Emissionsmarkt Deutschland

Porsche Börsengang verhindert schlechtestes IPO Jahr seit 2009

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Nadja Picard

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Partnerin, PwC Europe Capital Markets Leader bei PwC Deutschland
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Über die Analyse

Im „Emissionsmarkt Deutschland“ analysiert PwC vierteljährlich sämtliche Aktienneuemissionen sowie Kapitalerhöhungen an der Börse Frankfurt. Darüber hinaus werden Neuemissionen von Unternehmensanleihen deutscher Emittenten erfasst. Die Angaben der Kapitalerhöhungen basieren auf Informationen von Thomson Reuters und beinhalten Transaktionen bis einschließlich 02. Dezember 2022.

„Steigende Zinsen, eine anhaltend hohe Inflation und die wachsenden Sorgen vor einer Rezession setzten den Kapitalmärkten im Jahr 2022 zu. Deutliche Korrekturen an den Märkten und die damit einhergehende hohe Volatilität sorgten für ein schwieriges Klima, das Börsengänge in Deutschland fast vollständig ausbremste.“

Nadja Picard, PwC Europe Capital Markets Leader bei PwC Deutschland

Hot Topics Q4 2022

Porsche-Börsengang verhindert schlechtestes IPO-Jahr seit 2009 

  • Einzig dem Porsche-Börsengang im dritten Quartal ist es zu verdanken, dass das Emissionsvolumen 2022 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr lag. Ohne diesen Mega-IPO, der allein 9,1 Milliarden Euro in die Kassen spülte und damit die zweitgrößte Erstnotiz in der deutschen Geschichte darstellt, wäre 2022 als schwächstes IPO-Jahr seit 2009 in die Geschichte eingegangen.
  • Unter den vier Börsengängen auf dem Frankfurter Parkett waren zwei so genannte Special Purpose Acquisition Companies (SPACs). Damit sind es insgesamt sechs an der Frankfurter Börse in der jüngeren Vergangenheit, von denen bereits zwei das DE-SPAC vollzogen haben.

Lichtblick bei den IG-Fremdkapitalemissionen

  • Einzig bei den Fremdkapitalemissionen gibt es positive Signale: Im Schlussquartal 2022 erreichten die Neuemissionen von Bonds im Investment Grade ein Volumen von rund 10,9 Milliarden Euro. Die Investment Grade-Märkte sind weiterhin offen für Fremdkapitalaufnahmen und funktionsfähig – und trotzen damit dem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld, in dem Investoren nach vermeintlich sicheren Investitionsmöglichkeiten mit soliden Renditeversprechen suchen.
  • Anders sieht es im High Yield Grade aus: Nachdem der Markt für High Yield Bonds im zweiten Quartal 2022 vollständig zum Erliegen kam, blieb eine schnelle Erholung auch im zweiten Halbjahr aus. Nur vereinzelt standen High Yield Bonds zur Aufnahme von Fremdkapital zur Verfügung. Im Schlussquartal blieben mit nur einer Emission sowohl Anzahl als auch Volumen der High Yield Bond-Emissionen weiterhin deutlich unter den Vorjahresquartalen. 

Verhaltener Ausblick auf 2023

  • Selbst wenn der Höhepunkt der Inflation hinter uns liegen sollte und weitere Zinsschritte dadurch gegebenenfalls kleiner ausfallen als zuletzt, ist das wirtschaftliche Umfeld im Moment äußerst schwierig und daher die Unsicherheit am Kapitalmarkt sehr groß. Daher wird in der ersten Jahreshälfte 2023 von keinem IPO-Boom an der Börse ausgegangen.
  • Es ist zwar möglich, dass sich im ersten oder zweiten Quartal ein Zeitfenster öffnet, in dem sich ein Börsengang gut realisieren lässt. Schließlich ist die Pipeline an Börsenaspiranten seit zwei Jahren gut gefüllt, wird aber aufgrund der widrigen Bedingungen nicht abgearbeitet. Aber weder bei den IPOs noch bei den Kapitalerhöhungen wird im aktuellen Umfeld eine Erholung des Marktes erwartet.

Das Marktumfeld in Q4 2022

Deutliche Korrektur an den Kapitalmärkten in 2022

Die steigenden Zinsen sowie anhaltend hohe Inflation bei gleichzeitig zunehmenden Sorgen vor einer Rezession in den USA und Teilen Europas setzten den Kapitalmärkten in 2022 zu. Nach Jahreshöchstständen setzte gleich zu Beginn des Jahres eine deutliche Korrektur an den Märkten ein, im Oktober erreichte der DAX den niedrigsten Stand seit Juni 2020. Sowohl zyklische Werte und Technologie-Unternehmen als auch Banken und Immobilienunternehmen verloren aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Zinsumfeld deutlich an Wert.

Insights Q4 2022

Spektakulärer Einbruch bei IPOs und Kapitalerhöhungen

Auch wenn es an den Kapitalmärkten zum Jahresende leicht bergauf ging, fand im Schlussquartal kein einziger Börsengang mehr statt. Und auch in Sachen Kapitalerhöhungen endet das Krisenjahr 2022 enttäuschend: Lediglich zwei Unternehmen aus der Konsumgüter- bzw. Finanzbranche besorgten sich im vierten Quartal via Kapitalerhöhung frisches Geld am Aktienmarkt.

Aktuelle Entwicklungen am Kapitalmarkt in Europa und am Kapitalmarkt weltweit

Global IPO Watch

Der englischsprachige Newsletter „Global IPO Watch“ informiert einmal im Quartal über aktuelle Entwicklungen am Kapitalmarkt weltweit.

IPO Watch Europe

Der Newsletter „IPO Watch Europe“ informiert einmal im Quartal in englischer Sprache über aktuelle Entwicklungen am Kapitalmarkt in Europa.

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Stephan Wyrobisch

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