Tech-IPOs: Vielversprechender Start in das Jahr 2015

11 Mai, 2015

Das Börsengeschehen in der Technologiebranche konnte im ersten Quartal 2015 an das Rekordjahr 2014 anknüpfen: Zwischen 1. Januar und 31. März 2015 gingen weltweit 23 Technologie-Unternehmen an die Börse. Sie erzielten dabei Emissionserlöse in Höhe von 6,1 Milliarden US-Dollar (Q1 2014: 26 Börsengänge; 6,8 Milliarden US-Dollar Gesamterlöse). Dabei zog es verstärkt europäische und chinesische Unternehmen an den Aktienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt die PwC-Analyse „Global Technology IPO Review“.

Im ersten Quartal 2015 wagten Technologiefirmen aus elf Ländern den Schritt aufs Parkett. Die zehn größten Börsengänge der Branche verteilten sich mit jeweils drei IPOs gleichmäßig auf China, die USA und Europa. Dazu kam der Börsengang eines südkoreanischen Unternehmens. Die Anzahl grenzüberschreitender Listings war hingegen rückläufig: Nur 3 der 23 Tech-Unternehmen, die im ersten Quartal 2015 an die Börse gingen, wählten für ihr Debüt einen ausländischen Handelsplatz.

Anzahl der Erst-Listings europäischer und chinesischer Technologiefirmen steigt

„Der Start in das Börsenjahr 2015 verlief aus Sicht der Technologiebranche vielversprechend: Das erste Quartal 2015 ist das zweitstärkste Auftaktquartal für Börsengänge in der Technologiebranche in den vergangenen fünf Jahren. Insbesondere die Anzahl der Erst-Listings europäischer und chinesischer Technologiefirmen ging nach oben“, kommentiert Christoph Gruss, Partner und Experte für Börsengänge bei PwC.

Größter Börsengang des Quartals im Vereinigten Königreich

In Europa entschieden sich fünf Technologieunternehmen aus vier Ländern für ein Börsen-Listing – ein Viertel mehr als im ersten Quartal des Vorjahres. Auch der größte Börsengang des Quartals geht auf das Konto eines europäischen Technologiekonzerns: Die britische Auto Trader Group Plc ging für 2,4 Milliarden US-Dollar an die Londoner Stock Exchange. Insgesamt lagen die Emissionserlöse von Börsengängen mit europäischer Beteiligung bei 3,0 Milliarden US-Dollar und damit 38 Prozent höher als im Vorjahresquartal.

Chinesische Firmen zieht es an die Heimatbörsen

Auch Chinas Technologieunternehmen drängten im ersten Quartal 2015 verstärkt aufs Parkett: Insgesamt acht Firmen mit Sitz im Reich der Mitte (Q1 2014: 11) zog es an die Börse. Sie verbuchten dabei 1,1 Milliarden US-Dollar an Erlösen (Q1: 987 Millionen US-Dollar). Alle acht Unternehmen wählten einen chinesischen Handelsplatz für ihr Debüt. Der Grund für den Trend zur Heimatbörse: Die neuen regulatorischen Vorschriften erfordern für einen Börsengang in China keine vorherige Zustimmung der Behörden mehr, eine Registrierung reicht aus.

Ausblick: Tech-Börsengänge weiter auf hohem Niveau

„Technologieaktien gehören häufig zu den frühzyklischen Papieren. Sie bewegen sich in der Regel stärker als der Gesamtmarkt. Insofern ist es im aktuellen volatilen Marktumfeld nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt für einen Börsengang zu finden. Außerdem steht Technologieunternehmen auch Geld aus anderen Quellen zur Verfügung, sodass sie nicht auf einen Börsengang angewiesen sind, um an frisches Kapital zu gelangen. Viele Technologie-Unternehmen, die über einen Börsengang nachdenken, werden eine Beruhigung der aktuellen Volatilität abwarten. Die Tech-Börsengänge werden sich im gesamten Jahr 2015 folglich zwar auf relativ hohem Niveau bewegen, aber voraussichtlich unter den Vorjahreswerten liegen“, so die Prognose von Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Die vierteljährlich erscheinenden PwC-Analyse „Global Technology IPO Review“ erfasst Erstemissionen im Technologiesektor ab einem Emissionsvolumen von 40 Millionen US-Dollar.

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Werner Ballhaus

Leiter Technologie, Medien, Telekommunikation

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Christoph Gruss

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