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Neue Technologien am Arbeitsplatz – Mitarbeiter wünschen mobile Lösungen

03 Januar, 2019

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter stärker in die Planung und Konfiguration digitaler Lösungen einbeziehen

Die moderne Arbeitswelt wird mit zunehmender Geschwindigkeit durch die digitale Transformation verändert. Unternehmen weltweit investieren mit Hochdruck in die Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse. Allerdings bewerten Vorstände den Nutzen neuer Software, IT-Systeme oder Apps wesentlich positiver als ihre Mitarbeiter, wie die PwC-Studie „Our status with tech at work: It‘s complicated“ ergab. 

An der branchen- und generationsübergreifenden Analyse nahmen 12.000 Führungskräfte und Mitarbeiter aus Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in Kanada, China, Hongkong, Deutschland, Indien, Mexiko, Großbritannien und den USA teil.

Vorstände sehen IT-Anforderungen erfüllt – viele Mitarbeiter nicht 

Während 90 Prozent der befragten Vorstände weltweit davon überzeugt sind, ihre im Betrieb implementierten, digitalen Lösungen erfüllen die Wünsche und Anforderungen ihrer Mitarbeiter, teilt nur gut die Hälfte der Belegschaft (53 Prozent) diese Meinung. Neun von zehn Führungskräften, aber nur 68 Prozent der Beschäftigten sind zufrieden mit der Funktionsweise digitaler Lösungen und deren Beitrag zur Verbesserung wesentlicher Arbeitsprozesse.

Dabei wissen 73 Prozent der Angestellten genau, welche Anwendungen dazu beitragen würden, in Zukunft die Qualität und Effektivität ihrer Arbeit zu verbessern. Gut 65 Prozent der Vorstände erklärten, sie seien beim Gebrauch der Anwendungen häufig frustriert, wenn diese nicht so funktionierten wie sie sollen.

In Deutschland sind lediglich 55 Prozent der befragten Angestellten der Ansicht, neu eingeführte Technologien in ihrem Unternehmen erleichterten und steigerten die Qualität ihrer Arbeit. In Großbritannien sind es 50 Prozent. In China und Hongkong wiederum sehen 84 Prozent sowie Indien 92 Prozent der Beschäftigten ihre IT-Belange berücksichtigt. 

„Mithilfe von Data Analytics wird bereits die Effizienz von Prozessen untersucht. Genauso wichtig ist es aber, Arbeitsroutinen und Schnittstellen auch aus Sicht der Mitarbeiter zu analysieren. Nur so lässt sich herausfinden, wie Prozesse erfolgreich digitalisiert und optimiert werden können.“

Petra Raspels, Partnerin und Leiterin People and Organisation bei PwC Deutschland

Mobile Lösungen erwünscht

Die Beschäftigten wünschen sich zunehmend mobile Lösungen im Job, doch lediglich 60 Prozent sind mit den vorhandenen Angeboten zufrieden. Andere wiederum fordern mehr Mitsprache und Input, bevor in der Chefetage strategisch über die Einführung neuer Technologien entschieden wird. Hier bietet sich die Chance zur Diskussion über das Thema Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf das eigene Arbeits- und Geschäftsmodell.

Bereitschaft für digitales Lernen vorhanden

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wachsen auch die Anforderungen: Mitarbeiter stehen zunehmend vor der Herausforderung, möglichst rasch die Nutzung neuer Anwendungen etwa im Bereich Robotic Process Automation (RPA) zu erlernen. Gleichzeitig wächst die Befürchtung in den Belegschaften, durch eine Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) könnten bestimmte Arbeitsplätze wegfallen. Während 88 Prozent der Vorstände überzeugt sind, KI könne die Arbeitswelt verbessern, teilen nur 48 Prozent der Angestellten diese Ansicht.

Im internationalen Vergleich sind Beschäftigte aller Branchen zwar bereit, sich im Schnitt 15 Stunden im Monat digital fortzubilden. Lediglich die Hälfte der Mitarbeiter und 64 Prozent der Manager sind aber zufrieden mit den Weiterbildungsangeboten ihrer Firma.

Arbeitnehmer in Deutschland und Großbritannien möchten sich im Schnitt je 10 Stunden pro Monat digital weiterbilden – verglichen zu 20 Stunden in China und Hongkong sowie 24 Stunden in Indien. In Deutschland sind 47 Prozent zufrieden mit dem Fortbildungsangebot ihres Unternehmens. Nach Schätzung des Weltwirtschaftsforums benötigen bis 2022 bereits mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Arbeitnehmer intensive Weiterbildungen im Bereich neuer Technologien.

Persönliches Gespräch bleibt wichtig 

Etwa 45 Prozent der Mitarbeiter bevorzugen das persönliche Gespräch anstelle digitaler Kanäle, etwa wenn es um Kommunikation mit Kollegen, dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung geht. Zwar wird die Bewertung durch virtuelle „Likes“ und Kommentare positiv gesehen, 56 Prozent sind aber der Ansicht, Technologien erhöhten die Distanz zwischen Kollegen.

Routinearbeiten oder allgemeine HR-Angelegenheiten wie Dienst- oder Urlaubsplanung erledigt jeder Zweite hingegen lieber auf digitalem Wege. Dadurch erlangen die Beschäftigten mehr Freiräume für anspruchsvollere Tätigkeiten. Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Beschäftigten mit Führungsaufgaben fühlt sich allerdings häufig von neuen Technologien am Arbeitsplatz überfordert; 61 Prozent erklärten, sie müssten mehr Zeit darauf verwenden, die Anwendungen ans Laufen zu bekommen, als sie wollten.

Befragte in Deutschland sehen KI skeptisch

Lediglich 36 Prozent der Befragten in Deutschland sind überzeugt, künstliche Intelligenz trage dazu bei, die Arbeitswelt zu verbessern. Verglichen dazu werten 47 Prozent der Befragten in Großbritannien den Nutzen von KI positiv – in Indien sind es 91 Prozent, in China und Hongkong 86 Prozent.

Jeder Zweite (49 Prozent) in Deutschland ist der Ansicht, digitale Technologien beeinträchtigten die zwischenmenschlichen Beziehungen unter Kollegen. Rund 62 Prozent bevorzugen das persönliche Gespräch für Personalfragen, 58 Prozent kommunizieren lieber persönlich mit Kollegen als über digitale Kanäle.

„Für eine optimale Auswahl und um letztendlich das Potenzial digitaler Lösungen besser ausschöpfen zu können, sollten die Wünsche und Anforderungen der Mitarbeiter an die Lösungen von Anfang an stärker berücksichtigt werden.“

Petra Raspels, Partnerin und Leiterin People and Organisation bei PwC Deutschland

Handlungsempfehlungen

Insgesamt nehmen neue Technologien einen immer größeren Raum in der modernen Arbeitswelt ein. Daher sollten…

  • Technologien unter Einbeziehung von Erfahrungen im Joballtag und den Belangen der Beschäftigten betrachtet werden. 
  • Arbeitsabläufe nach Zeit, Ort und Inhalt sowie Job-Routinen und Schnittstellen aus der Perspektive aller Beteiligten beleuchtet und deren Feedback eingeholt werden.
  • Mitarbeiter aus allen Bereichen und Ebenen an der Planung, Auswahl und Konfiguration innovativer Lösungen beteiligt werden. 
  • Kontinuierliche Lernprozesse selbstverständlich sowie dafür geeignete Bildungsangebote von Unternehmen bereitgestellt werden.

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Petra Raspels

Petra Raspels

Partner, Head of People & Organisation, PwC Germany, PwC Europe

Tel.: +49 211 981-7680

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