Deutscher Startup Monitor: Auskopplung Hamburg

PwC-Studie 2020: Startups in der Hansestadt stemmen sich mutig gegen die Krise

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Trotz Umsatzrückgängen: Hamburger Startups setzen auf Expansion

Die COVID-19-Pandemie hat auch die Startup-Szene hart getroffen: 78 Prozent der Hamburger Gründer:innen berichten, dass die Corona-Krise ihre Geschäfte negativ beeinträchtigt hat. Dabei sind 7 von 10 Startups in der Hansestadt von Umsatzrückgängen betroffen (bundesweit: 60 Prozent). Dennoch verfolgen die Entrepreneure in der Hansestadt ambitionierte Zukunftspläne: Drei von vier Hamburger Startups wollen ins Ausland expandieren. Zudem planen sie im Schnitt sechs Neueinstellungen – und profitieren dabei von der hohen Anziehungskraft der Stadt für Talente.

„Hamburger Startups sind im bundesweiten Vergleich häufig erfahrener und weiter in ihrer Entwicklung. Sie sind auf Wachstum und Wertsteigerung fokussiert und wollen expandieren – auch international. Da trifft sie die Corona-Krise besonders empfindlich. Gerade in dieser Phase, in der sie verstärkt Kapital für die Umsetzung ihrer Wachstumspläne brauchen, fließt das Geld von Risikokapitalgebern und Business Angels in Folge der Corona-Krise nicht mehr so locker.“

Thorsten Dzulko, Standortleiter von PwC in Hamburg

Die Studie im Überblick

Zeichen auf Wachstum: Viele Neueinstellungen und Expansion ins Ausland

Hamburger Startups sind im bundesweiten Schnitt häufig schon einen Schritt weiter: Rund 40 Prozent stecken bereits voll in der Wachstumsphase (bundesweit sind es nur 23 Prozent) – und strecken ihre Fühler damit verstärkt Richtung Ausland aus. Fast drei Viertel der Startups in Hamburg (73 Prozent) planen den Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten – und damit deutlich mehr als im bundesweiten Schnitt (66 Prozent).

Und auch personell sind die Hamburger Startups mit 21 Beschäftigten deutlich stärker aufgestellt als im bundesweiten Schnitt (17 Mitarbeitende). In den kommenden 12 Monaten wollen sie kräftig weiter einstellen. Im Schnitt sollen in Hamburger Startups sechs neue Kolleginnen und Kollegen dazu kommen. Gefragt sind dabei vor allem Expert:innen mit digitaler Expertise: Denn fast 80 Prozent der Startups aus Hamburg setzen mittlerweile auf digitale Geschäftsmodelle (bundesweit zwei Drittel). 

Die Stärken und Schwächen des lokalen Startup-Ökosystems

Die besonderen Stärken der Stadt sehen die Befragten in der Erreichbarkeit wichtiger Personengruppen: 78 Prozent schätzen die Nähe zu Universitäten, 62 Prozent bezeichnen das Netzwerk zu anderen Startup-Gründer:innen als gut, immerhin 44 Prozent sind mit dem Zugang zu Beratern und Mentoren zufrieden. Deutlich besser als noch im Vorjahr bewerten die Befragten die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal vor Ort: Damit ist mittlerweile jedes zweite Startup zufrieden, vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 35 Prozent. Auch die Anziehungskraft der Hansestadt für Talente von außerhalb kommt gut weg: 69 Prozent der Entscheider:innen bewerten diese als positiv.

Besonders zu schaffen macht den Entrepreneuren in der Hansestadt allerdings die angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt: Jedes zweite Startup hält die Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien in Hamburg für schlecht. Zudem sehen die Hamburger Gründerinnen und Gründer den Zugang zu Kapital und Investitionen am Standort kritisch: 42 Prozent geben Hamburg bei diesem Thema schlechte Noten. 

Das Video zur Veranstaltung: Hamburger Auskopplung des DSM 2020

Sie haben die Präsentation der Hamburger Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors verpasst? Oder wollen sich die Veranstaltung noch einmal in Ruhe anschauen – zum Beispiel das Interview mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher oder die Diskussion mit Vertreter:innen der Startup-Szene? Kein Problem – das alles finden Sie in der Aufzeichnung. Und jetzt – MAZ ab!

So finanzieren sich die Hamburger Startups

Hamburger Startups greifen bereits deutlich häufiger auf externes Kapital zurück (80 Prozent versus 63 Prozent bundesweit). Jedes zweite Unternehmen finanziert sich zudem über Business Angels, bundesweit ist es nur jedes dritte. Zugang zu Risikokapital hat immerhin fast jedes vierte Hamburger Jungunternehmen (22 Prozent vs. 19 Prozent deutschlandweit). In der Krise berichten die Hamburger Startup-Entscheider:innen überdurchschnittlich häufig von einer ausbleibenden Finanzierung durch Wagniskapital. Darunter leidet derzeit jede zweite Gründer:in in der Hansestadt, bundesweit ist es nur jede Dritte. 

Zufriedenheit mit dem Standort sinkt

Insgesamt sehen die Hamburger Jungunternehmer:innen die Standortbedingungen in der Hansestadt zunehmend kritisch: Nur noch 38 Prozent der Startup-Entscheider:innen an Alster und Elbe bewerten das Startup-Ökosystem vor Ort als gut. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr, als sich noch mehr als jeder Zweite (54 Prozent) zufrieden zeigte – und auch bedeutend weniger als im bundesweiten Vergleich, wo 61 Prozent der Startups die Bedingungen an ihrem Standort positiv bewerten. 43 Prozent sind dem Standort gegenüber neutral eingestellt (bundesweit: 24 Prozent).

Besonders leiden die Hamburger Gründerinnen und Gründer unter der angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt und dem Corona-bedingt immer schwierigeren Zugang zu Kapital und Investitionen.

„Wir beobachten eine starke Widerstandsfähigkeit und Kreativität bei den Hamburger Gründerinnen und Gründern. Sie passen ihre Geschäftsmodelle auf die aktuelle Lage an, organisieren digitale Networking-Events und unterstützen sich gegenseitig. Gleichzeitig spüren wir aber auch großen Unterstützungsbedarf, insbesondere in Hinblick auf die finanzielle Situation. Hier braucht es dringend positive Signale.“

Christoph Haß und Jannis Grube,Koordinatoren der PwC-Initiative NextLevel in der Region Nord

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 8. Deutsche Startup Monitor, den PwC in Kooperation mit dem Bundesverband Deutsche Startups e. V. und der Universität Duisburg-Essen erstellt hat. An der Studie haben sich knapp 2.000 deutsche Startups beteiligt, darunter 113 Startups aus Hamburg. 

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