Deutscher Startup Monitor: Auskopplung Hamburg

Ergebnisse 2019: Hamburger Startups haben gute Laune

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Thorsten Dzulko
Standortleiter PwC Hamburg
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Hamburger Startups fehlt es an Personal, Kapital und bezahlbaren Büroräumen

Hamburger Startup-Gründerinnen und -Gründer blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft: Sie wollen ihre Belegschaft kräftig ausbauen, ihre Umsätze verdreifachen und ausländische Märkte erobern. Schwierigkeiten bereitet ihnen jedoch die Suche nach bezahlbaren Büroräumen und qualifiziertem Personal sowie der Zugang zu externem Kapital.

„Die Stimmung bei den Hamburger Startups ist gut. Und das zu Recht, denn die Hansestadt bietet den Gründerinnen und Gründern einige sehr spezifische Vorteile: Einer davon ist die lange Kaufmanns-Tradition. Es gibt hier viele mittelständische oder familiengeführte Gesellschaften, die sehr unternehmerisch denken und sich als Business Angel – vom Sparringpartner bis zum Investor – für Startups engagieren. Zum zweiten gibt es in Hamburg viele Branchen, in denen wir rege Gründeraktivitäten beobachten, darunter die Kreativwirtschaft, der Handel- und Konsumgüterbereich oder auch die Logistik. In Kombination mit den Initiativen der Stadt ist damit eine gute Basis für die Vernetzung von Startups und etablierten Unternehmen geschaffen.“

Thorsten Dzulko, Standortleiter PwC Hamburg

Die Studie im Überblick

Hamburger Gründer sprühen vor Optimismus

Drei Viertel der Entscheider in Hamburger Startups und damit deutlich mehr als bundesweit (zwei Drittel) rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage im nächsten halben Jahr. Gleichzeitig gehen die Gründerinnen und Gründer in der Hansestadt davon aus, dass sie ihren Umsatz aus dem vergangenen Geschäftsjahr im nächsten Jahr mehr als verdreifachen können – von 1,3 Millionen Euro auf 4,4 Millionen Euro. Dafür setzen sie auch auf die Expansion ins Ausland: Fast 80 Prozent wollen ihre internationalen Aktivitäten ausbauen (bundesweit: 66 Prozent).

Interview: „Investiertes Risikokapital ist in Deutschland viel zu niedrig“

Hamburger Startups haben gute Laune: Sie finden in der Hansestadt günstige Bedingungen für ihr Business und sind auf Wachstumskurs. Erschwert wird die Verwirklichung ihrer ehrgeizigen Pläne allerdings durch den Fachkräftemangel. Wieso es in Hamburg nicht leicht ist, an hochqualifizierte Mitarbeiter zu kommen und wie die Hamburger Startups beim Thema Finanzierung aufgestellt sind, erläutern Thorsten Dzulko, Standortleiter von PwC in Hamburg, und Christoph Haß, der die PwC-Initiative NextLevel in der Region Nord leitet, im Interview.

Zum Interview

Personalsuche macht den Entscheidern zu schaffen

Um ihre ambitionierten Pläne in die Realität umzusetzen, braucht es vor allem eins: gutes Personal. Vier von fünf Hamburger Startup-Entscheidern wollen entsprechend in neue Mitarbeiter investieren. Die Zahl der Beschäftigten soll in den kommenden zwölf Monaten um 10 (bundesweit: 8) steigen – von 15 auf 25. Jeder Dritte bezeichnet den Zugang zu qualifiziertem Personal in Hamburg allerdings als schlecht. Schuld daran ist auch das knappe und teure Wohnungsangebot.

Zufriedenheit mit dem Standort unter dem Bundesdurchschnitt

Insgesamt bewertet die Mehrheit der Hamburger Gründerinnen und Gründer (54 Prozent) das Startup-Ökosystem in der Hansestadt als gut. Damit liegt Hamburg bei der Standortzufriedenheit allerdings unter dem bundesweiten Durchschnitt (58 Prozent). Positiv bewerten die Hamburger Gründerinnen und Gründer die Nähe zu Universitäten (78 Prozent) und das gute Netzwerk zu anderen Gründern (63 Prozent). Knapp die Hälfte hält die wirtschaftspolitischen Initiativen für sehr gut oder gut – dieser Wert liegt etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Zudem profitieren sie von der Wirtschaftskraft der Metropolregion: Knapp zwei Drittel (63 Prozent) kooperieren mit anderen Startups, 77 Prozent arbeiten eng mit etablierten Unternehmen zusammen.

Finanzierung ist eine der größten Herausforderungen

Die Kapitalbeschaffung zählt auch in Hamburg zu den größten Hürden. Bei diesem Thema klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander: Die bevorzugten Kapitalquellen der Startup-Entscheider sind Business Angels (53 Prozent), staatliche Fördermittel (48 Prozent) und Venture Capital (47 Prozent). Tatsächlich erfolgt die Finanzierung in der Hansestadt aber primär über eigene Ersparnisse (82 Prozent). Business Angels haben sich in Hamburg als gängige Geldquelle etabliert: 42 Prozent finanzieren sich über diesen Weg, bundesweit nur 23 Prozent. Risikokapitalgeber sind dagegen Mangelware: Nur 19 Prozent haben Zugang zu Venture Capital.

Hamburg wählt grün

Jeder zweite Hamburger Jungunternehmer würde grün wählen (48 Prozent). Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Doch auch wenn die Hamburger Startups politisch mit den Grünen sympathisieren, so setzen sie inhaltlich weniger auf grüne Themen als das bundesweit der Fall ist. Nur 33 Prozent zählen sich zur Green Economy (bundesweit 37 Prozent); lediglich 41 Prozent wollen mit ihrem Unternehmen eine positive gesellschaftliche oder ökologische Wirkung erzielen (bundesweit 51 Prozent).

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt die Regionalauskopplung des 7. Deutschen Startup-Monitors (DSM), an der mehr als 140 Unternehmen aus Hamburg teilgenommen haben. Den bundesweiten DSM mit knapp 2.000 Befragten haben der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und im November 2019 veröffentlicht.

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Christoph Haß

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