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Bedarf für digitale Identitätsnachweise steigt

PwC Studie: eID im Aufwind, digitale Wallets vor dem Durchbruch

20 %

haben 2025 die eID‑Funktion genutzt – eine Verdreifachung gegenüber 2021.

58 %

kennen die eID, nutzen sie aber nicht – die größte Nutzungslücke aller Ident‑Verfahren.

1/2

der Befragten würden eine digitale Brieftasche nutzen; bei 25–34‑Jährigen steigt die Bereitschaft auf 76 %.

37 %

nennen Banken als bevorzugten Herausgeber der digitalen Brieftasche – ähnlich viele Meldeämter & Ministerien.

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Johannes Jahnke
Senior Manager, PwC Germany
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Digitale Identitäten im Alltag – und große Chancen für digitale Services

Die Akzeptanz digitaler Identitätsnachweise nimmt in Deutschland deutlich zu. Unsere aktuelle PwC‑Studie „Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen 2025“ zeigt: Die eID‑Funktion ist drei Vierteln der Bevölkerung bekannt und ihre Nutzung hat sich seit 2021 nahezu verdreifacht. Dennoch bleibt eine ausgeprägte Nutzungslücke bestehen – vor allem, weil viele Menschen der Meinung sind, wenige Anwendungsmöglichkeiten zu haben, ihre PIN nicht kennen, oder die Aktivierung als zu komplex empfinden.

Parallel dazu rückt die digitale Brieftasche stärker in den Fokus. Mehr als jede:r Zweite würde eine Wallet nutzen, die wichtige Ausweisdokumente und verifizierte Nachweise sicher bündelt. Besonders offen sind gut ausgebildete, berufstätige Menschen mit höheren Einkommen. Im Umgang mit der digitalen Brieftasche erwarten die Befragten einfache, medienbruchfreie Prozesse – etwa bei Kontoeröffnung, Vertragsabschluss, Serviceanfragen oder digitalen Behördengängen.

Für Banken, Versicherer, Unternehmen und öffentliche Stellen entsteht daraus ein klares Mandat: Nur wenn Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und alltagsnahe Use Cases konsequent zusammengedacht werden, können eID und digitale Wallet ihr Potenzial entfalten – und zu skalierbaren, effizienten digitalen Prozessen in Onboarding, Kundeninteraktion und Service beitragen.

„Das Potenzial der Digitalen Brieftasche ist enorm - vorausgesetzt, Sicherheit, einfache Nutzung und alltagstaugliche Anwendungsfälle greifen überzeugend ineinander.“

Johannes Jahnke,Financial Services Transformation, Embedded Identity Lead bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

eID-Nutzung seit 2021 deutlich angestiegen

Ein besonders gutes Sicherheitsimage genießen bei den deutschen Verbraucher:innen das Post-Ident- sowie das Bank-Ident-Verfahren. Bank-Ident gilt aktuell als die benutzerfreundlichste Legitimationsvariante, gefolgt von Auto-Ident, der eID-Funktion des neuen Personalausweises (nPA) und Video-Ident. Das bekannteste Verfahren ist nach wie vor Post-Ident. Die meisten kennen es, zwei Drittel haben es bereits genutzt, überproportional vertreten dabei sind zunehmend Haushalte mit geringerer Bildung. In punkto Benutzerfreundlichkeit findet sich Post-Ident jedoch mittlerweile abgeschlagen hinter allen digitalen Optionen.

So sind die digitalen Legitimationsverfahren auf dem Vormarsch und verzeichnen seit 2023 einen deutlichen Nutzungszuwachs. Am meisten hat die eID-Funktion des nPA zugelegt – dies allerdings von einem im Jahr 2023 noch niedrigen Nutzungsniveau. Besonders stark genutzt wird die eID unter den 25–44-Jährigen; bei den Älteren nimmt die Nutzungsintensität ab. Regionale Unterschiede zeigen Nord- und Ostdeutschland mit geringerer Nutzung (ca. 23–24 % [sehr] häufig) im Vergleich zum Mittelteil und dem Süden Deutschlands (ca. 29–34 %).

Die Mehrzahl der Nutzer:innen schätzt, dass der digitale Personalausweis auch privat genutzt werden kann, z. B. bei Banken oder Versicherungen. Für rund die Hälfte ist es sogar sehr wichtig, dass die eID auch bei Bankgeschäften, im Gesundheitswesen und bei der Steuererklärung eingesetzt werden kann. Am wichtigsten ist jedoch die Nutzungsmöglichkeit bei digitalen Behördengängen (57 % halten diese für sehr wichtig).

Wenn man die Nutzungserfahrung im Zeitreihenvergleich betrachtet, zeigt sich das hohe Potenzial der eID-Funktion. Während 2021 nur 7 % der bundesdeutschen Verbraucher:innen angaben, die eID-Funktion schon einmal genutzt zu haben, waren es 2023 schon 13 % und in 2025 sogar 20 %. 

Wichtiger Grund für Nutzungslücke: PIN vergessen oder nicht vorhanden

Die eID-Funktion des neuen Personalausweises ist rd. drei von vier Bürgern bekannt, wird aber nur wenig genutzt. Nur 20 % haben sie bereits eingesetzt. Damit liegt die Nutzungslücke trotz hoher Bekanntheit deutlich über 50 % – viele wissen von der Funktion, nutzen sie aber nicht. Dabei sind die Männer im Durchschnitt besser informiert als die Frauen und haben die Funktion auch schon häufiger genutzt. 

Gleichzeitig wird die eID besonders oft von 25–44-Jährigen eingesetzt, die Vertrautheit mit der Funktion ist hier am höchsten. In der Generation 65+ ist es umgekehrt – etwa ein Drittel ist mit der Funktion nicht vertraut. Die Verbrauchergruppe zwischen 55 und 64 Jahren kennt im Vergleich dazu die Funktion sehr gut, aber sie haben sie überdurchschnittlich oft nicht aktiviert. 

Die Gründe für die Nicht-Anwendung der eID sind vielfältig. 62 % der Nicht-Nutzer:innen sahen bisher keinen Bedarf dafür. In den älteren Gruppen 55+ wird der Bedarf seltener gesehen als in den jüngeren Kohorten. 37 % gaben an, die PIN sei unbekannt oder sie hätten nie eine PIN erhalten. 25% fehlt die Lust, sich mit dem Thema überhaupt zu befassen. Daneben finden 24 % das Ganze zu kompliziert. 21 % sorgen sich um die Sicherheit des Verfahrens.

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Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen

Mehrwert der digitalen Brieftasche insbesondere von jüngeren Menschen gesehen

Das Konzept der digitalen Brieftasche trifft bei der Hälfte der deutschen Bevölkerung auf positive Resonanz – 52 % erklären, sie würden sicher oder wahrscheinlich eine solche digitale Brieftasche nutzen. Männer sind dafür aufgeschlossener als Frauen.

Die jüngeren Bevölkerungssegmente erkennen in der Nutzung der digitalen Brieftasche häufiger einen Mehrwert für sich als die älteren Personen. Die 25–34-Jährigen sehen den größten persönlichen Nutzen in der digitalen Brieftasche, daher ist hier die Offenheit am höchsten (76 %).

Bei den Älteren ab 45 Jahren sinkt die Nutzungsbereitschaft deutlich, diese Gruppe kann sich seltener Anwendungssituationen für eine digitale Brieftasche vorstellen. Sie nennen häufiger Sicherheitsbedenken (Hacker, Datenverlust). Zudem stören sich die Älteren stärker als die Jüngeren daran, dass sie bei Nutzung der Brieftaschen-App ständig auf ein funktionsfähiges und aufgeladenes Smartphone angewiesen sind. Mit zunehmendem Alter steigen Anforderungen an Datensicherheit, Identitätsdiebstahlschutz und Fälschungssicherheit. Komfortmerkmale wie einfache Bedienung, Benutzerfreundlichkeit und Offline-Nutzbarkeit sind insgesamt wichtig, wobei Ältere ihnen mehr Bedeutung beimessen als Jüngere.

Gestiegenes Akzeptanzniveau für Use Cases der digitalen Brieftasche im täglichen Leben

Die deutschen Verbraucher:innen, die sich generell offen für die Nutzung einer digitalen Brieftaschen-App zeigen, können sich mehrheitlich zahlreiche Anwendungsszenarien für die App vorstellen. So halten jeweils über 80% der potenziellen Nutzer:innen Airport-Use, Arztkommunikation und digitale Behördengänge für sicher oder wahrscheinlich. Je rund 8 von 10 sehen Impfnachweis, Kontoeröffnung oder Kreditantrag als sichere oder wahrscheinliche Use Cases an, ebenso Hotel-Check-in, Autoanmietung und Zugriff auf Online-Portale.

Für die älteren Nutzer:innen (45+) kommen mehr Nutzungsszenarien in Frage als für die Jüngeren, z. B. digitale Impfnachweise, Behördengänge und Konto-/Kreditanträge. Die Verwendung der digitalen Brieftasche bei der Arztkommunikation wird besonders von der Generation 55+ angenommen.

Alle neun Einsatzszenarien für die digitale Brieftasche liegen derzeit häufiger in der Kategorie sicher/wahrscheinlich als vor zwei Jahren. Die Akzeptanz stieg durchschnittlich um +7 Prozentpunkte auf 79 % (2025) von 72 % (2023). Flughafen- und Hotel-Check-in verzeichneten die größten Zuwächse, Behördengänge und Impfnachweise blieben hoch.

Relevante Dokumente für die digitale Brieftasche

Die Bereitschaft, Dokumente in einer digitalen Brieftasche zu hinterlegen, ist 2025 deutlich gestiegen. Über 80 % würden ihren Personalausweis, Führerschein, Gesundheitskarte und Impfpass sicher oder wahrscheinlich in ihrer digitalen Brieftasche speichern. Hingegen werden Schufa-Nachweise oder Grundbuchauszüge bei mindestens einem Drittel der potenziellen Nutzer:innen sicher oder wahrscheinlich nicht in der digitalen Brieftasche landen. In den letzten zwei Jahren ist jedoch die durchschnittliche Anzahl der Dokumente angestiegen, die die potenziellen Nutzer:innen für ihre persönliche Brieftasche sicher oder wahrscheinlich vorsehen würden. Von den vorgegebenen 12 Dokumentarten würden nach aktueller Voraussage im Schnitt 8,2 Dokumente in der App landen (2023: 7,7).

Die Mehrheit will die Wallet für Online- und stationäre Zahlungen nutzen. Das Interesse an Echtzeit-Zahlungen an Privatpersonen hat deutlich zugenommen (2023: 48 % vs. 2025: 57 %).

Banken ganz besonders als Herausgeber von Wallets gefragt

Banken (37%), regionale Meldeämter (36%) und das zuständige Bundesministerium (36 %) werden jeweils von über einem Drittel der Bevölkerung als Wallet-Herausgeber bevorzugt. EU-Institutionen sind als Wallet-Bezugsquelle noch für 19 % attraktiv. Privatwirtschaftliche Anbieter – mit Ausnahme der Banken – liegen niedriger in der Gunst, Online-Händler schneiden mit 15 % noch am besten ab.

In den neuen Bundesländern werden regionale Meldeämter als Wallet-Herausgeber bevorzugt, EU-Institutionen und das Bundesministerium werden seltener in Betracht gezogen als im Westen. Im Norden setzen die Menschen häufiger als im Süden auf die Banken als Bezugsquelle, der Süden Deutschlands zeigt sich offener für kommerzielle Anbieter. Männer bevorzugen eher als Frauen das Bundesministerium, Frauen präferieren häufiger den Bezug der App über ihre Bank.

Ältere bevorzugen als Bezugsquellen eher Behörden (regional/bundesweit), während die jungen Erwachsenen unter 25 Jahren stärker auf Banken (50 %) sowie auf den Vertrieb über Versicherungen, Online-Händler und Telekommunikationsanbieter setzen. Fazit: Ältere wollen die Wallets eher von Behörden, Jüngere eher von kommerziellen Anbietern beziehen, vor allem von den Banken.

„Die digitale Brieftasche steht für einen Paradigmenwechsel in Europa: Sie macht digitale Identität alltagstauglich, den digitalen Umgang mit eigenen Daten souveräner, vereinfacht den Online‑Alltag der Bürger:innen und wird zum zentralen Enabler der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine vielfältige Anwendbarkeit in alltagstauglichen und regelmäßigen Use Cases führt die digitale Brieftasche auch zum Erfolg.“

Johannes Jahnke,Financial Services Transformation, Embedded Identity Lead bei PwC Deutschland

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Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen

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Die Methodik

Für die repräsentative Studie „Digitaler Personalausweis und digitale Brieftaschen“ wurden von November bis Dezember 2025 rund 2.000 Bundesbürger:innen ab 18 Jahren online befragt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

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