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Startups in Hamburg: Regionalauskopplung des DSM

Deutscher Startup Monitor 2021: Hamburger Startups tun sich schwer mit der Finanzierung

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Thorsten Dzulko

Thorsten Dzulko
Standortleiter PwC Hamburg
Tel.: +49 40 6378-0
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Hamburger Startups kämpfen mit Finanzierung und Kapitalzugang

Die Zufriedenheit der Hamburger Startups mit den Bedingungen an ihrem Standort hat sich wieder deutlich verbessert: Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) gibt dem Ökosystem in der Hansestadt gute Noten. Dieser Wert liegt zwar unter dem bundesweiten Durchschnitt von 65 Prozent, aber deutlich höher als im Vorjahr, als nur 39 Prozent der Hamburger Gründer:innen mit den Gegebenheiten in ihrer Region zufrieden waren.

Dem Anspruch als Startup-Hotspot wird die Hansestadt jedoch noch nicht durchweg gerecht. Vor allem der Zugang zu Kapital gestaltet sich an Alster und Elbe schwierig. Ausbaufähig sind außerdem Kooperationen von Startups mit Wissenschaft und etablierter Wirtschaft. Punkten kann die Region dagegen mit ihrer kulturellen Attraktivität und der Anziehungskraft für Talente.

„Um Hamburg weiter zu einer Gründerhochburg auszubauen, kommt es jetzt darauf an, die Möglichkeiten zur Wachstumsfinanzierung signifikant zu verbessern. Eine gute Kapitalversorgung ist eine wichtige Voraussetzung, um ein Startup-Hotspot zu werden.“

Thorsten Dzulko, Standortleiter von PwC in Hamburg

Die Studie im Überblick

Kapitalbeschaffung in Hamburg besonders schwierig

Wenn es um die Finanzierung geht, schneidet Hamburg als Startup-Standort schwach ab. Zwar herrscht bei diesem Thema in Deutschland insgesamt Nachholbedarf - nur 38 Prozent der Befragten sind mit dem Zugang zu Kapital und Investitionen zufrieden. In Hamburg liegt dieser Wert mit 22 Prozent aber noch deutlich niedriger. Fast jede:r Zweite (44 Prozent) bezeichnet die Kapitalbeschaffung als eine der größten Hürden (bundesweit 36 Prozent).

Besonders deutlich werden die Defizite beim Blick auf die verschiedenen Finanzierungswege: Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil der Hamburger Startups, die sich durch Venture Capital und Business Angels finanzieren, abgenommen: Nur noch 13 Prozent haben Zugang zu Wagniskapital (bundesweit 20 Prozent), im Vorjahr waren es 22 Prozent.

Ähnlich sieht es bei den Business Angels aus: 2020 erhielt noch fast jedes zweite Hamburger Startup eine Finanzspritze auf diesem Weg, aktuell nur noch jedes dritte Unternehmen (bundesweit 30 Prozent).

Infografik: Erhaltene vs. bevorzugte Finanzierungsquellen

In puncto Kooperationen besteht Aufholbedarf

Auch wenn es um Kooperationen mit etablierten Unternehmen geht, herrscht in der Hansestadt Nachholbedarf. Nur 57 Prozent der Hamburger Startups kooperieren mit etablierten Firmen (bundesweit 65 Prozent). Und der Unmut der Gründer:innen mit dieser Situation ist messbar: Nur ein Drittel der Startups ist mit den Kooperationsmöglichkeiten mit erfahrenen Unternehmen zufrieden – bundesweit sind es immerhin 41 Prozent.

Dabei sind Kooperationen ein zentraler Entwicklungsfaktor für Startup-Ökosysteme und schaffen vielfältige Synergien. Umso wichtiger ist es für Startups, den Austausch mit der Wirtschaft zu stärken und ihre Netzwerke gezielt auszubauen.

Entwicklungspotenzial belegt die Studie auch beim Schulterschluss mit der Wissenschaft: Lediglich 37 Prozent der Hamburger Startups kooperieren mit wissenschaftlichen Einrichtungen (bundesweit 54 Prozent). Der Anteil der Ausgründungen aus der Wissenschaft ist mit sechs Prozent sogar noch geringer als bundesweit (zehn Prozent). Insofern verwundert es kaum, dass sich weniger als jedes vierte Gründerteam (23 Prozent) von der Universität kennt (bundesweit: 36 Prozent).

Tadel für die hohen Mieten

Neben dem Zugang zu Kapital und Investitionen gibt es für die Hamburger Startups noch ein anderes großes Ärgernis: den angespannten Immobilienmarkt. Der Frust darüber ist groß und nur 21 Prozent zeigen sich mit der Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien zufrieden – gegenüber einem deutschlandweiten Wert von 40 Prozent.

Infografik: Nur jeder Fünfte ist mit der Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien zufrieden

Lob für die Attraktivität der Hansestadt für Talente

Punkten kann die Elbmetropole mit ihrer kulturellen Attraktivität: Diesem Aspekt geben 86 Prozent der Befragten gute Noten. Weit zufriedener als im Bundesdurchschnitt zeigen sich die Hamburger Gründer:innen auch mit der Anziehungskraft der Stadt für Talente von außerhalb: 61 Prozent bewerten diese als positiv (bundesweit 47 Prozent). Mit Blick auf die hohe Attraktivität für Nachwuchskräfte aus dem In- und Ausland bietet Hamburg als internationale Metropole klare Vorteile bei der Rekrutierung.

Diesen Trumpf gilt es nun auszuspielen, denn die Personalsuche gewinnt auch in Hamburg an Brisanz. Die Rekrutierung zählt mittlerweile zu den Top5-Hürden, vor denen Startups stehen: Während im Vorjahr nur 14 Prozent über Probleme bei der Personalsuche klagten, sind es aktuell 23 Prozent. Das sind jedoch etwas weniger als in anderen Regionen: Bundesweit berichten 27 Prozent über Schwierigkeiten bei der Personalplanung und -rekrutierung.

Infografik: Kapitalbeschaffung bleibt nach der Kundengewinnung die größte Herausforderung

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick

Corona

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die Startups in der Elbmetropole weiterhin stark. 60 Prozent geben an, dass sie noch immer negativ von der Pandemie betroffen sind. Bundesweit liegt dieser Wert nur bei 51 Prozent.

Neueinstellungen

94 Prozent wollen wieder einstellen, nachdem die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr von 21 auf 13 gesunken war. Im Schnitt sollen in den kommenden zwölf Monaten sieben neue Kolleg:innen hinzukommen (bundesweit: neun).

Branchenschwerpunkte

Der Anteil von Startups aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie ist mit 24 Prozent gegenüber dem Bund (31 Prozent) niedriger. Dafür sind die Branchen Ernährung und Konsumgüter, Logistik und Medien-/Kreativwirtschaft stärker vertreten in der Hansestadt.

Diversität

Der Frauenanteil unter den Hamburger Gründer:innen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegt mit 21 Prozent über dem Bundesschnitt von 18 Prozent. 26 Prozent der Mitarbeiter:innen in Hamburger Startups kommen aus dem Ausland (bundesweit 28 Prozent).

„Deutschlandweit hat sich Wagniskapital zu einem der wichtigsten Finanzierungswege entwickelt. Auch etablierte Unternehmen beteiligen sich über Corporate Venture Capital immer häufiger an der Finanzierung von Startups. In Hamburg zeigt sich diese Entwicklung bisher aber noch nicht.“

Thorsten Dzulko,Standortleiter von PwC in Hamburg

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Startup-Verband und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich über 2.000 deutsche Startups beteiligt, davon 138 mit Sitz in Hamburg.

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