Anti-Fraud Management Assessment

Bilanzfälschung, Untreue, Marktmanipulation oder gewerbsmäßiger Betrug: Aus nahezu jedem zweiten Unternehmen heraus werden wirtschaftskriminelle Straftaten – auch Fraud genannt – begangen. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Economic Crime Survey 2020 von PwC. Der Gesetzgeber bringt aktuell eine Vielzahl von Gesetzesentwürfen auf den Weg, um solche Straftaten effizienter zu bekämpfen.

Die gesetzlichen Anforderungen an die Corporate Governance und zur Einführung eines Hinweisgebersystems werden dadurch schärfer und die (straf-)rechtlichen Konsequenzen für kriminelle Akteure und Unternehmen härter. Auf diese Weise soll die Integrität der Unternehmen, aber auch die des deutschen Finanzmarktes gestärkt werden.

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Gunter Lescher ist Partner im Bereich Forensic Services bei PwC Deutschland

Gunter Lescher
Partner, Forensic Services bei PwC Deutschland
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Schwachstellen beseitigen, Compliance sicherstellen

Für alle Unternehmen, unabhängig von Größe und Industrie, gilt deshalb: Sie müssen künftig ein besonderes Augenmerk auf ihre Maßnahmen zum Schutz vor wirtschaftskriminellen Handlungen richten – etwa das Interne Kontrollsystem (IKS) stärken und effektive Hinweisgebersysteme einführen. Nur so können sie die (künftigen) gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

„Unternehmensführung und Aufsichtsrat müssen mehr denn je sicherstellen, dass in ihrem Unternehmen ein angemessenes und vor allem wirksames Anti-Fraud Management existiert.“

Gunter LescherPartner, Forensic Services bei PwC Deutschland

Warum für Unternehmen kein Weg an einem wirksamen Anti-Fraud Management vorbeiführt

  • Börsennotierte Unternehmen sind verpflichtet, ein wirksames internes Kontroll- und Risikomanagementsystem einzurichten.
  • Die Anforderungen an die Mitglieder von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss werden qualitativ erweitert.
  • Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat zukünftig ausgedehnte Ermittlungsbefugnisse und Zugriffsrechte auf Unternehmen, etwa in Form von Durchsuchungs- und Beschlagnahmerechten.
  • Unternehmen sind zur Einrichtung unabhängiger, unternehmensinterner Meldestellen und Meldewege für anonyme Hinweise verpflichtet und müssen auch Folgemaßnahmen durchführen.
  • Der Unternehmensführung und dem Aufsichtsrat drohen bei Verstößen gegen Rechnungslegungsvorschriften höhere Strafen.
  • Neben der Verhängung von Sanktionen in Höhe von bis zu zehn Prozent des jährlichen Konzernumsatzes gegen das Unternehmen und Strafen gegen dessen Leitungspersonen droht auch die Gewinnabschöpfung.

Die Lösung: Anti-Fraud Management Assessment

Verfügt Ihr Unternehmen über ein wirksames Anti-Fraud Management (AFM)? Woran messen Sie dessen Wirksamkeit? Haben Sie ein Hinweisgebersystem etabliert? Können Mitarbeiter oder auch Kunden anonym Hinweise abgeben, wenn ein Betrugsverdacht besteht? Wie stark ist Ihr System zum Schutz vor Fraud im Vergleich zu dem Ihrer Wettbewerber?

Mit dem modular aufgebauten Anti-Fraud Management Assessment unterstützen Sie die PwC-Experten dabei, den Reifegrad Ihrer Maßnahmen zum Schutz vor Wirtschaftskriminalität zu bewerten. Unsere Lösung besteht aus drei Elementen und verknüpft bewährte Standards und Methoden mit modernen Ansätzen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Ziel ist es, Verbesserungspotenziale im Zusammenspiel der unterschiedlichen Stakeholder Ihres Fraud-Eco-Systems – also Aufsichtsrat, Unternehmensleitung, Compliance oder Risk Management, Interne Revision und Abschlussprüfer – zu erkennen.

Im Rahmen des Assessments stellen wir ausgewählte Fraud-anfällige Strukturen, Prozesse und Kontrollen in Ihrem Unternehmen auf den Prüfstand. Dabei greifen wir auf unsere langjährigen, insbesondere im Rahmen von Sonderuntersuchungen gewonnenen, Erfahrungen zurück und berücksichtigen bewährte Best-Practice-Methoden.

Unser Ansatz

Kennzahlengestützte Fraud-Analyse

Wir identifizieren Fraud-Muster, indem wir „Red Flags“ überprüfen. Dabei kommen mathematische und statistische Analysen, Data Mining und Advanced Analytics zum Einsatz.

Wir scannen branchenspezifische Bilanzkennzahlen auf der Basis von vorhandenen Datenquellen. Um Anomalien festzustellen, vergleichen wir die Informationen mit einer Peer Group und analysieren die Daten im Zeitverlauf, das heißt, wir vergleichen die Kennzahlen des aktuellen Jahresabschlusses mit den historischen Werten der vergangenen fünf Jahre.

KI-basierte Risk Intelligence

Wir identifizieren mögliche Reputations- und Compliance-Risiken, indem wir Ereignisse rund um den Globus kontinuierlich scannen. Dafür nutzen wir die weltweit größte öffentlich zugängliche Nachrichtendatenbank und erstellen für Sie Analysen auf der Basis von Künstlicher Intelligenz (KI). Dabei wählen wir die Themen individuell für Ihr Unternehmen aus.

Unsere smarten Tools ermöglichen unter anderem eine KI-basierte Überwachung relevanter Themen und die Identifizierung von Trends. Zudem bieten wir ein Flagging von aufkommenden Risiken durch Überwachung negativer Sentiments an.

Erfahrungsbasierte Einschätzung des Status quo

Die PwC-Experten nehmen eine qualitative Einschätzung des Status quo und der Funktionsfähigkeit Ihres Anti-Fraud Managements vor. Dafür setzen wir auf einen auf Ihr Unternehmen sowie ausgewählte Zielgruppen und Mitarbeiter (Aufsichtsrat, Vorstand, Compliance, Interne Revision und andere) zugeschnittenen Anti-Fraud Questionnaire. Dieser basiert auf den den sieben praxiserprobten Elementen eines Compliance-Management-Systems. So ermitteln die Experten den Reifegrad Ihrer Fraud-Prävention – und Sie können Stärken und Schwächen erkennen und gezielt beginnen, Defizite zu beheben.

Ihr Nutzen

  • Sie erhalten eine Fraud-spezifische Benchmark-Betrachtung der in Ihrem Unternehmen getroffenen Maßnahmen und Kontrollen. Dabei profitieren Sie von unseren Best-Practice-Ansätzen und unserer langjährigen Erfahrung.
  • Basierend auf der Einschätzung des Reifegrads Ihres Anti-Fraud Managements haben Sie die Möglichkeit, die von uns festgestellten Defizite entsprechend zu adressieren. So können Sie Schwachstellen schnellstmöglich beseitigen und sowohl Ihr Internes Kontrollsystem (IKS) als auch Ihr Risikomanagementsystem und Ihr Compliance Management System (CMS) durch wirksame Maßnahmen zur Fraud-Prävention gezielt verbessern.
  • Die Analysen ermöglichen es Ihnen, Vorreiter bei innovativen Ansätzen zur Prävention, Entdeckung und Aufklärung von Fraud zu sein. So lassen sich künftige Vermögensschädigungen Ihres Unternehmens eindämmen.
  • Durch die im Rahmen des Anti-Fraud Management Assessments gewonnenen Erkenntnisse und die daraus von Ihnen gezogenen Konsequenzen können Sie bei späteren behördlichen Ermittlungen nachweisen, dass sich Ihr Unternehmen detailliert mit Fraud-Risiken beschäftigt und diese adressiert hat. Entsprechende Aktivitäten können im Rahmen der Straf- und Sanktionszumessung mildernd berücksichtigt werden.

Einführung des Verbandssanktionengesetzes – „Unternehmensstrafrecht“

Neben Geldsanktionen in Höhe von bis zu zehn Prozent des jährlichen Konzernumsatzes sowie einer Pflicht der Staatsanwaltschaft zur Aufnahme der Ermittlungen sieht der aktuelle Gesetzesentwurf gleichzeitig „Vergünstigungen“ für Unternehmen vor, die in Compliance-Maßnahmen investieren und eigeninitiativ interne Untersuchungen zur Aufklärung von Straftaten durchführen (lassen).

Mehr erfahren

„Mit den Erkenntnissen aus unserer Analyse sind Unternehmen in der Lage, Schwachstellen bei der Fraud-Prävention zu beseitigen und den verschärften regulatorischen Anforderungen an die Corporate Governance gerecht zu werden.“

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Julian Schwarz

Julian Schwarz

Senior Manager, Forensic Services, PwC Germany

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