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Verteidigung im Informationsraum

Warum kommunikative Resilienz zur strategischen Kernfähigkeit werden muss

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Kommunikative Resilienz als strategische Kernfähigkeit moderner Verteidigung

Die Sicherheitspolitik demokratischer Staaten verändert sich grundlegend: Verteidigung konzentrierte sich bisher vor allem auf territoriale, militärische und zunehmend auch auf cyberspezifische Aspekte. Derzeit entwickelt sich der Informationsraum zu einer zentralen sicherheitskritischen Domäne. Vor allem autoritäre Staaten nutzen gezielt Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) – die koordinierte Manipulation in klassischen und digitalen Medien. Dabei stehen nicht einzelne Falschinformationen im Vordergrund, sondern die langfristige Destabilisierung eines Staates und die Erosion des Vertrauens der Bevölkerung in Institutionen, Medien und demokratische Entscheidungsprozesse. 

Technologien wie generative KI, automatisierte Kampagnen und Deepfakes beschleunigen die Bedeutung des Informationsraums als zentrales Feld für moderne Machtprojektion. Europa erkennt diese Gefahr klar und hat Analyseinstrumente wie den Strategic Compass und FIMI-Threat-Reports entwickelt. Dennoch fehlt es weiterhin an einer konsistenten und umsetzbaren Verteidigungsstrategie gegen hybride Einflussoperationen.

„Die Verteidigung des Informationsraums wird zur zentralen Aufgabe zur Sicherung demokratischer Souveränität.“

Prof. Dr. Rainer Bernnat,Leiter Government & Public Sector Consulting bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Demokratien basieren strukturell auf offenen, pluralistischen und vertrauensbasierten Kommunikationsräumen. In diesen entsteht sowohl die öffentliche Meinungsbildung als auch die politische Willensbildung und institutionelle Legitimation – und zwar im freien Diskurs. Wird dieser Raum jedoch systematisch manipuliert, fragmentiert oder polarisiert, verliert die Demokratie ihre operative Funktionsfähigkeit. Aus diesem Grund ist der Schutz des Informationsraums keine sicherheitspolitische Nebenfrage, sondern eine demokratische Kernaufgabe. Dabei dient kommunikative Resilienz nicht der Kontrolle von Meinungen, sondern der Sicherung der Grundlagen demokratischer Gesellschaften.

Cyber- und Informationsraum im Vergleich

Im Cyberraum wurden über die Jahre belastbare Schutz- und Reaktionsarchitekturen etabliert. Dazu gehören klare Mandate, standardisierte Incident-Response-Prozesse und institutionell verankerte Zuständigkeiten. Für den Informationsraum fehlt bislang eine vergleichbare Architektur. Regulatorische Ansätze, Medienkompetenzprogramme und präventive Kommunikationspolitik sind zwar notwendig, reichen jedoch nicht aus, um den Informationsraum als kritische Infrastruktur moderner Staatlichkeit wirksam zu schützen.

Informationsraum als sicherheitskritische Domäne

Die zentrale These dieses Whitepapers lautet daher: Der Informationsraum ist keine „weiche“ politische Arena mehr, sondern eine sicherheitskritische Domäne. Ihr Schutz ist zur Voraussetzung demokratischer Handlungsfähigkeit und strategischer Souveränität geworden. Europa steht vor der Aufgabe, den Schritt von einer überwiegend regulatorisch-präventiven Informationspolitik hin zu einer operativ-resilienten, rechtsstaatlich eingebetteten und demokratiekonformen Sicherheitsarchitektur im Informationsraum zu vollziehen. Kommunikative Resilienz wird damit zur nächsten Verteidigungslinie demokratischer Souveränität.

Kommunikative Resilienz als sicherheitspolitische Kernfähigkeit

In dieser Publikation wird kommunikative Resilienz als eigenständige sicherheitspolitische Kernfähigkeit definiert – vergleichbar mit Cyberresilienz und militärischer Verteidigungsfähigkeit. Sie beschreibt die Fähigkeit von Staat und Gesellschaft, Informationsräume systematisch gegen hybride Bedrohungen, FIMI und koordinierte Einflussoperationen zu schützen und auch unter hohem Druck handlungsfähig zu bleiben, ohne demokratische Prinzipien zu unterminieren.

Internationale Best Practices und Narrative Defence Architecture

Best Practices aus Ländern wie Estland, Schweden, Litauen, den Vereinigten Staaten und Österreich zeigen, dass kommunikative Resilienz dort wirksam wird, wo sie institutionell verankert, operativ geführt und demokratiekonform ausgestaltet ist. Entscheidend sind nicht Einzelmaßnahmen, sondern eine kohärente Architektur aus Lageerfassung, Entscheidungsfähigkeit, koordinierter Reaktion und klarer Governance.

Die Veröffentlichung adressiert die strategische Leerstelle zwischen Analyse und Umsetzung und entwickelt dafür eine Narrative Defence Architecture, deren zentrale Bausteine im Rahmen des Whitepapers ausführlich dargestellt werden.

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„Kommunikative Resilienz schützt nicht nur staatliche Steuerungsfähigkeit, sondern die offene Gesellschaft selbst. Sie ist keine Einschränkung demokratischer Freiheit, sondern ihre strukturelle Voraussetzung im digitalen Zeitalter.“

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