Regulatorische Einordnungen, fachliche Analysen und Praxishinweise zur AMLA

AMLA Center of Excellence: Updates zur EU-AML-Verordnung

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Lars-Heiko Kruse
Partner im Bereich Forensic, Governance & Compliance bei PwC Deutschland
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Ein wichtiger Schritt in der Geldwäschebekämpfung

Die neue EU-Behörde AMLA und das EU-AML-Paket markieren einen Wendepunkt in der europäischen Geldwäscheprävention. Einheitliche Regeln, eine zentrale Aufsicht und strengere Anforderungen stellen Unternehmen und Finanzinstitute vor neue Herausforderungen, und eröffnen Chancen für eine wirksamere Bekämpfung von Finanzkriminalität. Unser AMLA Center of Excellence bietet aktuelle Einblicke, Entwicklungen und praxisnahe Einschätzungen rund um die AMLA, die EU-AML-Verordnung und die Weiterentwicklung der Geldwäscheprävention in Europa. Im Fokus stehen relevante Neuerungen, deren praktische Auswirkungen sowie Hinweise für eine wirksame Umsetzung.

„Mit der AMLA wird zum ersten Mal eine EU-Behörde eine zentrale Rolle in der gesamteuropäischen Aufsicht zur Bekämpfung von Geldwäsche übernehmen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Geldwäschebekämpfung in der EU.“

Lars-Heiko Kruse,Partner im Bereich Forensic, Governance & Compliance bei PwC Deutschland

Das Wichtigste
in 30 Sekunden

  • Die AMLA ist eine unabhängige Aufsichtsbehörde auf EU-Ebene, die die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in der EU stärken soll.
  • Die AMLA hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und hat Ihre Arbeit am 1. Juli 2025 aufgenommen. Bis 2028 wird sie schrittweise voll einsatzfähig.
  • Ab dem 1. Januar 2028 beaufsichtigt die AMLA bis zu 40 Finanzinstitute mit dem höchsten Risiko für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung direkt.
  • Bei Verstößen kann die AMLA Geldbußen und Zwangsgelder verhängen.
  • Die AMLA erstellt technische Regulierungsstandards (RTS), technische Durchführungsstandards (ITS) und Leitlinien, mit konkreten Vorgaben für Verpflichtete.

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Die AMLA: Neue EU-Aufsicht für die Geldwäscheprävention

Harmonisierte Aufsicht, und einheitliche Standards für Europa

Mit der Anti-Money Laundering Authority (AMLA) entsteht erstmals eine zentrale EU-Behörde, die die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung europaweit koordiniert und stärkt. Ihren Sitz hat die AMLA in Frankfurt am Main – im Zentrum des europäischen Finanzplatzes. Das neue EU-AML-Paket schafft erstmals ein weitgehend einheitliches europäisches Regelwerk für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Es umfasst drei Komponenten: die direkt anwendbare AML-Verordnung (AMLR), die sechste Geldwäscherichtlinie (AMLD6) und die AMLA-Verordnung.

Damit überwindet die EU die regulatorische Fragmentierung in den Mitgliedstaaten und schafft ein einheitlich hohes Aufsichtsniveau. Für Verpflichtete heißt das: Nationale Auslegungsspielräume schrumpfen und die Anforderungen an Governance, Risikomanagement und Kundensorgfaltspflichten gleichen sich europaweit an.

„Mit der AMLA verschiebt sich der Maßstab: Geldwäscheprävention wird zur europäischen Disziplin. Verpflichtete müssen ihr FinCrime-Setup konsequent auf EU-Standards ausrichten.“

Saskia Isabell Platte,Senior Manager im Bereich Forensic, Governance & Compliance bei PwC Deutschland

Direktaufsicht der AMLA: Wer ist betroffen und worauf kommt es jetzt an

Bis zu 40 Selected Obliged Entities (SOE) ab 2028 unter direkter EU-Aufsicht

Ab dem 1. Januar 2028 beaufsichtigt die AMLA bis zu 40 Finanzinstitute mit dem höchsten Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiko direkt – die sogenannten Selected Obliged Entities (SOE). Die Auswahl erfolgt auf Basis quantitativer Kriterien wie grenzüberschreitender Tätigkeit und Risikoprofil. Alle übrigen Verpflichteten unterliegen weiterhin der nationalen Aufsicht, jedoch mit deutlich engerer Koordination durch die AMLA.

Auf potenziell betroffene Institute kommen klare Aufgaben zu: Sie müssen ein europataugliches Governance- und Reporting-Modell aufbauen, gruppenweite Richtlinien harmonisieren, ihre Datenstrategie tragfähig gestalten und ihre Prozesse prüfungsfest dokumentieren. Bei Verstößen drohen Geldbußen und Zwangsgelder.

Auch nicht direkt beaufsichtigte Unternehmen sollten frühzeitig handeln: Die von der AMLA entwickelten Regulatory Technical Standards (RTS), Implementing Technical Standards (ITS) und Leitlinien setzen den Maßstab für die gesamte Branche. Ein vorausschauendes Gap-Assessment hilft, regulatorische Anforderungen frühzeitig zu identifizieren und die Umsetzung gezielt zu planen.

„Wer heute in Daten, Prozesse und Governance investiert, ist morgen nicht nur prüfungsfest, sondern auch wettbewerbsfähig.“

Frank Fischer,Senior Manager im Bereich Forensic, Governance & Compliance bei PwC Deutschland

So bereiten Sie sich auf die neue Aufsichtspraxis der AMLA vor

FinCrime Readiness und Impact Checks

Wir unterstützen Sie dabei, Ihren Status Quo in Hinblick auf die aktuelle EU AML-Verordnung und zukünftige Leitlinien zu analysieren und angemessene Maßnahmen zur Optimierung abzuleiten.

FinCrime Risikoanalyse

Wir optimieren die Methodik Ihrer Risikoanalyse, um den regulatorischen EU-Vorschriften vollumfänglich gerecht zu werden und flexibel auf zukünftige Neuerungen reagieren zu können.

FinCrime Monitoring und Screening

Die AMLA wird technische Standards erlassen, die vor allem auch Relevanz für das Monitoring und Screening haben werden. Wir beraten Sie ganzheitlich und unabhängig zur Optimierung bestehender Tools sowie zur Nutzung neuester Technologien.

FinCrime Managed Services

Wir unterstützen Sie mit personell ausgebildeten Fachexperten bei repetitiven Tätigkeiten, beispielsweise im Bereich „Know Your Customer“, um Ihre Expertenteams zu entlasten. So können Sie sich auf Ihre fachlichen Kernprozesse und die neuen Anforderungen der AMLA konzentrieren.

FinCrime Investigations, Remediations und Monitorships Support

Wir begleiten Sie in Monitorships und direkten Beaufsichtigungen durch die AMLA sowie gegebenenfalls anschließenden Remediations. Bei Bedarf können wir auch zielgerichtete Investigationen initiieren, um Verdachtsfälle grundlegend aufzuarbeiten.

FinCrime Governance-Modelle und -Kontrollen

Um mit den stetig wandelnden Anforderungen auf nationaler und europäischer Ebene Schritt zu halten, ist ein agiles AML-Governance-Modell erforderlich. Wir helfen Ihnen bei der Optimierung Ihres Operating Models.

FinCrime Schulungen und Trainings

Wir unterstützen Sie bei der Vorbereitung und Durchführung von Schulungen und Trainings rund um die Geldwäscheprävention.

Fachbeiträge zur AMLA: Entwicklungen, Analysen, Handlungsempfehlungen

„Im Zusammenspiel mit den nationalen Anti-Geldwäsche-Behörden und den Finanzermittlungsstellen bildet die AMLA ein robustes Aufsichtssystem, das die Effektivität und Effizienz der Anti-Geldwäsche-Bemühungen in Europa stärkt.“

Oliver Eis,Partner im Bereich Forensic, Governance & Compliance bei PwC Deutschland

Die Compliance-Lücke: hoher Anpassungsdruck, niedriges Vorbereitungsniveau

Das neue EU-AML-Paket – bestehend aus der direkt anwendbaren AML-Verordnung (AMLR), der sechsten Geldwäscherichtlinie (AMLD6) und der AMLA-Verordnung – schafft erstmals ein weitgehend einheitliches europäisches Regelwerk für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Für Deutschland bedeutet das: mehr Harmonisierung, aber auch weniger nationaler Spielraum. Die Auswirkungen werden von der Branche als erheblich eingeschätzt. 61 Prozent der befragten deutschen Finanzinstitute rechnen mit einem starken bis signifikanten Anpassungsbedarf ihrer AML-Kapazitäten. Doch der Vorbereitungsstand ist alarmierend heterogen: Lediglich 24 Prozent haben sowohl eine detaillierte Analyse als auch eine vollständige Folgenabschätzung (Impact Assessment) zum EU-AML-Paket abgeschlossen. Das Ergebnis: Nur rund ein Drittel (34 Prozent) ist zuversichtlich, die Compliance-Frist am 10. Juli 2027 einhalten zu können.

Zur Studie

Häufig gestellte Fragen

Die AMLA (Anti-Money Laundering Authority) ist die unabhängige EU-Aufsichtsbehörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie koordiniert die nationalen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten, beaufsichtigt ausgewählte Hochrisikoinstitute (sogenannte Selected Obliged Entities) direkt und entwickelt einheitliche, verbindliche Standards für die gesamte EU.

Die AMLA hat ihre Arbeit am 1. Juli 2025 aufgenommen und ist seither aktiv, beispielsweise durch Konsultationen zu technischen Standards und die Vorbereitung zentraler Aufsichtsinstrumente. Ihre Aufgaben und Befugnisse baut sie bis 2028 schrittweise aus. Die direkte Aufsicht über ausgewählte Verpflichtete beginnt am 1. Januar 2028.

Ab dem 1. Januar 2028 beaufsichtigt die AMLA bis zu 40 Finanzinstitute mit dem höchsten Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiko direkt. Diese werden als Selected Obliged Entities (SOE) bezeichnet. Die Auswahl erfolgt anhand quantitativer Kriterien wie grenzüberschreitender Tätigkeit und Risikoprofil.

Die AMLR (Anti-Money Laundering Regulation) gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und harmonisiert die materiellen Pflichten zur Geldwäscheprävention EU-weit. Sie regelt unter anderem Kundensorgfaltspflichten (Know Your Customer, KYC), Transparenzanforderungen an wirtschaftliche Eigentümer (Ultimate Beneficial Owner, UBO), die EU-weite Bargeldobergrenze von 10.000 Euro sowie Anforderungen an Krypto-Dienstleister.

Gegenüber den direkt beaufsichtigten Selected Obliged Entities (SOE) kann die AMLA Geldbußen und Zwangsgelder verhängen. Bei allen übrigen Verpflichteten liegt die Sanktionierung weiterhin bei den nationalen Aufsichtsbehörden. Die AMLA koordiniert und harmonisiert deren Arbeit. Grundlage hierfür sind die Vorgaben des EU-Geldwäschepakets.

Sinnvoll ist ein frühzeitiges Gap-Assessment der bestehenden FinCrime-Organisation entlang der neuen EU-Anforderungen. Schwerpunkte sind Governance, Datenqualität, gruppenweite Richtlinien, KYC-Prozesse und Reporting. Die AMLA-Expert:innen von PwC Deutschland begleiten Verpflichtete bei Standortbestimmung, Planung und Umsetzung, gemeinsam mit den Expert:innen aus den Bereichen Financial Crime (FinCrime) und Governance, Internal Audit & Compliance (GIAC).

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