Starkes Wachstum, veränderte Bedingungen

Die Ergebnisse des 22. PwC Global CEO Survey für die Real-Estate-Branche

Fachkräftemangel und Überregulierung als Hemmnisse für Wachstum

Pessimismus bei der Entwicklung der Weltkonjunktur, Optimismus beim eigenen Unternehmenswachstum: Dies ist eines der Kernergebnisse aus dem globalen 22. PwC Global CEO Survey für die Real-Estate-Branche zur Einschätzung der politischen und wirtschaftlichen Weltlage, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführt hat. An der jährlichen Umfrage haben branchenübergreifend mehr als 1.300 CEOs aus 91 Ländern teilgenommen.  

In welchen Regionen erwarten die Topentscheider der Immobilienbranche das größte Umsatzwachstum, worin bestehen die stärksten Hemmnisse? Antworten auf diese Fragen lesen Sie im Folgenden. Sie erfahren zudem, welche Rolle der Fachkräftemangel in der Immobilienbranche spielt, mit welchen Strategien CEOs darauf reagieren und inwiefern sie neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

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8 von 10 Immobilien-CEOs erwarten mehr Umsätze für das eigene Unternehmen

Mit Blick auf die Weltkonjunktur zeigen sich die CEOs der Immobilienbranche eher pessimistisch: Nur 34 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft wächst. Ebenso viele erwarten, dass die Konjunktur gleichbleibt.

Für ihr eigenes Unternehmen hingegen rechnen sie mit einer deutlich positiveren Entwicklung: Beinahe 8 von 10 der Top-Entscheider (79 Prozent) gehen davon aus, dass der Umsatz ihres eigenen Unternehmens wachsen wird. Für die nächsten drei Jahre äußern sich sogar 86 Prozent der Real-Estate-CEOs so.

Die Top 3 der Gründe für das erwartete Umsatzwachstum lautet: organisches Wachstum (70 Prozent), Effizienzsteigerungen (64 Prozent) sowie Fusionen und Übernahmen (39 Prozent).

„Die Branche wächst weltweit nach wie vor stark. Viele Unternehmen unterschätzen allerdings, dass sich die Regeln des Geschäfts ändern.“

Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland

China als stärkste Wachstumsregion, Überregulierung dämpft Wachstum möglicherweise

Befragt nach den wichtigsten Wachstumsregionen außerhalb des eigenen Firmensitzes, antworteten die meisten der befragten Immobilien-CEOs mit China (19 Prozent), gefolgt von den USA und Deutschland (je 17 Prozent). Branchenübergreifend belegten bei der Befragung die USA den ersten Rang (27 Prozent). China kam auf Platz 2 (24 Prozent), und in Deutschland sahen nur 13 Prozent der CEOs die Region mit dem größten Wachstumspotenzial.

Als mögliche Wachstumshemmnisse nannten die Top-Entscheider der Immobilienbranche vor allem mögliche Überregulierungen (36 Prozent), und politische Unsicherheit mit 33 Prozent fast ebenso häufig. Auch Populismus bereitet den CEOs häufig Sorgen – 29 Prozent nannten dies als möglichen Dämpfer für Wachstum.

Recht gelassen blicken die Befragten hingegen auf die Entwicklung der Eurozone, Terrorismus und eine unzureichende Infrastruktur: Nur jeweils 14 Prozent nannten diese Aspekte als Hemmnisse für Wachstum. Wechselkursschwankungen sowie Klimawandel und Umweltschäden kamen auf jeweils nur 10 Prozent.

Qualifizierung eigener Mitarbeiter als Strategie gegen Fachkräftemangel

Ein großes Problem für die Geschäftsentwicklung sehen die befragten Real-Estate-CEOs im Fachkräftemangel: 29 Prozent äußerten sich so. Dass es inzwischen schwieriger sei, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, meint sogar mehr als die Hälfte der Topmanager (56 Prozent) – vor allem weil entsprechende Talente am Markt fehlten (54 Prozent). 

Die meistgenannte Strategie der CEOs gegen den Fachkräftemangel ist die Qualifizierung und Nachschulung eigener Mitarbeiter (44 Prozent). Und knapp ein Drittel (30 Prozent) der Befragten gab an, Personal von Wettbewerben abwerben zu wollen.

„Eine allzu zögerliche Haltung bei den Themen KI und Digitalisierung kann gefährlich werden. Angesichts der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit wird der Abstand zum Wettbewerb möglicherweise sehr schnell sehr groß.“

Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland

Immobilien-CEOs vernachlässigen KI-Einsatz und setzen auf Kosteneffektivität

Neue Technologien werden die Top-Performer vom Branchendurchschnitt unterscheiden – so äußerten sich 49 Prozent der Real-Estate-CEOs. Und drei Viertel (75 Prozent) der befragten Entscheider gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz auch die Immobilienbranche in den nächsten fünf Jahren stark verändern wird. 

Doch 4 von 10 Entscheidern sagen, sie planten derzeit keinen KI-Einsatz. Fast ebenso viele (39 Prozent) gaben an, die Technologie bis 2021 einzusetzen. Aber: Nur 14 Prozent der Topentscheider aus der Immobilienwirtschaft setzen die Technologie bereits in gewissem Maße ein – im branchenübergreifenden Vergleich ein deutlicher Rückstand (33 Prozent).  

Welche Unterscheidungsmerkmale werden aus Kundensicht in den nächsten drei Jahren die wichtigsten sein? Bei dieser Frage nannten die Immobilien-CEOs am häufigsten Kosteneffektivität (37 Prozent) – deutlich öfter als die CEOs anderer Branchen (25 Prozent). Vertrauenswürdigkeit war mit 26 Prozent der am zweithäufigsten genannte Aspekt.

Immobilienunternehmen unterschätzen den Wandel im Kundenbedürfnis hin zu Vertrauenswürdigkeit

„Der sogenannte Return on Experience wird eine erfolgskritische Rolle spielen. Unternehmen brauchen differenzierte Ansätze, um komplexe Kundenbedürfnisse wirklich zu verstehen und darauf zu reagieren.“

Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PwC Deutschland

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