Gesundheitswesen

Nach der Reform ist vor der Reform: Warum das deutsche Gesundheitssystem sich wandeln muss, um zukunftsfähig zu bleiben.

Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen

Der Experte für Ihre Fragen

Michael Burkhart

Michael Burkhart
Leiter Gesundheitswirtschaft und Managing Partner Region Mitte, PwC Germany
Tel.: +49 69 9585-0
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Das Gesundheitswesen ist Wachstumssegment, Jobmotor und Umsatztreiber für die deutsche Wirtschaft. Doch es ist auch unter Druck geraten: Zu den Herausforderungen zählen der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und die Kostenexplosion. Hinzu kommt, dass Unternehmen im Gesundheitswesen den Sprung in die digitale Ära bewältigen müssen, die ihnen zwar Chancen bietet, aber auch eine Strategie erfordert. Viele Unternehmen schenken diesen Themen noch zu wenig Beachtung und riskieren damit einen schleichenden Qualitätsverlust – den die Bürger bemerken: Jährliche Bevölkerungsbefragungen wie das Healthcare-Barometer von PwC zeigen, dass Versicherte das Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem verlieren. Sie kritisieren, dass Ärzte sich zu wenig Zeit nehmen und die Wartezeiten auf einen Facharzttermin zu lang sind.

Nehmen Politik und Gesundheitswirtschaft diese Unzufriedenheit nicht ernst, riskieren sie, dass die Bürger ihre Rechte lautstark einfordern, so wie heute bereits in der Klimapolitik. Es ist davon auszugehen, dass das Thema Healthcare die politische Debatte in den kommenden Jahren dominieren wird. Daher braucht das deutsche Gesundheitssystem eine grundlegende Reform – auch um den Risiken zu begegnen, die sich bereits heute insbesondere durch den Fachkräftemangel ergeben. Die PwC-Unternehmensberatung begleitet Organisationen und Unternehmen wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen, gesetzliche Krankenversicherungen und auch Pharmakonzerne bei diesem Wandel und hilft ihnen, den Sprung in die digitale Ära zu bewältigen.

 

In 30 Sekunden

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Das deutsche Gesundheitswesen hat viele politische Reformen erlebt. Doch wichtige Themen blieben dabei ausgeklammert. Drei Gründe, warum das deutsche Gesundheitssystem jetzt die große OP und nicht mehr den kleinen Eingriff braucht:

  1. Entwicklungen wie der demografische Wandel mit einer alternden Gesellschaft und einer großen Zahl von chronisch kranken Menschen, der Fachkräftemangel und der Kostenanstieg gefährden eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau für alle Menschen. Darauf muss die Gesundheitswirtschaft reagieren – auch durch den verstärkten Einsatz von digitalen Technologien.
  2. Die Unzufriedenheit der Versicherten mit dem deutschen Gesundheitssystem steigt. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Gesundheit in der Gesellschaft zu. Die Politik muss damit rechnen, dass Healthcare künftig die politische Debatte bestimmt wie heute der Klimawandel.
  3. Der Fachkräftemangel zieht Risiken nach sich, wie erste Skandale in der Pflege belegen. Daher stehen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft vor der Aufgabe, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Versorgung effizienter zu gestalten. Wie Unternehmen sich im Bereich Personal zukunftssicher aufstellen, ist auch Teil der Healthcare Beratung von PwC.

Das Gesundheitssystem in Deutschland im Überblick

Diese vier Prinzipien bestimmen das deutsche Gesundheitswesen.

Versicherungspflicht

In Deutschland muss jeder Mensch krankenversichert sein. Arbeitnehmer, deren Einkommen eine bestimmte Grenze nicht übersteigt, sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) pflichtversichert. Das betrifft 90 Prozent der Bürger. Wer mehr verdient, kann sich auch für eine private Krankenversicherung (PKV) entscheiden.

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Beitragsfinanzierung

Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich im Wesentlichen aus Beiträgen der Bürger und Arbeitgeber. Hinzu kommen Bundeszuschüsse aus Steuermitteln.

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Solidaritätsprinzip

Das deutsche Gesundheitswesen zeichnet sich durch das Solidarprinzip aus. Das bedeutet, dass jeder Versicherte der GKV medizinisch notwendige Leistungen unabhängig von seinem Einkommen erhält – in Form von Sachleistungen. In der Solidargemeinschaft tragen die Versicherten gemeinsam die Krankheitsrisiken.

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Selbstverwaltung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Recht zur Selbstverwaltung, ihr oberstes Gremium ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Die Gesundheitspolitik legt die Rahmenbedingungen fest.

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Fachkräftemangel: Den Pflegenotstand abwenden

Der Wettbewerb um Fachkräfte im Gesundheitswesen verschärft sich dramatisch: Nach Prognosen von PwC werden bis zum Jahr 2030 mindestens 400.000 Vollzeitkräfte fehlen, davon etwa 330.000 in der Kranken- und Altenpflege, wenn die Politik nicht entschieden gegensteuert. Ein erster Schritt ist mit dem Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals getan, doch das reicht nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.

Der Fachkräftemangel ist schon jetzt deutlich spürbar und schlägt sich auch in der Zufriedenheit der Versicherten mit dem Gesundheitssystem nieder. So kritisieren 40 Prozent der Befragten im Healthcare-Barometer 2019, dass Ärzte sich zu wenig Zeit nehmen. Ebenso nehmen die Patienten wahr, dass auch Krankenhäuser schlechter besetzt sind. Wie können Kliniken und Pflegeeinrichtungen gegensteuern? Künftig wird es darauf ankommen, die Versorgung effizienter zu gestalten – auch durch die Einbindung digitaler Technologien – und die Rahmenbedingungen für Health Professionals zu verbessern.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens

Digitale Technologien bergen große Chancen für das Gesundheitswesen. Sie können dazu beitragen, Therapien zu verbessern, Gesundheit bezahlbar zu halten und eine Versorgung auch in ländlichen Regionen zu gewährleisten. Doch während in anderen europäischen Ländern die Digitalisierung des Gesundheitswesens weit vorangeschritten ist, dominiert in Deutschland noch immer der Austausch auf Papier. Das Bundesministerium für Gesundheit treibt die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems voran. Kernstück ist die elektronische Patientenakte, die ab 2021 zum Einsatz kommt. Sie soll es Medizinern ermöglichen, sich einen schnellen Überblick über die Krankengeschichte eines Patienten zu verschaffen. Allerdings müssen dazu noch Fragen des Datenschutzes geklärt werden. Wie eine PwC-Studie zu den politischen Vorhaben im Gesundheitswesen belegt, begrüßen die Bürger in Deutschland die digitale Patientenakte. Bislang fehlt in Deutschland allerdings noch eine übergreifende Digitalstrategie, sodass die einzelnen Sektoren eigene Lösungen vorantreiben.

Mehr über die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen in Zahlen

55 %

der Bürger zählen das deutsche Gesundheitswesen zu den Top 3 der Welt, 2016 waren es noch 64 Prozent.

58 %

der Versicherten sehen im Bereich Facharzttermine den größten Handlungsbedarf, noch vor der Sicherstellung der ländlichen Versorgung (47 Prozent).

Über 12 %

des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet das Gesundheitswesen, 2018 waren das laut Bundesgesundheitsministerium 370 Milliarden Euro.

5,6 Mio.

Menschen sind im Gesundheitswesen beschäftigt. Damit stellt der Gesundheitssektor etwa jeden 8. Arbeitsplatz.

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Kurz vorgestellt

500 Branchenexperten, ein Ziel: an Ihrer Seite zu sein

Unternehmen der Gesundheitswirtschaft stehen vor enormen Herausforderungen. Doch die müssen sie nicht allein bewältigen –  PwC Unternehmensberater im Gesundheitswesen unterstützen Krankenhäuser, gesetzliche Krankenversicherungen, Pharmakonzerne und andere Organisationen bei diesen Herausforderungen mit ganzheitlichen Lösungsansätzen. Insgesamt 500 Branchenexperten arbeiten bei PwC, Deutschlands führender Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft, im Bereich Gesundheitswirtschaft an insgesamt 21 Standorten bundesweit. Sie unterstützen Unternehmen im Gesundheitsbereich dabei, ihre internen Prozesse zu verbessern, den regulatorischen Anforderungen zu genügen und den Sprung in die digitale Ära zu schaffen.

Michael Burkhart

Unsere Experte Michael Burkhart 

Michael Burkhart ist Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland sowie Standortleiter Frankfurt. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung bei PwC. Seine Branchenexpertise umfasst das ganze Gesundheitswesen – von Krankenhäusern über gesetzliche Krankenkassen, Pflegeheime, Diagnostikunternehmen, Medizinprodukte und Organisationen des öffentlichen Sektors. 

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Vorsprung durch Wissen: Mit den aktuellen Fachinformationen von PwC wissen Sie jederzeit, welche Trends den Gesundheitsmarkt bewegen, welche Neuregelungen der Gesetzgeber angestoßen hat und welche Chancen sich durch die Digitalisierung für das Gesundheitswesen in Deutschland ergeben.

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Wir sind davon überzeugt: Den großen Eingriff am Gesundheitswesen schaffen wir nur gemeinsam. Deshalb setzen wir auf Netzwerke. Der Gesundheitsclub Rhein-Main, den PwC im Jahr 2015 zusammen mit der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main gegründet hat, hat sich als Think Tank für das Gesundheitswesen etabliert. Drei Mal pro Jahr treffen sich Experten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, um über Gesundheitsthemen zu diskutieren, Lösungsansätze zu erarbeiten und für den Wissenstransfer zu sorgen.

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Eine Plattform zum intensiven Austausch bietet auch das Netzwerk women&healthcare, das sich – wie der Name verrät – an Frauen aus der Gesundheitswirtschaft richtet. Egal, ob Entscheiderin von heute oder Führungskraft von morgen: Das Frauennetzwerk will den Anteil von Frauen an der Spitze in der Gesundheitsbranche stärken und bei regelmäßigen Treffen den Dialog über aktuelle Entwicklungen ermöglichen.

 

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Sevilay Huesman-Koecke

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