Im Private-Equity-Umfeld beginnt Wertschöpfung mit Transparenz – und CFOs stehen stärker denn je im Fokus

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  • 5 Minuten Lesezeit
  • 28 Jan 2026

CFOs in Private-Equity‑beteiligten Portfoliounternehmen stehen unter wachsendem Druck, belastbare, wertsteigernde Erkenntnisse zu liefern, die sowohl das Umsatzwachstum als auch die operative Wertschöpfung vorantreiben – und das in einem höchst volatilen makroökonomischen Umfeld. In einem Markt, in dem Rückenwind nicht mehr selbstverständlich ist, rückt der Nachweis von Wertschöpfung über operative Hebel stärker in den Mittelpunkt – reine Deal-Mechanik reicht nicht mehr aus. Gleichzeitig erschweren fragmentierte Systemlandschaften, Kompetenzlücken und steigende Reporting-Anforderungen den Finanzbereichen, die vorausschauenden, strategischen Einblicke zu liefern, die Private-Equity-Investoren erwarten.

Executive Summary

Unsere Befragung von über 200 CFOs aus Portfoliounternehmen in Großbritannien und Europa zeigt: Finanzbereiche müssen sich zu einem skalierbaren, insight-getriebenen Werttreiber entwickeln – gestützt auf integrierte Daten, Automatisierung und die richtigen Kompetenzen im Team. Die Ergebnisse machen deutlich, wo CFOs Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren, was leistungsstarke Finanzfunktionen anders machen und welche konkreten Schritte Verantwortliche jetzt gehen können, um die Entscheidungsunterstützung zu stärken, das Vertrauen von Investor auszubauen und frühzeitig die Weichen für einen erfolgreichen Exit zu stellen.

Über die gesamte Studie hinweg lassen sich drei zentrale Themen als Fundament exzellenter Finanzfunktionen identifizieren:

  1. People & Talent: Aufbau skalierbarer, anpassungsfähiger Fähigkeiten, die das Unternehmenswachstum begleiten
  2. AI & Technology: Verbesserung der Entscheidungsunterstützung durch integrierte Daten und Automatisierung
  3. Exit Readiness: Verankerung von Wertschöpfungsdisziplinen früh im Investmentzyklus, um eine überzeugende Exit-Story zu gestalten

Zu jedem dieser Schwerpunkte zeigen wir die wichtigsten Erkenntnisse sowie konkrete Handlungsempfehlungen auf, wie CFOs ihre Finanzfunktion so ausrichten können, dass sie sowohl die aktuellen Anforderungen erfüllt als auch langfristige Wertschöpfung nachhaltig unterstützt.

1. People & Talent

Zentrale Studienergebnisse:

  • Workforce-Kompetenzen haben oberste Priorität. Sowohl Investor als auch Portfoliounternehmen sehen Skills als größte Herausforderung – noch vor Technologie und ESG. Ohne die richtigen Fähigkeiten kann selbst eine leistungsfähige Systemlandschaft ihr Potenzial nicht voll entfalten.
  • Leadership-Entwicklung bleibt hinter dem Wachstum zurück. Nachfolge- und Entwicklungspfade für Führungskräfte sind häufig nicht ausreichend definiert – ein Risiko, das mit zunehmender Unternehmensgröße weiter steigt.
  • Lernangebote sind vorhanden, werden aber nicht konsequent genutzt. Viele Teams verfügen über entsprechende Tools, es fehlt jedoch an klar strukturierten Entwicklungs- und Upskilling-Pfaden, um Kompetenzen schnell und gezielt auszubauen.
  • Finance Business Partnering ist noch nicht durchgängig strategisch ausgerichtet. Finanzteams sind operativ gut eingebunden, werden aber nicht in allen Fällen als gleichwertige strategische Sparringspartner für das Business wahrgenommen.

Was das für CFOs bedeutet

Talent ist ebenso investitionskritisch wie Technologie. Fehlende Führungskapazitäten bremsen die Wertschöpfung und schwächen das Vertrauen der Investor. Kontinuierliches Upskilling, frühzeitige Nachfolgeplanung und klare Rollenbilder sind zentrale Stellhebel für nachhaltige Performance.

Unsere Handlungsempfehlungen

  • In gezielte Entwicklungsprogramme investieren, um Fähigkeiten aufzubauen, die mit der Wachstumsambition des Unternehmens Schritt halten
  • Nachfolge frühzeitig planen, um auf allen wesentlichen Ebenen eine belastbare Leadership-Basis zu schaffen und zu erkennen, wann aufgrund steigender Komplexität Veränderungen nötig sind
  • Die Talentstrategie konsequent am Deal-Lifecycle (Entry, Transformation, Exit) ausrichten
  • Leistungsstarke Verhaltens- und Kompetenzmerkmale klar definieren und systematisch messen
  • Auf die zentralen Engagement-Treiber fokussieren: Rollenclarity, Entwicklungsperspektiven und Anerkennung

2. AI & Technology

Zentrale Studienergebnisse

  • Systeme und Daten sind weiterhin fragmentiert. Traditionelle Prozesse sind häufig automatisiert, doch integrierte, konsistente Daten fehlen vielerorts – mit negativen Folgen für ein belastbares Performance Management.
  • Predictive Analytics und KI werden noch zu wenig genutzt. Das Reporting ist zwar digitaler geworden, dennoch fließt ein Großteil der Zeit in die Erstellung von Zahlen – statt in die vorausschauende Steuerung von Performance und Risiken.
  • Performance Management ist nicht konsequent an strategischen Prioritäten ausgerichtet. Reports sind oft nur unzureichend mit Zielen der langfristigen Wertschöpfung verknüpft.
  • Die Erwartungen der Investor steigen – ebenso wie die der Limited Partner (LPs) an PE‑Häuser. Stakeholder verlangen integrierte, häufigere und stärker vorausschauende Berichterstattung über Finanz-, ESG- und operative Kennzahlen – klar verknüpft mit der Investment-These und das bereits früh im Investmentzyklus.

Was das für CFOs bedeutet

Von CFOs wird zunehmend erwartet, Performance nicht nur zu berichten, sondern frühzeitig zu antizipieren. Durch Advanced Analytics und Automatisierung können Finanzbereiche verlässlichere Insights liefern, die Entscheidungsunterstützung verbessern und Freiräume für strategische Fragestellungen schaffen.

Unsere Handlungsempfehlungen

  • Künstliche Intelligenz (KI) im Performance Management verankern, um von rein beschreibenden zu vorausschauenden und handlungsleitenden Insights zu gelangen
  • Datenflüsse standardisieren und automatisieren, um eine „Single Source of Truth“ zu etablieren
  • KPIs neu ausrichten und finanzielle wie nicht-finanzielle Werttreiber konsequent mit der Exit-Strategie verknüpfen
  • Finance-Talente gezielt im Umgang mit KI und Automatisierung befähigen
  • Investor durch interaktives, zukunftsorientiertes Reporting einbinden und so Vertrauen nachhaltig stärken

3. Exit Readiness

Zentrale Studienergebnisse

  • Wertschöpfungsplanung ist uneinheitlich ausgeprägt. Einige Portfoliounternehmen verfügen noch immer nicht über einen klar definierten Value-Creation-Plan – mit direkten Nachteilen in der Exit-Situation.
  • Finance und Backoffice werden in der Wertschöpfung häufig nur als „Cost Center“ gesehen. Dabei wird die zentrale Enabler-Rolle der Finanzfunktion für die Umsetzung der Investment-These unterschätzt. Sind gut kontrollierte, kosteneffiziente Geschäftsprozesse etabliert, kann Finance zeitnahe, belastbare und umsetzbare Insights liefern, die fundierte Entscheidungen erst ermöglichen.
  • Der Reifegrad der Finance-Prozesse ist sehr unterschiedlich. Während Abschluss- und Konsolidierungsprozesse oft effizient aufgesetzt sind, besteht im Performance Management und bei People & Capabilities Nachholbedarf – ein Defizit, das sich regelmäßig in der Financial Due Diligence zeigt.
  • Leadership-Entwicklung ist unterpriorisiert. Unzureichende Nachfolgeplanung wird von potenziellen Käufer als klares Warnsignal gewertet.
  • Strategische Ausrichtung ist nicht durchgängig konsistent. Nur wenige Befragte sehen sich als Top-Performer mit ausgewogenen, zukunftsorientierten Steuerungsgrößen, die auf verlässlichen Daten basieren.

Die Fähigkeiten und die Entwicklung des Finanzteams werden als das größte Hindernis für Wertschöpfung und Wachstum angesehen

  • Hauptursachen: begrenzte Ressourcen, Qualifikationslücken, ineffiziente Betriebsmodelle
  • PE sieht den Aufbau von Fähigkeiten und die Teamentwicklung als entscheidenden Hebel für die Erschließung zusätzlicher Leistungsreserven

30 % der befragten PE sind der Meinung, dass das Finanzteam von PortCo ein besserer Geschäftspartner sein und das Geschäft stärker herausfordern könnte

Die Rolle des CFO ist …

Prozentualer Anteil unter den befragten PEs nach Kategorie

Was das für CFOs bedeutet

CFOs müssen nicht nur saubere Zahlen liefern, sondern die Resilienz, Skalierbarkeit und eine belastbare Value‑Creation-Story belegen. Käufer testen die Qualität von Forecasts, Working-Capital-Disziplin sowie die Realisierung von Integrationssynergien und Skaleneffekten. Gleichzeitig bewerten sie die Stärke des Führungsteams, um beurteilen zu können, ob die Strategie anhand klar verknüpfter, zukunftsorientierter KPIs auch über den aktuellen Zyklus hinaus nachhaltig umgesetzt werden kann.

Unsere Handlungsempfehlungen

  • Einen klaren Value‑Creation‑Plan definieren und umsetzen, der nachvollziehbar zeigt, wie Wert geschaffen wurde – und wie diese Wertschöpfung unter neuer Eigentümerschaft fortgeführt werden kann
  • Wo möglich Prozesse standardisieren, Reporting automatisieren, konsistente und transparente Daten sicherstellen und früh im Investmentzyklus in skalierbare Finance‑Plattformen und Reporting-Lösungen investieren
  • Leadership-Entwicklung und Nachfolgeplanung priorisieren, um eine starke Führungsmannschaft für den gesamten Ownership-Zyklus aufzubauen
  • Operative ESG‑Kennzahlen und weitere nicht-finanzielle KPIs integrieren, um die Erwartungen der Investor zu erfüllen und sich an dynamische regulatorische Anforderungen anzupassen

Wir unterstützen CFOs dabei, an den wirklich entscheidenden Stellen die Kontrolle zu übernehmen, strategische Entscheidungen zu stärken und zusätzlichen Wert zu heben – durch eine Finance Excellence, die zur Größe, Komplexität und zur jeweiligen Investment-These passt. Wertschöpfung und nachhaltiges Wachstum zu realisieren, ist herausfordernd – mit der richtigen Unterstützung kann der Finanzbereich jedoch gezielt zum Werttreiber werden.

In Closing

Wir unterstützen CFOs dabei, an den wirklich entscheidenden Stellen die Kontrolle zu übernehmen, strategische Entscheidungen zu stärken und zusätzlichen Wert zu heben – durch eine Finance Excellence, die zur Größe, Komplexität und zur jeweiligen Investment-These passt. Wertschöpfung und nachhaltiges Wachstum zu realisieren, ist herausfordernd – mit der richtigen Unterstützung kann der Finanzbereich jedoch gezielt zum Werttreiber werden.

Wie PwC Sie unterstützt

Wir begleiten unsere Mandanten entlang des gesamten Deal Cycles – von der Vorbereitung auf die Transaktion über die Stabilisierung nach Closing bis hin zur langfristigen Transformation der Finanzfunktion.

Unser Team bringt mit:

Expertise in finance transformation, integration and exit readiness.

  • Umfassende Expertise in Finance Transformation, Integration und Exit Readiness
  • Tools und Acceleratoren, die Wertschöpfung und Veränderung durch exzellente Finanzprozesse unterstützen
  • Tiefgehende Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Private‑Equity-Häusern und Portfoliounternehmen
  • Einen pragmatischen, hands-on Ansatz mit der nachgewiesenen Fähigkeit, schnell belastbare Insights zu liefern

Unsere Lösungen für Private-Equity-Häuser und Portfoliounternehmen

Wir unterstützen CFOs und Investor entlang des gesamten Deal Cycles – von Post‑Deal- und Day‑1‑Stabilisierung bis hin zur langfristigen Transformation:

  • Financial Due Diligence Add-On - Finance Maturity Assessment: Wir erweitern die Financial Due Diligence um ein Finance Maturity Assessment, das auf den erhobenen FDD-Daten aufsetzt. So entsteht ein konkret umsetzbarer Finance Transformation Plan inklusive einer Kosten- / Nutzenabschätzung, der die Investment-These gezielt in messbare Wertsteigerung übersetzt.
  • Finance Task Force: Schnelle Stabilisierung der Finanzorganisation nach dem Deal und Sicherstellung der Compliance mit gesetzlichen Vorgaben sowie Investorenanforderungen.
  • Buy-and-Build Readiness: Aufbau skalierbarer Backoffice-Plattformen, die Add-on-Akquisitionen nahtlos integrieren – ausgerichtet auf die Zielgröße des Unternehmens und den geplanten Exit-Zeitpunkt.
  • Add-on-Integration: Effiziente Integration der Finanzfunktion – von Organisationsstruktur über End-to-End-Prozesse und Systeme bis hin zum Reporting – zur Steigerung operativer Effizienz und Skalierbarkeit.
  • Tech-driven Value Creation: Einsatz von ERP-Lösungen, Automatisierung und Analytics, um zukunftsfähige Finanzorganisationen aufzubauen.
  • Permanent Exit Readiness: Kontinuierliche Steuerung und Berichterstattung zu den zentralen Werttreibern der Portfoliounternehmen, um Exit-Fenster optimal zu nutzen und den Wertbeitrag zu maximieren.

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Dr. Ralf Ulrich Braunagel

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Partner, PE Leader, PwC Germany

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Christian Jöhnk

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