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Alexander Dotterweich
Partner bei PwC Deutschland
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Cyberangriffe zählen heutzutage zu den größten operativen Risiken für Unternehmen jeder Größe und Branche.
Die Festlegung einer angemessenen Deckungsstruktur, sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch der finanziellen Grenzen, ist jedoch oft eine komplexe Aufgabe.
In solchen Fällen ist eine versicherungsmathematische Bewertung der Cyber-Deckung sinnvoll. Unser Prozess ist vollkommen datengestützt und zielt darauf ab, den Versicherungsschutz auf die spezifische Bedrohungslage und Risikobereitschaft eines Unternehmens zu quantifizieren und zu bewerten.
Ausgangspunkt ist die Erstellung von Cyber-Bedrohungsszenarien. Ein interdisziplinäres Team analysiert das Geschäftsmodell, um kritische Prozesse, Systeme und Daten sowie die Cybersicherheit von Lieferanten und Partnern zu identifizieren.
Es erfolgt eine umfassende Prüfung bestehender Sicherheitsmaßnahmen zur Identifikation von Schwachstellen und gezielten Verbesserungen. Jede Sicherheitsmaßnahme wird auf Kontrollreife bewertet, abgestimmt auf anerkannte Standards (z. B. NIST) oder interne Vorgaben. Ein quantitatives Modell verknüpft Angriffspfade mit Kontrollreife entlang des Angriffszyklus und bewertet, inwiefern Reifegrade und Angriffsmöglichkeiten die Kompromittierungs-Wahrscheinlichkeit erhöhen können. Das Modell unterstützt zudem die Priorisierung von IT-Sicherheitsinvestitionen.
Szenariobasierte Simulationen (z. B. Monte-Carlo) quantifizieren potenzielle Schäden aus Angriffen wie Ransomware oder Phishing, einschließlich direkter Kosten (Incident Response, Bußgelder) und indirekter Folgen (Betriebsunterbrechung, Reputationsverlust). Branchenspezifische Benchmarks und empirische Daten fließen ein. Experten validieren die Ergebnisse zur fundierten Risiko- und Versicherungsbewertung.
Wahrscheinlichkeitsverteilungen bilden Häufigkeit und Schwere von Schäden ab. Mit Copula-Methoden werden Abhängigkeitsstrukturen und Kaskadeneffekte (IT, Cloud, Lieferketten) berücksichtigt. Die Verlustverteilung unterstützt angemessene Versicherungslösungen, die Risikoübertragung und Prävention optimal ausbalancieren.
Versicherungsparameter wie Deckungssummen und Selbstbehalte werden an das ermittelte Risiko angepasst, um passgenauen Schutz zu gewährleisten. Die Analyse identifiziert Kontrolllücken zur gezielten Verbesserung, verringert Risiken und kann zu günstigeren Versicherungsbedingungen führen.