Mann und Frau auf Boden

German Entertainment & Media Outlook 2026-2030

Fakten, Prognosen und Trends aus der Unterhaltungs- und Medienbranche in Deutschland

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Stefanie Bubbers & Michael Driemeyer

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Digital, datengetrieben, zweigeteilt: Der deutsche Medienmarkt im Umbruch

Der deutsche Unterhaltungs- und Medienmarkt bleibt stabil, entwickelt sich aber zunehmend zweigeteilt. Wenige digitale, datengetriebene Segmente treiben das Wachstum, während klassische Erlösquellen weiter unter Druck geraten. Künstliche Intelligenz (KI) wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette als Beschleuniger und verändert Produktion, Distribution und Monetarisierung. Unternehmen, die relevant bleiben wollen, müssen Geschäftsmodelle, Formate und Partnerschaften neu denken.

Die diesjährige Ausgabe des GEMO erscheint in überarbeiteter Struktur: Gebündelt in sechs klar definierte Marktbereiche, mit stärkerem Fokus auf künftige Entwicklungen und zentrale Trends. 

„Wachstum entsteht heute nicht mehr durch Reichweite, sondern durch Daten, Plattformen und Partnerschaften. Entscheidend wird, wer Kundenzugang und Markenstärke gestaltet.“

Stefanie Bubbers,Herausgeberin des German Entertainment & Media Outlook

German Entertainment & Media Outlook 2026-2030 in Zahlen

,0 Mrd. €

Gesamtumsatz Unterhaltungs- und Medienbranche 2025

,9 Mrd. €

Umsatz durch digitale Erlöse ohne Connectivity 2025

,1 Mrd. GB

Insgesamt verbrauchtes Datenvolumen 2025

+,6 %

Wachstum Onlinewerbung 2025

+,3 %

Wachstum Internetvideo 2025

-,9 %

Rückgang Fernsehen und TV-Werbung 2025

,4 %

Marktanteil deutscher Filme im Kino 2025

,3 % p.a.

Rückgang Lesemarkt bis 2030

+,9 % p.a.

Wachstum digitaler Außenwerbung bis 2030

Markt im Überblick

Mit einem Plus von 3,3 % ist der deutsche Unterhaltungs- und Medienmarkt 2025 erneut gewachsen, getragen vor allem von dem Wachstum der Werbeerlöse und Connectivity, während die Vertriebserlöse weitgehend stagnieren. Bis 2030 wird der Markt voraussichtlich mit 2 % pro Jahr im Durchschnitt weiter zulegen und damit ein Volumen von etwa 129 Mrd. € erreichen.

46,8 % Anteil digitaler Erlöse am Gesamtmarkt 2025 (ohne Connectivity)

Stabiles Wachstum bei wachsender Heterogenität

Hinter dem stabilen Gesamtbild verbirgt sich ein sehr differenziertes Bild. Die Verschiebung des Markts in Richtung digitaler Erlöse setzt sich fort: Diese legten 2025 um 7,8 % zu, während klassische Print- und TV-Erlöse weiter schrumpften. Am dynamischsten entwickelten sich 2025 Mixed Reality, Onlinewerbung sowie Internetvideo und Kino. 

-8,0 % p. a. Umsatzrückgang durch gedruckte Zeitungen bis 2030

Beschleunigter Umbau der Erlösarchitektur

Der Umbau der Erlösarchitektur beschleunigt sich. Onlinewerbung und Internetvideo bleiben die wichtigsten Wachstumssäulen. Mixed Reality zeigt mit zweistelligen jährlichen Zuwachsraten die höchste Dynamik, wenn auch von kleiner Basis. Wegbereiter sind datenbasierte Monetarisierung und Künstliche Intelligenz. Print und lineares Fernsehen entwickeln sich dagegen über den gesamten Prognosezeitraum rückläufig.

Insgesamt verfestigt sich das Bild eines zweigeteilten Marktes. Wachstum konzentriert sich auf wenige große, digitale und datengetriebene Segmente, während klassische Erlösquellen schrittweise an Bedeutung verlieren.

1,5 Streamingabos Pro Haushalt 2030

Veränderte Konsumgewohnheiten und Künstliche Intelligenz 

Inhalte werden zunehmend digital, mobil und auf Abruf konsumiert. In reifen Segmenten entsteht Wachstum weniger durch neue Nutzer:innen, sondern durch Preisanpassungen, gebündelte Dienste und Premium-Angebote.

KI wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Von der Produktion über die Distribution bis zur Vermarktung. Sie senkt Produktionshürden, eröffnet personalisierte Erlebnisse und neue Formate. Zugleich wirft sie Fragen rund um Rechteklärung, Urheberrecht und faire Vergütung auf.

Zum Download der vollständigen Studie

German Entertainment & Media Outlook 2026-2030

Zentrale Erkenntnisse aus den Marktbereichen

Der Lesemarkt bleibt im Wandel – Print steht unter Druck, digitale Erlöse steigen

Der deutsche Lesemarkt befindet sich in einer strukturellen Transformationsphase. Besonders Zeitungen und Zeitschriften verlieren an Reichweite und Erlösen, während sich der Buchmarkt als stabilster Teilbereich behauptet. Digitale Abonnements, E-Paper und Onlinewerbung wachsen, gleichen die Verluste im Printgeschäft jedoch nur teilweise aus. Zunehmend setzen sich Abo- und Bündelmodelle durch. Die Erlöslogik verschiebt sich vom Einzelverkauf hin zur dauerhaften Nutzungsbeziehung.

Streaming wächst weiter, klassisches Fernsehen verliert, Kino zwischen Wachstum und Herausforderung

Auch der deutsche Bewegtbildmarkt befindet sich im strukturellen Umbruch. Streaming bleibt der zentrale Wachstumstreiber, während das lineare Fernsehen weiter an Boden verliert, insbesondere im Werbegeschäft. In beiden Segmenten begünstigt die fortschreitende Marktfragmentierung Partnerschaften und Bündelangebote; KI senkt zugleich in der Content-Produktion die Eintrittsbarrieren für kleinere Studios. Das Kino verzeichnet steigende Ticketverkäufe, getragen auch von einem starken Jahrgang lokaler Produktionen. 

Musikmarkt wächst, Radiowerbung steht unter Druck, Podcastwerbung etabliert sich

Der deutsche Audiomarkt ist von hoher Reife geprägt. Musik bleibt das umsatzstärkste Segment, getragen vom Streaming-Geschäft und der Livemusik-Branche. Radio bleibt reichweitenstark, leidet aber unter rückläufigen Werbeerlösen. Podcastwerbung entwickelt sich zur dynamischsten Nische des Marktes. Der Wettbewerb verlagert sich vom Nutzerwachstum hin zu effektiver Monetarisierung und integrierten Plattformstrategien.

Mobile Gaming als Wachstumsmotor, Augmented Reality überholt Virtual Reality

Der deutsche Markt für Gaming und interaktive Erlebnisse wächst weiter, angetrieben vor allem durch Social und Casual Gaming sowie mobile Formate. Cloud Gaming befindet sich in der Adoptionsphase, birgt aber erhebliches Potenzial. E-Sport bleibt ein kleines, volatiles Segment, gewinnt jedoch durch neue internationale Formate an Sichtbarkeit. Im Mixed-Reality-Markt (XR-Markt) vollzieht sich ein klarer Wandel von Virtual Reality (VR) hin zu Augmented Reality (AR). AR wird perspektivisch über 90 % des XR-Marktes ausmachen. 

Digitale Formate und datenbasierte Kanäle tragen den wachsenden Werbemarkt

Der Werbemarkt legte 2025 weiter zu. Wachstumstreiber bei Onlinewerbung sind Paid Search, Online-Video, Social Media und Retail Media. Datenbasierte Aussteuerung, programmatische Vermarktung und KI-gestützte Personalisierung machen das Segment für Werbetreibende zunehmend attraktiver und verschieben Budgets weiter aus klassischen Kanälen in den digitalen Raum. Auch die Außenwerbung profitiert vom konsequenten Ausbau digitaler Werbeflächen. Deutschland zählt hier weltweit zu den vier größten Märkten. Bis 2030 wird der Anteil digitaler Außenwerbung (DOOH) deutlich über die Hälfte der Gesamtumsätze im Außenwerbemarkt erreichen.

B2B-Medienmarkt und Connectivity-Markt gewinnen als Rückgrat des Medienökosystems an Reife

Wirtschaftsinformationen entwickeln sich zunehmend zu datenbasierten, plattformgestützten Lösungen, die klassische Publikationsformate ergänzen. Fachzeitschriften stehen unter Druck, während Fachmessen ihre Rolle als zentraler Ort für Networking und Wissenstransfer behaupten.

Im Connectivity-Markt steigt das übertragene Datenvolumen rasant, getrieben von Streaming, Cloud-Diensten und mobiler Nutzung. Mit dem steigenden Datenverkehr wachsen auch die Anforderungen an Geschwindigkeit, Stabilität und Latenz. 

„Im digitalen Raum verschwimmen klassische Grenzen. Wir beobachten eine Konvergenz der Segmente, in der Inhalte, Formate und Erlösmodelle zu neuen Wettbewerbsfeldern zusammenwachsen.“

Michael Driemeyer,Herausgeber des German Entertainment & Media Outlook

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