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Deutscher Startup Monitor: Auskopplung München

PwC-Studie 2020: Münchner Startups bleiben auf Wachstumskurs

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Sandra Zölch

Sandra Zölch
PwC-Startup-Initiative Next Level für die Region Süd bei PwC Deutschland
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Startups finden in München gute Bedingungen

In der bayerischen Hauptstadt finden Startup-Gründer:innen fast optimale Bedingungen: 68 Prozent der Jungunternehmer:innen bewerten das Startup-Ökosystem in München als gut. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Schnitt und 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die besonderen Stärken Münchens liegen in der Nähe zu wichtigen Personengruppen, hervorragenden Universitäten und der hohen Attraktivität des Großraums für Fachkräfte.

Auf die Stimmung der Gründer:innen schlagen die derzeit schwierige Kapitalbeschaffung und die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt. Und auch beim Thema Diversität gibt es in München Aufholbedarf: Nur 11 Prozent der Startups an der Isar wurden von Frauen gegründet (Vorjahr: 14 Prozent). Bundesweit liegt der Frauenanteil unter den Gründer:innen mit 16 Prozent deutlich höher.

„Dank der starken technischen Hochschulen in München ist ein vielversprechendes Startup-Ökosystem entstanden, das vom Austausch mit den etablierten Unternehmen in der Region profitiert, die immer häufiger im Rahmen von Corporate Venture Capital in die aufstrebenden Unternehmen investieren. Besonders Startups, die sich auf innovative, digitale Lösungen für Firmenkunden spezialisiert haben, sind aktuell bei Investoren heiß begehrt.“

Sandra Zölch, PwC-Startup-Initiative Next Level für die Region Süd

Die Studie im Überblick

München punktet bei Talenten

Die Startups in der bayerischen Hauptstadt beschäftigen mit 34 Mitarbeiter:innen bereits doppelt so viel Personal wie im Bundesschnitt (17) – und sie wollen in den kommenden 12 Monaten im Schnitt neun neue Kolleg:innen einstellen (bundesweit: sechs). Im Vorjahr waren in München allerdings noch 15 Neueinstellungen geplant.

Und nicht jede:r Gründer:in kann in der aktuellen Lage weiter einstellen. Im Gegenteil: Fast jedes fünfte Münchner Startup (19 Prozent) sieht sich aufgrund der Corona-Krise gezwungen, Personal abzubauen, um Kosten zu sparen. Bundesweit plant dies nur jeder Zehnte (11 Prozent).

Deutlich verbessert hat sich aus Sicht der Befragten die Verfügbarkeit von Personal vor Ort: Im Vorjahr waren nur 37 Prozent mit der Lage auf dem Bewerbermarkt zufrieden, bei der aktuellen Umfrage sind es 65 Prozent.

Münchener Startups wollen im Schnitt 9 neue Kolleg:innen einstellen

Auch Münchner Startups bekommen die Corona-Krise deutlich zu spüren

Die Corona-Krise geht jedoch nicht spurlos an den Startups vorüber. 78 Prozent geben an, dass die Pandemie ihre Geschäfte negativ beeinträchtigt hat (bundesweit: 74 Prozent). Dabei leiden die Startups insbesondere unter dem Ausfall von Veranstaltungen, verzögerten Auftragsvergaben und Umsatzrückgängen.

Der Vertrieb und die Kundenentwicklung sind aktuell die größten Herausforderungen – und im Vergleich zum Vorjahr noch komplizierter geworden. Zudem fällt es den Münchner Jungunternehmer:innen zunehmend schwer, an Kapital zu kommen: Jedes zweite Startup gibt an, dass die Kapitalbeschaffung derzeit eine der größten Hürden ist. 2019 lag dieser Wert bei 31 Prozent. Vier von zehn Befragten beklagen zudem die ausbleibende Finanzierung über Venture Capital (bundesweit: 32 Prozent).

So beeinflusst Corona die Geschäfte der Startups

So finanzieren sich die Münchner Startups

Münchner Startups nehmen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bereits deutlich häufiger externes Kapital auf (76 Prozent vs. 63 Prozent). Auch Business Angels sind im Münchner Startup-Ökosystem ein wichtiger Finanzgeber: 54 Prozent – und damit deutlich mehr als bundesweit (32 Prozent) – sammeln auf diesem Weg Geld ein. Und immerhin 29 Prozent der Münchner Startup-Entscheider:innen finanzieren sich über Wagniskapital. Bundesweit liegt dieser Anteil mit 19 Prozent deutlich tiefer.

Allerdings hat längst nicht jedes Münchner Startup, das sich das wünscht, Zugriff auf Risikokapital: Jedes Zweite (53 Prozent) hätte gerne eine Finanzspritze über Venture Capital – und sieht auch die Politik in der Verantwortung, dies zu fördern: 44 Prozent der Münchner Startups erachten den Ausbau der staatlichen VC-Finanzierungsangebote als besonders wichtige politische Maßnahme.

Wie die Münchner Gründer:innen an ihr Geld kommen

Gründer:innen fordern mehr Unterstützung seitens der Politik

Um gut durch die Krise zu kommen, sind die Münchner Startups nicht nur auf private Investoren, sondern auch auf staatliche Unterstützung angewiesen: Zwei Drittel haben solche Unterstützungsmaßnahmen bereits in Anspruch genommen. Dabei nutzten die Münchner Jungunternehmer:innen vor allem die Corona-Soforthilfen (40 Prozent) und das Kurzarbeitergeld (33 Prozent). Dennoch sehen sie bei den wirtschaftspolitischen Maßnahmen Luft nach oben: Die Angebote zur Bewältigung der Corona-Krise speziell für Startups bewerten die Befragten durchschnittlich nur mit der Note 4,1 – und damit schlechter als bundesweit (3,7).

Weitere Ergebnisse im Überblick

Lage auf dem Immobilienmarkt

Die Situation auf dem Immobilienmarkt bleibt angespannt. Die Gründer:innen kritisieren die Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien: Drei von vier Münchner Startups halten diese für schlecht oder sogar sehr schlecht.

Künstliche Intelligenz boomt

Innovative Technologien werden immer wichtiger: 53 Prozent der Münchner Startups geben an, dass KI großen Einfluss auf die Entwicklung ihres Geschäftsmodells hat. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als bundesweit und plus 14 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Expansion ins Ausland

Trotz Krise strecken die Münchner Startups ihre Fühler ins Ausland aus, um weiter zu wachsen. Knapp acht von zehn Startups in München (79 Prozent) – und damit deutlich mehr als der Bundesschnitt von 66 Prozent – planen den Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten.

Internationale Teams

Ein gutes Drittel der Beschäftigten (36 Prozent) kommt ursprünglich nicht aus Deutschland. Damit sind Münchner Startups internationaler als im bundesweiten Schnitt, wo nur 27 Prozent der Mitarbeiter:innen aus dem Ausland stammen.

We speak English

Die hohe Internationalität macht sich auch an der Arbeitssprache in Münchner Startups bemerkbar: In 42 Prozent der Unternehmen dominiert das Englische. Bundesweit wird nur in 30 Prozent der Startups überwiegend Englisch gesprochen.

„Die Botschaft aus der Münchner Startup-Szene ist klar: Die Bedingungen in München sind grundsätzlich gut. Um unbeschadet durch diese Jahrhundertkrise zu kommen, sind Startups jedoch auf Unterstützung angewiesen. Hier sind jetzt nicht nur der Bund, sondern auch der Freistaat Bayern und die Stadt München gefragt, der Startup-Szene mit gezielten Angeboten unter die Arme zu greifen.“

Sandra Zölch,PwC-Startup-Initiative Next Level für die Region Süd

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 8. Deutsche Startup Monitor, den PwC und der Bundesverband Deutsche Startups e. V. in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich knapp 2.000 deutsche Startups beteiligt, darunter 127 aus dem Großraum München.

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