Smart Cities – Kommunen müssen Digitalisierung zur strategischen Aufgabe machen

08 Mai, 2017

Eine gemeinsame Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der PricewaterhouseCoopers WPG GmbH (PwC) und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) verdeutlicht: Kommunen müssen die Digitalisierung zur strategischen Aufgabe machen, um bei der Stadtentwicklung handlungsfähig und unabhängig zu bleiben.

Sie müssen sich mit den Veränderungen in der Wirtschaft befassen, um Unternehmen ein attraktives und vernetztes Umfeld bieten zu können. Und sie müssen alle Bevölkerungsgruppen auf dem Weg zur Smart City mitnehmen – auch jene, die in der digitalen Welt schon heute überfordert sind. Die Ergebnisse wurden entlang der untenstehenden vier Schwerpunkte aufbereitet und fließen ein in eine Smart-City-Charta für Deutschland.

„Eine entwickelte digitale Infrastruktur ist für Kommunen schon heute ein zentraler Standortfaktor. Die Attraktivität einer Kommune für Bürger und Unternehmen hängt entscheidend von ihrem Digitalisierungsfortschritt ab.“

Michael Jahn, Leiter Kompetenzteam Smart Cities bei PwC
  • Digitalisierung und die Transformation des urbanen Akteursgefüges
    Kommunen müssen sich der Frage widmen, wer künftig mit welchem Einfluss die Geschicke in unseren Städten lenkt. Städte müssen zentrale Ansprechpartner und Einrichtungen für Digitales und Daten etablieren, Strategien und Kompetenzen entwickeln, Datenhoheit als Standortfaktor ansehen und kommunale Unternehmen zu digitalen Kompetenzträgern machen.
  • Die neue Stadtökonomie – Strukturwandel in Zeiten der Digitalisierung
    Kommunen müssen sich für die zukünftigen Anforderungen der Wirtschaft sensibilisieren. Sie benötigen eine flexiblere Stadtplanung, zentrale Koordinierungs- und Steuerungseinheiten, eine kommunale Daten- und Kommunikationsinfrastruktur, neue Kooperations- und Finanzierungsmodelle sowie Netzwerke für die digitale Bildung.
  • Die Weisheit der Vielen – Bürgerbeteiligung im digitalen Zeitalter
    Digitale Technologien und Services schaffen neue Möglichkeiten für Kommunen, Wissen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in ihre Planungen einzubeziehen. Sie müssen Big Data für sich nutzen, digitale Beteiligungsmöglichkeiten fallorientiert einsetzen, bestehende Bürgerinitiativen einbinden, neue Anreizformate schaffen und den interkommunalen Austausch stärken.
  • Mind the Gap – Digitale Integration als Basis für smarte Städte
    Kommunen haben die Aufgabe, die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen in der Smart City zu sichern. Sie müssen Barrieren durch neue Technologien abbauen, anwenderfreundlich und lokalspezifisch denken, Datensicherheit gewährleisten, digitale Bildungsangebote aufbauen, E-Government ausbauen und innovative Unternehmen fördern.

 

Die Studie, die das Projektteam im Rahmen des Programms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ des Bundesbauministeriums (BMUB) realisiert hat, ist in vier Publikationen aufgeteilt und unter www.bbsr.bund.de abrufbar. Zwischenergebnisse wurden bereits von der Dialogplattform Smart Cities aufgegriffen, die das BMUB im Rahmen des Interministeriellen Arbeitskreises „Nachhaltige Stadtentwicklung in nationaler und internationaler Perspektive“ (IMA Stadt) eingerichtet hat. Die Studienergebnisse werden dort bei der Erarbeitung einer Smart-City-Charta für Deutschland berücksichtigt.

Über das BBSR:

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Über Fraunhofer IAO:

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO unterstützt Unternehmen und Institutionen auf dem Weg zu neuen Geschäftsmodellen, effizienten Prozessen und wirtschaftlichem Erfolg. Mit einem tiefgreifenden Verständnis für Organisationsformen und Technologien schaffen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Transfer von angewandter Forschung in die Praxis. Im Geschäftsfeld Mobilitäts- und Stadtsystem-Gestaltung forschen dazu über 50 Ingenieure, Stadtplaner, Innovationsmanager, Wirtschaftswissenschaftler und Soziologen interdisziplinär an Systemlösungen für Mobilität und Städte der Zukunft.

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Michael Jahn

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Senior Consultant, PwC Germany

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