrukturziele ins Visier.

Mehr Aktivität in Europa

67 Deals mit europäischer Beteiligung wurden angekündigt, fünf mehr als im Vorjahr, darunter acht Mega-Deals, wozu auch die Übernahme von Panalpina durch DSV zählt. Deutsche Unternehmen waren an sechs Transaktionen mit einem Volumen über 50 Millionen US-Dollar beteiligt, darunter ein Mega-Deal, bei dem ein Logistikimmobilien-Portfolio den Besitzer wechselte. Bemerkenswert ist ein weiterer Infrastruktur-Deal in Europa: Der chinesische Investor CASIL verkaufte seine Anteile am Flughafen Toulouse-Blagnac nach nur vier Jahren an Eiffage SA. Die Mär vom Aufkauf der Infrastruktur des Westens durch China wird widerlegt.

Chinesische M&A brechen ein

Überhaupt ist ein deutlicher Einbruch chinesischer M&A-Aktivitäten zu verzeichnen. Nur bei drei der milliardenschweren Deals kam China zum Zuge, während US-amerikanische Unternehmen an zehn der größten Transaktionen beteiligt waren. Dieser Trend lässt sich auch auf das gesamte Deal-Geschehen übertragen: Während die Fusionen und Übernahmen in den USA stabil blieben, sank die Zahl chinesischer Deals um fast 30 Prozent.

Prognose für 2020

Der Markt ist nach wie vor von hohen liquiden Mitteln und niedrigen Zinsen geprägt. Das ist eine gute Basis für eine positive Entwicklung des Deals-Geschehens. Die zunehmende Klarheit bezüglich eines Brexit-Termins am 31. Januar 2020 kann ebenfalls ein positives Signal sein. Für Unsicherheit sorgen jedoch der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA, die gedämpften Prognosen für das Wirtschaftswachstum sowie die im November 2020 stattfinden Präsidentschaftswahlen in den USA.

„Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sind wir vorsichtig optimistisch. Zumindest für Europa gehen wir davon aus, dass sich die M&A-Aktivitäten in 2020 leicht positiv entwickeln werden.“

Ingo Bauer,Leiter Transport & Logistik bei PwC Deutschland

Die Methodik

Für den Report wurden die weltweiten M&A-Aktivitäten in der Transport- und Logistikbranche zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2019 erfasst. Berücksichtigt wurden alle Deals ab einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar. Ab einem Wert von 1 Milliarde US-Dollar gilt eine Transaktion als Mega-Deal. Weitere Details zur Methodik finden Sie im entsprechenden Kapitel des Reports.

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