Ehemalige Private-Equity-Beteiligungen starten an der Börse durch

01 November, 2018

Unternehmen, die zuvor im Besitz von Private-Equity-Investoren waren, schlagen sich an der Börse deutlich besser als die Konkurrenz, zeigt eine PwC-Studie / Seit 2009 sind in Europa insgesamt fast 250 ehemalige PE-Beteiligungen aufs Parkett gekommen / Ihr Aktienwert hat sich um knapp 50 Prozent verbessert, die übrigen Börsenneulinge liegen dagegen nur rund 44 Prozent im Plus / PwC-Experte Roberts: „Private-Equity-Investoren machen ihre Firmen langfristig wettbewerbsfähig. Davon profitieren nach dem Exit auch die Aktionäre.“

Düsseldorf, 1. November 2018

Unternehmen, die zuvor im Besitz von Finanzinvestoren aus dem Private-Equity-Segment waren, entwickeln sich an der Börse deutlich besser als andere Parkettneulinge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC über 600 europäische Börsengänge seit Anfang 2009 analysiert hat. Demnach hat sich der Aktienwert der 243 ehemaligen Private-Equity-Beteiligungen seit ihrem jeweiligen Listing um 49,6 Prozent verbessert. Der Börsenwert der übrigen 364 Firmen stieg dagegen nur um 44,4 Prozent.

„Private-Equity-Fonds haben ihre Strategie in den letzten Jahren stark angepasst. Wir sehen ein deutlich langfristigeres Denken und auch mehr Investitionen in die eigenen Beteiligungen. Das schlägt sich in realen Wertsteigerungen nieder, die nach dem Börsengang über die Kursentwicklung natürlich auch den neuen Eigentümern zugutekommen.“

Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland

Private-Equity-Fonds erzielen beim Börsengang bessere Preise

Auffällig ist allerdings, dass viele frühere Private-Equity-Beteiligungen eine gewisse Zeit brauchen, bis sie die anderen Börsenneulinge hinsichtlich ihrer Wertsteigerung überholen. So lag ihr Aktienkurs einen Monat nach dem IPO im Schnitt erst um 5,7 Prozent im Plus – während es bei den übrigen Parkettdebütanten 9,0 Prozent waren. Auch nach sechs Monaten (11,6 Prozent verglichen mit 13,7 Prozent) und nach zwölf Monaten (16,9 Prozent zu 20,9 Prozent) hingen die ehemals Private-Equity-gestützten Unternehmen noch hinterher. Erst im zweiten bzw. dritten Jahr begannen sich die Verhältnisse umzukehren. „Das zeigt aus meiner Sicht zweierlei“, sagt Nadja Picard, Leiterin des Bereichs Capital Markets bei PwC Deutschland.

„Zum einen bringen Unternehmen, die von Private-Equity-Investoren fitgemacht wurden, eine Menge Substanz mit. Zum anderen schaffen es diese Investoren besser als andere Eigentümer, einen angemessen IPO-Preis zu realisieren.“

Nadja Picard, Leiterin des Bereichs Capital Markets bei PwC Deutschland

Das liege unter anderem auch daran, dass Private-Equity-Gesellschaften häufig schon bei der Investition in ein Unternehmen den späteren Exit im Blick haben und das Unternehmen gezielt darauf vorbereiten. „Private-Equity-Manager haben oftmals ein gutes Verständnis davon, wie institutionelle Investoren auf ein Unternehmen schauen, welche Eigenschaften ihnen wichtig sind und welche Daten und Informationen sie benötigen, um sich ein gutes Bild vom zukünftigen Entwicklungspotential des Börsenkandidaten zu machen“, so Picard weiter. Privat geführte Unternehmen setzten sich dagegen häufig erst im Rahmen des IPO-Prozesses mit den Bedürfnissen von Kapitalmarktinvestoren auseinander. „Das ist dann allerdings oftmals zu spät, um beispielsweise zusätzliche Informationen in ausreichender Tiefe und Qualität bereitzustellen oder gar an der strategischen Ausrichtung zu arbeiten“, erläutert Picard.

Der Großteil des Erlöses landet beim Fonds – nicht beim Unternehmen

Das Ranking der größten Private-Equity-gestützten Börsengänge seit 2009 führen der britische Zahlungsdienstleister Worldpay (Emissionserlös: 3,35 Milliarden Euro), das dänische Windenergieunternehmen Dong (2,65 Milliarden Euro) und der britische Online-Marktplatz Auto Traders Group (2,23 Milliarden Euro) an. Die – gemessen an der Zahl der Börsen-Exits – aktivsten Finanzinvestoren waren CVC und Nordic Capital, die jeweils elf ihrer Portfolio-Unternehmen aufs Parkett brachten. Mit acht Börsengängen folgen Bain Capital, EQT und Apax. In Deutschland liegen Apollo und Triton mit je zwei IPOs vorn. Berücksichtigt wurden grundsätzlich nur Börsengänge mit einem Emissionserlös von mindestens 50 Millionen Euro. Wie die PwC-Auswertung darüber hinaus zeigt, landeten 54 Prozent der IPO-Einnahmen bei den Private-Equity-Fonds und nur 46 Prozent bei den an die Börse gebrachten Unternehmen. Die wiederum verwendeten das Geld in den meisten Fällen, um Schulden zurückzuzahlen (37 Prozent) oder für „allgemeine Zwecke“ (33 Prozent). Deutlich seltener dienten die Erlöse explizit zur Expansion (7 Prozent), als Working Capital (7 Prozent), für Investitionen (2 Prozent) oder für Forschung und Entwicklung (2 Prozent). „Das heißt aber nicht, dass die betreffenden Unternehmen solche Bereiche vernachlässigen“, ergänzt Private-Equity-Experte Roberts. „Es ist vielmehr so, dass die Firmen die Mittel hierfür aus anderen Quellen nehmen.“

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 250.000 Mitarbeiter in 158 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter
www.pwc.com/structure.

Contact us

Patrick Torka

PwC Communications, PwC Germany

Tel.: +49 211 981-4313

Follow us