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Startups im Rhein-Main-Gebiet: Regionalauskopplung des DSM

Deutscher Startup Monitor 2021: Die Stimmung hellt sich deutlich auf, Gründungsdynamik stagniert

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Michael Burkhart
Managing Partner Region Mitte und Standortleiter Frankfurt bei PwC Deutschland
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Finanzierung klappt immer besser, Personalsuche wird zur Nagelprobe

Die Stimmung bei den Startups im Rhein-Main-Gebiet hat sich deutlich aufgehellt: Das Geschäftsklima liegt sogar über dem Niveau von 2019. Ein Grund dafür: Die Jungunternehmer:innen aus der Region kommen wieder leichter an Geld, insbesondere der Zugang zu Wagniskapital hat sich verbessert.

Allerdings gab es in den Jahren 2020/21 im Rhein-Main-Gebiet weniger Gründungen als bundesweit und nur jede:r zweite Gründer:in aus der Region ist mit den Bedingungen am Standort zufrieden. Insbesondere bei der Anziehungskraft für Talente schneidet die Region schwach ab. Mit Blick auf die Rekrutierungspläne der Startups – 91 Prozent wollen einstellen – könnte dies zum Problem werden.

„In Sachen Wagniskapital geht es für die Startups im Rhein-Main-Gebiet endlich voran. Erfreulich ist, dass in der Region überdurchschnittlich viele etablierte Unternehmen über Corporate Venture Capital strategische Investitionen in Startups tätigen.“

Michael Burkhart, Managing Partner Region Mitte und Standortleiter Frankfurt bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Das Geschäftsklima hellt sich auf

Das Geschäftsklima für die Startups im Rhein-Main-Gebiet hat sich deutlich erholt: Der Saldo liegt mit 54,2 Punkten deutlich höher als im Vorjahr (33,5 Punkte) und klar über dem Niveau von 2019 (45,5 Punkte). Damit sind die Startups im Rhein-Main-Gebiet auch optimistischer als der Bundesschnitt (52,2 Punkte).

Dennoch stellt die Corona-Pandemie die Jungunternehmer:innen vor Herausforderungen: So geben 43 Prozent der Startups aus der Region an, dass sie negativ von der Pandemie betroffen sind. Auf Bundesebene liegt dieser Wert mit 51 Prozent jedoch deutlich höher.

Zahl der Neugründungen stagniert 

Die Zahl der Neugründungen in der Region stagniert jedoch im Vergleich zur bundesweiten Entwicklung: Nur 38 Prozent der befragten Startups aus dem Rhein-Main-Gebiet wurden in den Jahren 2020/21 gegründet (bundesweit: 44 Prozent). Ein Malus könnte auch sein, dass die Rhein-Main-Region mit 21 Prozent um fünf Prozentpunkte schlechter abschneidet, wenn es um forschungsnahe Ausgründungen geht. Die Stadt Frankfurt ist sogar ganz weit abgeschlagen mit gerade mal 14 Prozent.

Infografik: Zahl der Neugründungen stagniert

Nur jedes 2. Startup ist mit dem Ökosystem in der Region zufrieden

Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass die befragten Startups dem Ökosystem ihrer Region schlechtere Noten geben als bundesweit. Nur gut jedes zweite Startup (53 Prozent) bewertet es positiv. Das sind deutlich weniger als im Bundesschnitt, wo 65 Prozent mit den Bedingungen an ihrem Standort zufrieden sind. Allerdings zeigt sich durchaus ein differenziertes Bild: So werden die Ökosysteme in Darmstadt und Frankfurt mit 62 und 68 Prozent bewertet.

Eine Schwäche scheint in der Anziehungskraft der Region für Talente zu liegen: Nur 33 Prozent sind damit zufrieden; bundesweit liegt dieser Anteil bei 47 Prozent. Eine zentrale Ursache dafür ist insbesondere im Ballungsraum Frankfurt die Wohnsituation: Hohe Mieten und das beschränkte Wohnraumangebot verknappen den Arbeitnehmermarkt.

Die Kapitalbeschaffung ist einfacher geworden 

Einfacher geworden ist dagegen die Kapitalbeschaffung: 2020 nannten noch 47 Prozent der Startups aus der Region die Kapitalbeschaffung als große Herausforderung; in der aktuellen Umfrage sind es nur noch 33 Prozent. Insbesondere mit Blick auf Wagniskapital hat sich die Lage verbessert: Jedem Fünften gelingt es mittlerweile, sich über Venture Capital zu finanzieren. Während im Vorjahr nur zwölf Prozent der Startups aus der Region Venture Capital zur Verfügung hatten, sind es aktuell immerhin 21 Prozent – in Frankfurt sogar 27 Prozent.

Ein Drittel der Wagniskapitalfinanzierung stammt von anderen Unternehmen, bundesweit sind es nur 23 Prozent. Die etablierte Wirtschaft ist im Rhein-Main-Gebiet damit deutlich aktiver in das Startup-Ökosystem involviert als in anderen Regionen.

Infografik: Der Zugang zu Kapital hat sich deutlich verbessert

Die Pandemie bringt kaum Entspannung auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet droht sich mit Blick auf den Fachkräftemangel zu einem handfesten Problem für die Arbeitgeber der Region zu entwickeln – daran haben auch die Pandemie und der Trend zum Homeoffice nichts geändert. So würde die Mehrheit der Berufstätigen aus dem Rhein-Main-Gebiet bei einer kräftigen Mieterhöhung über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken; bei den jungen Arbeitnehmer:innen sind es sogar drei Viertel.

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Neun von zehn Startups wollen einstellen

Das Jobpotenzial der Startups in der Region ist laut Umfrage ausbaufähig: Mit neun Mitarbeitenden haben die Startups der Region Rhein-Main ohnehin nur noch halb so viele Beschäftigte wie im Bundesdurchschnitt (knapp 18). Damit ist die Zahl auf dem Niveau des Vorjahres geblieben, während bundesweit im Schnitt um vier Kolleg:innen aufgestockt wurde.

In den kommenden zwölf Monaten wollen die Startups der Region aber wieder wachsen: 91 Prozent planen Neueinstellungen. Im Schnitt sollen sechs (bundesweit: neun) neue Kolleg:innen hinzukommen. Die Umsetzung könnte jedoch knifflig werden, denn fast jede:r Dritte (31 Prozent) berichtet über Probleme bei der Personalsuche (bundesweit: 27 Prozent). Im Vorjahr lag dieser Wert nur bei 15 Prozent.

Die Personalplanung und Rekrutierung entwickelt sich damit zu einer der Top 5-Herausforderungen der Jungunternehmer:innen. Auf Platz 1 und 2 der Hürden stehen das Thema Vertrieb/Kundengewinnung und die Produktentwicklung.

Infografik: Personalsuche wird zu einer zentralen Herausforderung für Startups

Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick

Technologien

70 Prozent der Startups in der Region Rhein-Main verfügen über digitale Geschäftsmodelle (bundesweit: 65 Prozent). Dabei treiben sie wichtige Zukunfts-Technologien voran: Für 43 Prozent spielt Künstliche Intelligenz eine große Rolle. Aber auch andere Technologien wie Industrie 4.0 (33 Prozent) und Blockchain (elf Prozent) sind für die Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet relevant.

Nachhaltigkeit

Für 72 Prozent der Startups im Rhein-Main-Gebiet ist Nachhaltigkeit zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. 61 Prozent sagen außerdem, dass Nachhaltigkeit und Wachstum gleichberechtigte Ziele sein können. Knapp jedes zweite Startup (48 Prozent) sieht sich insgesamt als Teil der Green Economy (bundesweit: 43 Prozent). 

Diversität

29 Prozent der Mitarbeitenden stammen aus dem Ausland. In Frankfurt liegt der Anteil mit 32 Prozent etwas höher – aber doch klar unter dem Wert in Berlin, wo 45 Prozent der Startup-Mitarbeiter:innen aus dem Ausland stammen. 

Der Anteil der Gründerinnen liegt mit 16 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 18 Prozent – ist im Vergleich zum Vorjahr aber immerhin um drei Prozentpunkte gestiegen. 

Kooperationen

In der Rhein-Main-Region gibt es noch viel Potenzial für Kooperationen: Nur 56 Prozent kooperieren mit anderen Startups (bundesweit 58 Prozent), 60 Prozent mit etablierten Unternehmen (bundesweit 65 Prozent) und lediglich 49 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen (bundesweit 43 Prozent). 

Dabei zeigen sich jedoch starke regionale Unterschiede: Im hochschulgeprägten Darmstadt kooperieren besonders viele Startups mit der Wissenschaft (79 Prozent). 

Internationalisierung

Mehr als zwei Drittel der Startups aus der Region (68 Prozent) wollen internationalisieren. Das sind nur minimal weniger als im Bundesschnitt (69 Prozent). Für die große Mehrheit (84 Prozent) stehen dabei die EU-Länder im Fokus. Immerhin gut ein Viertel (26 Prozent) nimmt Ziele in Nordamerika ins Visier. 

„Die Zahl der Neugründungen im Rhein-Main-Gebiet stagniert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen zieht es viele Gründende in die etablierten Startup-Ökosysteme Berlin und München. Zum anderen konkurrieren die Gründer:innen im Rhein-Main-Gebiet mit vielen starken Unternehmen um Mitarbeitende – zumindest in Berlin ist diese Konkurrenz nicht so groß.“

Daniel Spengemann, Leiter der PwC-Startup-Initiative NextLevel in der Rhein-Main-Region

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e.V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Studie haben sich über 2.000 deutsche Startups beteiligt, davon 136 mit Sitz im Rhein-Main-Gebiet.

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