Krisen treffen Unternehmen oft unerwartet: Cyberangriff, Compliance-Verstoß oder Lieferkettenunterbrechung – Investoren und Geschäftspartner fordern Antworten, Journalist:innen stellen Fragen.
In solchen Krisensituationen zählen schnelle Kontrolle und klare Kommunikation mithilfe eines professionelles Informationsmanagements, aktuellen Lagebilds und handlungsfähigen Krisenstabs. Sonst übernehmen Unsicherheit und Gerüchte die Führung.
Wir zeigen, wie wirkungsvolle Krisenkommunikation Orientierung gibt, Vertrauen aufbaut und Reputationsmanagement stärkt – mit klarer Kommunikationsstrategie, Krisenmanagement und forensischen Untersuchungen.
Krisen sind selten eindimensional und reißen Unternehmen aus dem Alltag: Extremwetterereignisse, der plötzliche Ausfall von Infrastruktur oder auch Erpressungs-Szenarien. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen interne Daten, externe Meldungen und Gerüchte bis hin zu KI-Fakes und Desinformation überblicken. Wer nicht gezielt steuert, verliert schnell Kontrolle und Vertrauen. Genau deshalb braucht es eine zentrale Lage- und Informationsfunktion, die relevanten Informationen bündelt und Fakten von Hypothesen und Annahmen trennt. Nur so können Unternehmen unter Druck handlungsfähig bleiben.
Silo-Denken ist hier Gift: Erst wenn Erkenntnisse, Entscheidungen und Kommunikation zusammenlaufen, entsteht ein aktuelles, belastbares Lagebild, das Orientierung bietet. Dieses muss dynamisch aktualisiert werden, um transparent benennen zu können, welche Informationen bekannt sind und welche noch nicht. So lassen sich Entscheidungen fundiert treffen, Maßnahmen priorisieren und Kommunikationslinien entwickeln, die der tatsächlichen Lage standhalten.
Informationsmanagement ist hierbei kein Reporting-Nebenprozess, sondern das operative Herzstück des Krisenmanagements. Wer diesen Kern professionell aufstellt, reduziert Reibung im Krisenstab, beschleunigt die Bewältigung und erhöht die Chance, Vertrauen zu erhalten oder zurückzugewinnen. Darauf basierend kann Krisenkommunikation Unsicherheit entgegen treten, internen und externen Zielgruppen Orientierung geben und entschiedenes Handeln des Managements unterstützen. Wer transparent und glaubwürdig auftritt, sichert sich Loyalität und Vertrauen seiner Stakeholder und schützt so die Interessen des Unternehmens.
Der Erfolg von Krisenbewältigung bemisst sich heute daran, wie wirkungsvoll die Kommunikation mit unterschiedlichsten Stakeholdern erfolgt – und das über alle Ausnahmesituationen hinweg. Ein Cyberangriff kann beispielsweise Schadensersatzklagen und Haftungsfragen nach sich ziehen, wenn etwa ein Autozulieferer seinen Terminverpflichtungen gegenüber einem OEM plötzlich nicht mehr nachkommen kann. Aus einer Lieferkettenunterbrechung wird dann schnell eine Liquiditätskrise.
Unabdingbar ist, dass Verantwortliche in Echtzeit reagieren. Andernfalls drohen Eskalation und Vertrauensverlust. Erfolgreiche Krisenkommunikation nimmt die Bedürfnisse aller Zielgruppen vorweg, um sie rechtzeitig und glaubwürdig zu bedienen. Dabei gilt es, Zusammenhänge herzustellen und ökonomische, technische oder organisatorische Entwicklungen so zu übersetzen, dass sie bei den relevanten Stakeholdern verständlich und glaubwürdig ankommen – sei es bei Mitarbeitenden, Investoren oder in der Öffentlichkeit. Kommunikation wird so zum Führungsinstrument und zentralen Bestandteil einer wirksamen Kommunikationsstrategie und Medienarbeit.
Doch eine glaubwürdige und effektive Krisenkommunikation setzen voraus, dass Verantwortliche jederzeit auf ein belastbares Lagebild zugreifen können. Für dessen Qualität und Aktualität ist die Führung von Krisenstäben verantwortlich. Ihre Aufgabe ist es, Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse im Krisenmanagement so zu koordinieren, dass Aktivitäten, Prozesse und Informationen nahtlos ineinandergreifen können.
Krisenmanagement: Klarheit und Geschwindigkeit.
Krisensteams müssen schnell eine belastbare Faktenlage schaffen, um zu verstehen und zu identifizieren, welche Aspekte einer Krise bereits erkennbar sind und welche nicht. Auf dieser Basis können Krisenteams Entscheidungen treffen, Maßnahmen einleiten und zielgerichtet kommunizieren – einschließlich Krisenmanagement und forensischer Untersuchungen.
Krisenkommunikation: Transparenz und Weitsicht.
Unternehmen benötigen glaubwürdige Botschaften, die Orientierung geben und Vertrauen schaffen. Mitarbeitende wollen wissen, wie sich die Krise auf sie auswirkt. Investoren fragen nach den Folgen für den Unternehmenswert, Medien verlangen eine schnelle Einordnung. Wer hier proaktiv informiert, überlässt nicht anderen die Bewertung der Situation und stärkt Reputationsmanagement, Vertrauensaufbau und Liquiditätssicherung.
Denn: Krisenkommunikation ist heute mehr als reine Reaktion. Sie ist strategisches Führungsinstrument und Gradmesser organisationaler Reife. Wer Informationen intelligent steuert, gewinnt in der Krise nicht nur Zeit, sondern auch Handlungsfähigkeit und Vertrauen. Entscheidend ist die Fähigkeit, operative Faktenlage und kommunikative Wirkungskette miteinander zu verbinden – datenbasiert, transparent und glaubwürdig.
Genau hier setzen wir an: Wir verbinden unsere tiefgehende Analyse- und Krisenmanagement-Kompetenz mit der kommunikativen Expertise von Rosenberg Strategic Communications. Gemeinsam bieten wir einen integrierten Ansatz, der Informationsmanagement, Krisenbewältigung und Kommunikation auf einer gemeinsamen strategischen Linie zusammenführt – für belastbare Entscheidungen und wirksame Botschaften in Echtzeit.
Christian Muth, Partner, Forensic Services bei PwC Deutschland
Christian Muth verfügt über nahezu zwanzig Jahre Erfahrung in der Durchführung von investigativen Sonderuntersuchungen zur Aufklärung (wirtschafts-)krimineller Handlungen, zunächst im staatlichen Umfeld und seit 2007 bei Unternehmen verschiedener Branchen im nationalen und internationalen Umfeld. Seine Expertise umfasst außerdem die Themenbereiche Krisenmanagement, nationale und internationale Sonderuntersuchungen bei mittelständischen sowie Großunternehmen und die Durchführung und Leitung sogenannter Intelligence-Projekte zur Nachrichtengewinnung und Aufbereitung vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Fragestellungen.
Jens Greiner, Director, Forensic Services bei PwC Deutschland
Jens Greiner ist Director bei PwC Deutschland Forensic Services und auf die Bereiche Sicherheits-, Krisen- und Kontinuitätsmanagement spezialisiert. Mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung war er vor PwC bei einer anderen Big4-Gesellschaft als Sicherheits- und Krisenmanagementberater (mit Schwerpunkt auf reaktive Kriseneinsätze) aktiv. Davor war er Leiter Konzernsicherheit (Head of Corporate Security) in einem multinationalen Industriekonzern sowie langjährig als Offizier der Bundeswehr tätig. Er ist Diplom-Kaufmann, CBCI und Lead Auditor ISO 22301 und ISO 22361.
Dirk T. Schmitt, Gründer und Managing Partner bei Rosenberg Strategic Communications
Dirk T. Schmitt unterstützt Unternehmen bei der komplexen Kommunikation im Zuge bedeutender Veränderungen und unvorhergesehener Ereignisse: Krisen, Transformationsprozesse, Restrukturierungen, Insolvenzen, Fusionen und Übernahmen (M&A), Führungskräftewechseln oder Veränderungen im Gesellschafterkreis. Seine Beratung zielt darauf ab, Erwartungen aller Stakeholder zu managen – Investoren, Politik, Medien, Behörden, Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten oder Gläubiger – und eine positive Dynamik zu schaffen.
Dirk T. Schmitt ist seit vielen Jahren selbständig, hat dafür seine Rolle als Generalbevollmächtiger eines DAX30-Unternehmens aufgegeben. Studium der Politik in Mannheim sowie Betriebswirtschaft in St. Gallen (HSG).
Thomas Reinhold, Managing Director bei Rosenberg Strategic Communications
Thomas Reinhold berät Führungskräfte in komplexen Kommunikationsfragen, hat sich zuletzt auf Krisenkommunikation (nicht nur) im Cyber Incident spezialisiert, moderiert Krisensimulationen, gestaltet Media Relations, CEO- und Veränderungskommunikation.
Thomas Reinhold leitete die Kommunikation an zwei Flughäfen und war zuvor Pressesprecher einer DAX-notierten Industrieholding sowie Redenschreiber fürs Topmanagement einer internationalen Strategieberatung. Er ist ausgebildeter Journalist und hat mehr als zwölf Jahre als Politik- und Wirtschaftsredakteur bei der F.A.Z. und der WirtschaftsWoche gearbeitet. Er studierte Politikwissenschaft und Anglistik in Tübingen und York.