Sitzungssaal EU-Parlament

Der National Security & Resilience Index

Die Widerstandsfähigkeit von Staaten ganzheitlich analysieren

Ihre Experten für Fragen

Prof. Dr. Rainer Bernnat
Leiter Government & Public Sector Consulting bei PwC Deutschland
Tel.: +49 170 2238414
E-Mail

Dr. Wolfgang Zink
Partner Public Sector Consulting bei PwC Deutschland
Tel.: +49 1511 8964363
E-Mail

Systemische Resilienz bestimmt die nationale Sicherheit

Systemische Resilienz ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Sie bestimmt die nationale Sicherheit, die im Angesicht geopolitischer Krisen und dem Wandel internationaler Machtstrukturen, zunehmend auf die Probe gestellt wird. Doch wie lässt sich diese präzise analysieren – und verbessern? Resilienz mess- und steuerbar zu machen, ist das Ziel des National Security & Resilience Index (NSRI).

Das Analysetool ist eine gemeinsame Entwicklung des Defence & Security Institute (DSI) von PwC Deutschland und Strategy& mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP).

Das DSI ist ein neuer sicherheitspolitischer Think-Tank, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland und deren Strategieberatung Strategy& gegründet haben. Im DSI bündeln sie ihre Kompetenzen in Sicherheit und Verteidigung. Der Think-Tank liefert wissenschaftlich fundierte Analysen und übersetzt diese für alle relevanten Stakeholder in konkret umsetzbare Handlungsoptionen.

„Resilienz darf kein abstrakter Begriff bleiben, sondern ist eine messbare Fähigkeit. Der NSRI bieten Verantwortlichen ein präzises Werkzeug, um Fortschritte, Risiken und Entwicklungsbereiche zu identifizieren.“

Prof. Dr. Rainer Bernnat,Leiter Government & Public Sector Consulting bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Der NSRI betrachtet militärischer Schlagkraft nicht isoliert als den Kern der staatlichen Widerstandsfähigkeit. Stattdessen verknüpft er analytisch militärische Fähigkeiten (Military Readiness), industrielle Kapazitäten (Industrial Readiness) und die zivilgesellschaftliche Bereitschaft (Civil Readiness). Das Ergebnis ist die Analyse des gesamtgesellschaftlichen Potenzials im Sinne einer umfassenden Verteidigungsfähigkeit.

Systemische Abhängigkeiten in den Blick nehmen

Dazu führt der NSRI umfassende Datensätze zusammen und zeichnet so ein realistisches Bild der Bereitschaftslage. Dabei nutzt er, unter anderem, eine sogenannte Penalised-Mean-Logik. Das bedeutet: Defizite in einem analysierten Bereich – etwa geringes gesellschaftliches Vertrauen in Institutionen – können nicht durch Stärken in einem anderen – etwa militärische Kampfkraft – rechnerisch kaschiert werden. Stattdessen betrachtet der Index systemische Abhängigkeiten.

Performancepotenziale unter Stress

Wichtig: Der NSRI integriert nicht nur quantitative Daten, sondern auch qualitative Bewertungen ausgewiesener Expert:innen, die zukünftig mit Expert:innenpanels regelmäßig erhoben werden sollen. So erfasst der Index auch relevante Aspekte, die sich in Zahlen allein nicht finden.

Der NSRI bildet so Performancepotenziale unter Stress ab. Er beschreibt daher beispielsweise nicht nur, wie viele Soldat:innen ein Land hat. Stattdessen macht er sichtbar, wie viele von ihnen sich wie schnell im Bedarfsfall mobilisieren lassen. Das hat mit militärischen Fähigkeiten zu tun, aber auch mit der gesellschaftlichen Bereitschaft, militärische Maßnahmen zu unterstützen.

Deutsche wissen wenig über richtiges Verhalten im Notfall

Die erste Ausgabe der Pilotstudie konzentriert sich auf Deutschland als erstes Fokusland. Die Ergebnisse zeigen: Deutschland verfügt zwar über beachtliche Ressourcen, doch noch gelingt es nicht, diese effektiv in eine ganzheitliche Verteidigungsfähigkeit zu übersetzen.

Bislang stützt sich die Bundesrepublik bei der Resilienz auf ihre wirtschaftliche Stärke. Die militärische Säule wurde in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt, mit der Zeitenwende zeigt sie jedoch jetzt eine sehr große Dynamik und positive Entwicklung. Demgegenüber hinkt die zivile Säule bislang stark hinterher. So zeigen die Daten etwa, dass die deutsche Bevölkerung beim Wissen über das richtige Verhalten in Notfällen hinter anderen Ländern wie Finnland zurückliegt.

Der NSRI identifiziert darüber hinaus Personaldefizite bei der Polizei und den Rettungsdiensten. Bei den Letzteren fällt zudem ein Mangel an verlässlichen Daten auf. Dieser erschwert es, den Personalbedarf in Krisenszenarien präzise zu bestimmen und adäquat zu planen.

Lesen Sie jetzt die umfangreiche Studie

Dimensionen des NSRI

Military Readiness

Diese Dimension beschreibt die Fähigkeit eines Staates, militärische Macht schnell zu generieren, einzusetzen und dauerhaft aufrechtzuerhalten. Sie bewertet die Skalierbarkeit der Streitkräfte als Reaktion auf Bedrohungen.

Sub-Indikatoren für diese Dimension sind beispielsweise Kampfkraft (Verfügbarkeit von Truppen/Gerät), operative Durchhaltefähigkeit (Materialnachschub, Instandsetzung) sowie Aufwuchspotenzial (Mobilisierung von Reserven, Ausbildungsinfrastruktur).

Industrial Readiness

Hierzu gehören die industriellen Grundlagen, die Sicherheitsmaßnahmen in lang andauernden Krisen stützen. Dabei geht es um die zuverlässige Produktion von Militärgütern und die Stabilität von Lieferketten.

Beispielhafte Sub-Indikatoren sind die industrielle Basis (Fertigungskapazitäten, Ramp-up-Fähigkeiten bei steigender Bedrohung), Innovationssystem (Verteidigungs-F&E-Budgets) sowie die Verfügbarkeit von spezialisierten Fachkräften.

Civil Readiness

Die zivile Bereitschaft umfasst die politische, wirtschaftliche und soziale Resilienz, die die staatliche Handlungsfähigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt unter Stress sichert. Sie ist das Fundament der „Gesamtverteidigung“.

Zur zivilgesellschaftlichen Bereitschaft gehören folgende Sub-Indikatoren: wirtschaftliche Resilienz (Stabilität der Energie-/Logistikinfrastruktur), Vertrauen in Institutionen, Mobilisierungswille sowie politisch-institutionelle Reaktionsgeschwindigkeit im Krisenfall.

„Wir können das Thema Sicherheit nicht an die Bundeswehr allein delegieren. Es betrifft Unternehmen genauso wie jede Einzelperson.“

Dr. Wolfgang Zink,Partner Public Sector Consulting bei PwC Deutschland

Download: Studie jetzt herunterladen

Kontaktieren Sie unsere Expert:innen

Die Methodik

Die Pilotausgabe des National Security and Resilience Index ist der Beginn eines langfristig angelegten Projekts. Zunächst stehen Konzept, Methodik und erste Tendenzen im Vordergrund. Im laufenden Jahr 2026 wird das Verfahren wissenschaftlich weiterentwickelt und verfeinert. Ziel ist es, dass zur MSC 2027 erstmals vollumfänglich aggregierte Zahlen vorliegen.

Perspektivisch wird der NSRI jährlich erscheinen, um Fortschritte und Rückschritte in der Resilienzentwicklung über die Zeit vergleichbar zu machen. Zudem ist eine Ausweitung auf weitere europäische Staaten und NATO-Partner geplant, um einen internationalen Vergleich der Krisenfestigkeit zu ermöglichen. Tiefenanalysen für Länder wie Polen, Italien, Frankreich, Finnland, das Vereinigte Königreich und weitere Staaten sind bereits in Arbeit.

Die Methodik des NSRI verbindet etablierte Prinzipien der Indikatorforschung mit aktuellen Erkenntnissen aus der Resilienz-, Sicherheits- und Governance-Literatur. Vier Leitprinzipien bestimmen das Framework: konzeptionelle Genauigkeit, Datenrealismus, Transparenz und Robustheit.

Der NSRI kombiniert systematisch quantitative und qualitative Evidenz. Denn die Resilienz- und Governance-Forschung zeigt durchweg, dass rein quantitative Metriken kritische Dimensionen der Resilienz und Sicherheitskapazität – wie Führungsqualität, die Effizienz institutioneller Koordinierung oder die gesellschaftliche Akzeptanz staatlicher Maßnahmen – nicht erfassen können. Qualitative Informationen sind daher nicht allein ergänzend, sondern als essenzielle Datenquelle für jene Dimensionen behandelt, für die es keine standardisierten, kohärenten und vergleichbaren Zahlen gibt.

Alle zugrunde liegenden Berechnungen und Prozesse – einschließlich Aggregationsgewichten, Model-Cards und theoretischen Annahmen – werden im umfassenden NSRI Index Handbook offengelegt, das innerhalb des ersten Projektzyklus veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert wird.

Follow us

Contact us

Prof. Dr. Rainer Bernnat

Prof. Dr. Rainer Bernnat

Partner, Leiter Öffentlicher Sektor, Strategy&, PwC Germany

Tel.: +49 170 2238414

Dr. Wolfgang Zink

Dr. Wolfgang Zink

Partner, Defence Public Sector, Internal Security, PwC Germany

Tel.: +49 1511 8964363

Ann-Kathrin Knacke

Ann-Kathrin Knacke

Senior Associate, PwC Germany

Paul Malte Behne

Paul Malte Behne

Associate, PwC Germany

Tel.: +49 171 7732875

Hide