PwC-Studie: Start-up-Unternehmen tun sich schwer bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter

Start-up-Unternehmen bekommen den Fachkräftemangel deutlich zu spüren: 73 Prozent der Unternehmensgründer geben in einer PwC-Befragung von deutschlandweit rund 270 Start-up-Unternehmen an, dass sich die Mitarbeitersuche schwierig gestaltet. Für Berliner Start-ups ist die Situation etwas besser: In der Hauptstadt sind es nur 63 Prozent. Berlin als deutsche Gründer-Hochburg profitiert dabei von seiner Reputation als kreative Stadt mit hoher Lebensqualität, die gut ausgebildete Arbeitskräfte anzieht. Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass die Rekrutierung in drei Viertel der Fälle nach wie vor über private Kontakte und Empfehlungen läuft.

Die Ergebnisse der Befragung im Überblick:

  • Mitarbeiter sind der wichtigste Erfolgsfaktor: 36 Prozent der Start-up-Unternehmen geben dem Faktor Personal höchste Priorität für den Unternehmenserfolg – vor einer Geschäftsidee mit Wachstumspotenzial (29 Prozent) oder einer klaren Vision und Strategie (22 Prozent).
  • Fehlbesetzungen sind häufig: 20 Prozent der befragten Entreprenuere würden sich gerne wieder von Mitarbeitern trennen. Hauptgründe sind deren fehlende Motivation (44 Prozent) und ein Mangel an Loyalität und Identifikation mit dem Unternehmen (37 Prozent).
  • Professionelle Strukturen im Personalwesen fehlen häufig: In 95 Prozent aller Start-ups ist die Geschäftsführung selbst für Auswahl und Rekrutierung neuer Mitarbeiter verantwortlich.
  • Mitarbeitersuche wenig professionell: 74 Prozent der Jungunternehmer rekrutieren ihr Personal über private Kontakte und Empfehlungen. Nur gut ein Viertel setzt auf Online-Netzwerke.
  • Bauchgefühl entscheidet bei der Bewerber-Auswahl: Für knapp zwei Drittel aller Befragten entscheidet das Bauchgefühl bei der Auswahl der Bewerber. Der Lebenslauf, Zeugnisse oder akademische Grade sind dabei weniger wichtig.
  • Jungunternehmer blicken optimistisch in die Zukunft: 76 Prozent erwarten für 2015 ein Umsatzwachstum. Etwa jeder fünfte Firmenchef geht dabei sogar von einem Umsatzplus von 50 Prozent und mehr aus.
  • Berlin gilt als besonders gründerfreundlich: 90 Prozent der Berliner Jungunternehmer bewerten die deutsche Hauptstadt als besonders gründerfreundlich. Bundesweit bezeichnen lediglich 58 Prozent der Entrepreneure ihren Standort als gründerfreundlich.

„Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es besonders problematisch, dass viele Start-up-Unternehmen bei der Personalauswahl zu sehr auf ihr Bauchgefühl vertrauen. Die Quote der Fehlbesetzungen liegt im Vergleich zu etablierten Unternehmen zu hoch. Jungunternehmer müssen bei der Mitarbeiterauswahl genauer hinschauen und ihre Personalprozesse professionalisieren“, so die Empfehlung von Thomas Kieper, der den PwC-Standort in Berlin und die Start-up-Initiative „Next Level“ leitet.

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