Die Drohnen-Revolution eröffnet der Telekombranche einen potenziellen Milliardenmarkt

28 August, 2017

Von Infrastruktur bis Verkehr, von Landwirtschaft bis Bergbau – dank ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten könnten Drohnen in den nächsten Jahren zum Massengeschäft werden. Zu den Branchen, die von dem milliardenschweren Trend besonders profitieren, gehört auch die Telekommunikationsindustrie.

„Schließlich helfen Drohnen den Telcos nicht nur, ihr angestammtes Geschäft wesentlich effizienter zu betreiben (man denke nur an die Wartung von Mobilfunkmasten), sie eröffnen der Branche auch völlig neue Absatzchancen.“

Thomas Tandetzki, Global Telecommunications Leader bei PwC

PwC beziffert das Marktpotenzial für Drohnen-basierte Dienstleitungen weltweit auf rund 127 Milliarden Dollar jährlich. Die neue Ausgabe des „PwC Communications Review“ geht nun der Frage nach, wie viel davon bei den Telcos ankommen könnte. Hier einige Auszüge:

Mit der Hilfe von Drohnen betreuen Telekomanbieter nicht nur ihre eigene Infrastruktur sehr viel kostengünstiger, sondern sie können die entsprechenden Dienstleistungen auch Wettbewerbern oder Unternehmen aus anderen Branchen anbieten. Allein das Erlöspotenzial für routinemäßige Wartungsarbeiten schätzt PwC auf sechs Milliarden Dollar jährlich.

Der größte wirtschaftliche Nutzen von Drohnen liegt darin, dass sie preiswerte Bilddaten von Orten liefern, die für Menschen nur schwer zugänglich sind – von Ölplattformen etwa. In vielen Fällen müssen diese „in Echtzeit“ übertragen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass hochauflösende Kameras selbst bei kleineren Einsätzen ein Datenvolumen von 50 Gigabyte und mehr generieren, bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur, die die unmittelbare und sichere Übertragung der Daten gewährleistet. Der natürliche Anbieter dieser Dienstleistung ist die Telekomindustrie. PwC prognostiziert diesen Markt auf 2,5 Milliarden Dollar.

Parallel zum kommerziellen Einsatz entwickelt sich auch der Markt für den privaten Einsatz von Drohnen rasant. Kombiniert mit dem Livestreaming-Trend in den sozialen Netzwerken könnten Telekomanbieter auch hier profitieren. PwC hält jährliche Erlöse für die Datenübertragung von privat genutzten Drohnen in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro für realistisch.

Der Drohnenverkehr dürfte in den kommenden Jahren massiv zunehmen. So haben sich 2015 in den USA mehr als 800.000 Betreiber registrieren lassen. Für die weltweiten Luftfahrtbehörden entstehen damit neue Herausforderungen. Aktuell fehlen noch die notwendigen Systeme, um den Flugverkehr in niedriger Höhe zu überwachen. Telekomunternehmen verfügen allerdings bereits über die entsprechenden Technologien und könnten daher die Infrastruktur in den nächsten Jahren aufsetzen. PwC sieht hier ein Marktpotenzial von knapp 19 Milliarden Dollar.

„Nachdem die Telekombranche seit Jahren unter sinkenden Umsätzen leidet, bietet die Drohnen-Revolution die Möglichkeit, endlich wieder neue Erlösquellen zu erschließen. Die Unternehmen sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen.“

Werner Ballhaus, Industry Leader für Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC in Deutschland

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