Smart Metering

PwC-Studie 2020: Positionierung der Energievertriebe

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Max Mustermann

Alexander Bräuer
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Die Digitalisierung der Messinfrastruktur im Energiesektor nimmt Fahrt auf

Der Startschuss zur Digitalisierung der Messinfrastruktur in der deutschen Energiewirtschaft ist gefallen – und zwar mit der Zertifizierung eines dritten Smart Meter Gateways (SMGW) Ende 2019 sowie der Markterklärung im Januar 2020. Für den Gesetzgeber ist das ein entscheidender Baustein der Energiewende. Netze werden lokaler steuerbar und Verbraucher können ihre Energieeffizienz stärker selbst beeinflussen. Dieser letzte, entscheidende Punkt gelingt jedoch nur dann, wenn Mehrwertprodukte für private und geschäftliche Endkunden geschaffen werden, die diese auch nachfragen.

Wie bewerten Energielieferanten diese Entwicklung? Mit welchen Chancen rechnen sie für das eigene Unternehmen – und worin bestehen ihre größten Herausforderungen? Das wollten die Berater von PwC wissen und diskutierten mit insgesamt 52 Energieversorgungsunternehmen (EVU) unterschiedlicher Größe zu 11 Thesen. Das kleinste der teilnehmenden EVU hat knapp 12.000, das größte mehr als 4,5 Millionen Kunden in der Sparte Strom. Die beteiligten Unternehmen decken circa 35 Prozent des Endkundenmarkts Strom in Deutschland ab.

Die Studie im Überblick

EVU sehen Chancen und Risiken im steigenden Wettbewerb und sind selbstbewusst, diesen zu bestehen

Sind Mehrwertprodukte und Dienstleistungen erforderlich, um den Verlust im Kerngeschäft zu vermeiden und erschwert der Verlust der digitalen Kundenschnittstelle den Zugang auch für weitere Produkte? Jeweils ca. 70 Prozent der Befragten stimmen diesen Thesen zu bzw. vollkommen zu. Zudem sehen ebenso viele Befragte durch Smart Metering ein erhöhtes Potenzial im Energiedienstleistungsgeschäft. Dies wird dadurch bekräftigt, dass bei vielen Energiedienstleistungsangeboten (z.B. PV-Anlage, E-Mobilität, steuerbare Wärmepumpen) ein intelligentes Messsystem gesetzlich zum Einsatz kommen muss.

Sind „branchenfremde“ Marktteilnehmer (vor allem Abrechnungsdienstleister, Technologiekonzerne und Startups) im zunehmenden Wettbewerb um Produkte und Dienstleistungen auf Basis der SMGW-Infrastruktur gegenüber EVU im Vorteil? Dies bestätigte weniger als ein Drittel der Umfrageteilnehmer.

Noch haben EVU gegenüber neuen Marktteilnehmern, auf Grund ihres spezifischen Wissens in der Energiebranche, nach eigener Einschätzung, also einen Vorsprung im sich verstärkenden Wettbewerb.

EVU wünschen sich zwar größere Investitionssicherheit, trotzdem werden Investitionen in den wMSB vorgenommen

Der These, dass der Gesetzgeber mit dem Vorantreiben des SMGW die notwendige Investitionssicherheit geschaffen habe, widersprachen mehr als zwei Drittel der Befragten. Durch den langwierigen Rollout- und Standardisierungsprozess fehlt aktuell, aber auch mittel- bis langfristig, die Skalierung.

Ein wesentlicher Teil der Investitionen betreffen auch den Aufbau des wMSB. 70 Prozent der Befragten verbinden damit hohe Einstiegskosten ohne bereits klar erkennbaren Return. Trotzdem haben 13 Unternehmen den wMSB bereits ausgeprägt, 20 Unternehmen planen aktuell dessen Umsetzung (insgesamt 60 Prozent). Die fehlende Investitionssicherheit verhindert somit Investitionen nicht, sie werden jedoch deutlich vorsichtiger getroffen und langsamer umgesetzt.

Strategische Partnerschaften und Veränderungen in Organisation und Kultur sind für den Erfolg unverzichtbar

Um den wettbewerblichen Messstellenbetrieb wirtschaftlich zu betreiben und die passenden Mehrwertdienste anzubieten, sind strategische Kooperationen und Partnerschaften unerlässlich – dieser Aussage stimmten 87 Prozent der Umfrageteilnehmer zu. Strategische Kooperationen sichern den Erfolg am Markt. Zudem wird das Risiko der Fehlinvestition reduziert. Die deshalb verstärkt erforderliche Fähigkeit strategische Partnerschaften zu entwickeln, einzugehen und zu managen führt zur nächsten These bzgl. der Veränderung in Organisation und Kultur.

Auch der These, dass der erfolgreiche Wandel zu einem digitalen Lösungsanbieter eine drastische Veränderung der internen Organisationsstruktur und -kultur der EVUs erfordert, wird mit über 80 Prozent zugestimmt. Hier gilt es, den begonnenen Wandel vom Commodity Anbieter zum technologieorientierten Energiedienstleister hin zum digitalen Lösungsanbieter konsequent fortzusetzen.

EVU müssen sich also weiter verändern, um mit strategischen Partnern und einem angepassten – stärker auf Kundensegmente fokussiertem Produkt- und Dienstleistungsportfolio – mittel- bis langfristig erfolgreich zu bleiben.

Ausblick

Soweit Sie die Kernaussagen vertiefen möchten bzw. Sie die differenzierten Ergebnisse bzgl. der einzelnen Größenklassen der Teilnehmer interessiert, empfehlen wir Ihnen die Lektüre der Studie. Gerne können Sie auch mit unseren Experten Kontakt aufnehmen, um über die Erkenntnisse zu diskutieren.

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Alexander Bräuer

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Matthias Gabriel

Matthias Gabriel

Manager, Energy & Utility Consulting, PwC Germany

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