Cloud Governance in Deutschland 2021

Aktuelle PwC-Studie: Weiter zunehmende Cloudifizierung durch Vertrauen und Transparenz.

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Markus Vehlow

Markus Vehlow
Partner, Cloud Assurance Lead bei PwC Deutschland
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Die Cloud ist in den Unternehmen angekommen

Digitalisierung und neuartige Technologien spielen für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen eine immer größere Rolle. So gehört Cloud Computing in der Unternehmenswelt inzwischen zum Standard und gilt als Voraussetzung für viele neuen Technologien. Die Verbreitung von Cloud Computing, Erwartungen an Cloud-Dienste und -Anbieter sowie Herausforderungen beim Cloud-Einsatz sind zentrale Themen der vorliegenden Studie, für die Kantar im Auftrag von PwC 430 Mitglieder des ISACA Germany Chapter e. V. (ISACA) befragt hat. Dies ist bereits die zweite Studie dieser Art, sodass an zentralen Stellen Trendvergleiche zum Jahr 2015 aufgezeigt werden.

Cloud Computing hat sich fest in den IT-Abteilungen deutscher Unternehmen etabliert: 90 Prozent nutzen mittlerweile Cloud-Dienste. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als noch 2015. Die allermeisten Firmen haben also mittlerweile Erfahrungen mit der Nutzung von IT-Ressourcen aus dem Internet gesammelt.

Die wichtigsten Vorteile, die Unternehmen mit Cloud-Diensten realisieren, sind ein Plus an Flexibilität und Skalierbarkeit. Aber auch die Unterstützung bei der Einführung neuer Geschäftsmodelle und Technologien ist ein wichtiges Argument für die Cloud. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge oder die Blockchain sind ohne Cloud-Dienste schlicht nicht umsetzbar.

„Cloud Computing ist längst fester Bestandteil unseres privaten und beruflichen Lebens geworden. Die Covid-19 Pandemie hat diesen Trend weiter beschleunigt und verstärkt. Umso wichtiger ist es, dass Cloud-Anbieter ein hohes Niveau an Informationssicherheit gewährleisten und Anwenderunternehmen den Einsatz von Cloud-Diensten gezielt steuern. Nur dann lassen sich die Vorteile der Cloud vollumfänglich realisieren.“

Markus Vehlow, Partner, Cloud Assurance Lead bei PwC Deutschland

Neben der Begeisterung für die mit Cloud umsetzbaren Möglichkeiten besteht jedoch weiterhin ein gewisses Maß an Skepsis: Insbesondere sind noch immer Bedenken hinsichtlich der Informationssicherheit sowie möglicher Compliance-Verstöße präsent.

Die Studie im Überblick

Cloud-Skeptiker fürchten Compliance-Verstöße

Wer sich gegen die Cloud entscheidet, hat meist aus Sorge um Compliance und Sicherheit: Sechs von zehn Unternehmen, die eine Nutzung der Cloud ablehnen, fürchten Compliance-Verstöße. Rund jeder Zweite ist der Meinung, dass die Sicherheit der Unternehmensdaten in der Cloud nicht ausreichend gewährleistet ist. Diesen Grund nannten bei der Befragung im Jahr 2015 allerdings noch drei Viertel der Befragten.

„Wir beobachten, dass die Anbieter in den vergangenen Jahren viel Vertrauen aufgebaut haben – und das zurecht, denn die Cloud kann mittlerweile ein hohes Niveau an Informationssicherheit bieten."

Markus Vehlow, Partner, Cloud Assurance Lead bei PwC Deutschland

Der Vertrauenszuwachs für die Cloud zeigt sich auch an der gestiegenen Bereitschaft, Cloud-Dienste für unternehmenskritische Daten zu verwenden: In der aktuellen Befragung geben rund zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen an, dass sie eine Cloud-Nutzung auch für sensible Daten für vertretbar halten (plus 10 Prozentpunkte im Vergleich zu 2015).

Das sind die wichtigsten Vorteile der Cloud

Die zentralen Vorteile, die sich die Unternehmen von der Cloud erhoffen, sind mehr Flexibilität und Skalierbarkeit, verkürzte Vorlaufzeiten bei der Einführung neuer Produkte sowie Kosteneinsparungen. Aber auch die verbesserte Verfügbarkeit von IT-Funktionen und die passgenaue Unterstützung neuer Geschäftsmodelle gelten als Stärken von Cloud Computing.

Beim Thema Kosten erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Cloud allerdings nicht immer: Nur 48 Prozent der Cloud-Nutzer sehen in der Praxis eine Verbesserung der Kostensituation, 10 Prozent berichten über eine Verschlechterung. Die Hoffnung, mit Cloud-Diensten mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und Schnelligkeit bei der Einführung neuer Produkte zu erreichen, werden jedoch meist erfüllt: 60 Prozent bestätigen, dass Cloud Computing ihnen bei diesen Aspekten klare Vorteile verschafft. Bei der Ermöglichung neuer Geschäftsmodelle sind es sogar 65 Prozent, die über eine Verbesserung dank Cloud-Diensten berichten.

So gehen Anwenderunternehmen mit den Risiken um

Da der Einsatz von Cloud-Diensten das individuelle Risikoprofil beeinflusst, müssen Anwenderunternehmen die mit der Cloud-Nutzung verbundenen Risiken identifizieren und steuern: Drei Viertel der Befragten führen hierzu Risikoanalysen durch; zwei Drittel haben Prozesse zur Risikoüberwachung und -steuerung etabliert. Nachholbedarf zeigt sich jedoch bei der Sensibilisierung der Mitarbeitenden: Nur ein Drittel der befragten Unternehmen hat sein Personal für Cloud-bezogene Risiken sensibilisiert und entsprechend geschult.

Die Cloud als Nährboden für Innovation

Ein wichtiger Treiber für den Einsatz der Cloud sind neue Technologien, wie das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz oder Blockchain, die ohne die Cloud überhaupt nicht denk- und nutzbar sind.

„Die Cloud ist der Nährboden für neue Technologien und damit ein wesentlicher Treiber für Innovation.“

Markus Vehlow, Partner, Cloud Assurance Lead bei PwC Deutschland

Den größten Bedarf beim Einsatz neuer Technologien sehen die Befragten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (86 Prozent). Bei der Umsetzung stehen die meisten Unternehmen allerdings noch am Anfang: Erst 25 Prozent haben KI-Technologien implementiert, 26 Prozent befinden sich immerhin in der Testphase.

Aber auch bei Robotic Process Automation (RPA) und dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) sehen drei von vier Unternehmen Bedarf; 36 bzw. 30 Prozent der Unternehmen haben diese Technologien bereits implementiert. Der Einsatz von Blockchain-Technologien ist dagegen noch Zukunftsmusik: 69 Prozent sehen zwar grundsätzlich Bedarf, aber nur 11 Prozent haben eine solche Lösung bereits im Einsatz.

Weitere Ergebnisse im Überblick

Der Anteil der Nichtnutzer ist verschwindend gering

Nur drei Prozent der befragten Unternehmen nutzen keine Cloud-Dienste und planen auch in Zukunft nicht, Cloud-Dienste einzusetzen. 

In der Chefetage angekommen

Cloud Computing ist heute deutlich stärker in der Unternehmensleitung verankert als noch 2015: 84 Prozent bestätigen, dass das Thema in der Führungsebene angekommen ist (plus 31 Prozentpunkte).

Strategisch verankert

Zwei Drittel der befragten Unternehmen können mittlerweile eine dezidierte Cloud-Strategie vorweisen (2015: 55 Prozent). Aber nur in 44 Prozent der Firmen ist die Cloud Teil einer zentralen Unternehmensstrategie.

Entscheidungskriterien bei der Auswahl

Bei der Auswahl von Cloud-Anbietern achten die Anwender vor allem auf Compliance-Aspekte, wie bspw. das mit Testierungen und Zertifizierungen nachgewiesene Niveau an Informationssicherheit. Zudem spielen der Ort der Datenverarbeitung und -speicherung sowie das Image des Anbieters eine Rolle.

Der Cloud-Einsatz ist mit Aufwand verbunden

Rund zwei Drittel der Cloud-Nutzer berichten von gestiegenen Anforderungen an das Sicherheits- und Risikomanagement durch die Nutzung von Cloud-Diensten. 56 Prozent sehen wachsenden Aufwand für juristische Prüfungen.

Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie, für die PwC und ISACA, der Berufsverband der IT-Revisoren, IT-Sicherheitsmanager und IT-Governance-Beauftragten, rund 430 Mitglieder des ISACA Germany Chapter e.V. befragt haben.

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