Skip to content Skip to footer
Suche

Ergebnisse werden geladen

ESEF: Europaweit einheitliches Berichtsformat seit 2020

31 Mai, 2021

Geschäftsberichte von Unternehmen sollen europaweit vergleichbar sein. Dazu hat die Europäische Union im Jahr 2013 eine einheitliche elektronische Berichterstattung beschlossen, und zwar mit der EU-Transparenzrichtlinie 2013/50/EU. Sie hat auch eine konkrete Lösung zur Umsetzung des neuen elektronischen Formats für Jahresfinanzberichte vorgegeben: das sogenannte European Single Electronic Format (ESEF, VO [EU] 2019/815, mehrfach geändert).

Im Zuge dessen hat die EU auch die sogenannte ESEF-Taxonomie vorgegeben, die auf der Taxonomie der International Financial Reporting Standards (IFRS) basiert.
Die Vorgabe ist seit dem 1. Januar 2020 in Kraft. Seither müssen die Jahresfinanzberichte kapitalmarktorientierter Unternehmen in diesem einheitlichen elektronischen Format erstellt werden.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Erfahren Sie im Folgenden mehr über

  • die Umsetzung der europäischen Vorgabe in Deutschland,
  • die konkreten technischen Vorgaben des ESEF für Jahresfinanzberichte,
  • die Erfahrungen, die PwC in der ersten Berichtssaison gemacht hat und
  • wie PwC auf die kommenden Berichtssaisons blickt.

PwC schildert erste Erfahrungen

Ihr Experte für Fragen

Björn Seidel

Björn Seidel
Partner bei PwC Deutschland
Tel.: +49 40 6378-8163
E-Mail

European Single Electronic Format in Deutschland: Mehr als eine reine Formatvorgabe

Nach der Verabschiedung durch den Bundestag und den Bundesrat wurde das Gesetz zur weiteren Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie im Hinblick auf ein einheitliches elektronisches Format für Jahresfinanzberichte (ESEF-UmsG) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es trat am 19. August 2020 in Kraft. Seither müssen Inlandsemittenten im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) die Formatvorgaben in ihren Jahresfinanzberichten beachten.

Das ESEF-UmsG hat zur Umsetzung der europäischen Vorgaben betreffend die Einführung des elektronischen Berichtsformats  wesentliche Änderungen im Handelsrecht begründet. Angewendet werden muss das European Single Electronic Format bei der Offenlegung des Jahresfinanzberichts, also wenn Unternehmen ihn beim Bundesanzeiger einreichen. Mit dem Gesetz sind außerdem Regelungen zur externen Qualitätssicherung etabliert. Dies betrifft die Abschlussprüfung oder das Bilanzkontrollverfahren, welche nunmehr auch auf die Einhaltung der ESEF-Konformität gerichtet sind.

Technische Vorgaben und Pflichtangaben gemäß European Single Electronic Format

Gemäß dem ESEF-UmsG und der dahinterstehenden ESEF-Verordnung müssen die Bestandteile des Jahresfinanzberichts im xHTML-Format (xHTML, Extensible Hypertext Markup Language) offengelegt werden. Beim Konzernabschluss nach IFRS muss zudem eine Auszeichnung mittels der iXBRL-Technologie (Inline Extensible Business Reporting Language) erfolgen. xHTML ist ein menschenlesbares Trägerformat für den Jahresfinanzbericht; die iXBRL-Auszeichnung des IFRS-Konzernabschlusses dient insbesondere der maschinellen Verarbeitung.

Die ESEF-Verordnung sieht vor, dass zunächst die primären Abschlussbestandteile des IFRS-Konzernabschlusses (also Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis, Eigenkapitalveränderungs- und Kapitalflussrechnung) sowie grundsätzliche Unternehmensinformationen wie Name, Sitz und Zweck des Unternehmens mittels der iXBRL-Technologie ausgezeichnet und veröffentlicht werden. Ab dem 1. Januar 2022 sind weitere umfangreiche Anhangangaben erforderlich; sie müssen zumindest als Textblock einem Element der Taxonomie zugeordnet werden („Block-Tagging“).

Wie PwC auf die erste ESEF-Berichtssaison blickt

Die erste ESEF-Berichtssaison ist nun abgeschlossen. Dies sind unsere wichtigsten Erfahrungen mit dem neuen Format:

1. Komplexität der ESEF-Anforderungen vielfach unterschätzt

Die Anforderungen des European Single Electronic Format sind komplex, sowohl hinsichtlich der zur ESEF-Formatierung einzusetzenden Technologie als auch bei der Anwendung der ESEF-Taxonomie. Interne Kontrollsysteme existieren in Unternehmen bislang teils nicht oder wirken nur unzureichend. Greifen Unternehmen bei der ESEF-Formatierung zum Beispiel auf Dienstleister zurück, haben sie oft keine ausreichende Einsichtsmöglichkeit in die iXBRL-Codierung. Die Fehleranfälligkeit haben wir aus vorgenannten Gründen als sehr hoch erkannt. Das begründete oftmals einen Prüfungsansatz mit Fokus auf andere, substanzielle Prüfungshandlungen und einem umfangreichen Prüfungsumfang in Bezug auf die iXBRL-Auszeichnung (z. B. Mapping, Attribute oder Linkbases).

Die erhöhte Komplexität durch das neue elektronische Berichtsformat erforderte zudem mehr Bearbeitungs-, Korrektur- und Prüfschleifen, um eine ausreichend hohe Qualität im Sinne der ESEF-Konformität sicherzustellen.

2. Einsatz von Tools oder Dienstleistern

Viele am Markt verfügbare ESEF-Softwareprodukte sind – zumindest in Einzelaspekten – noch nicht ESEF-konform. Hier sind in den kommenden Jahren Verbesserungen erforderlich.

Griffen Unternehmen für die Datenaufbereitung auf Dienstleister zurück, gab es mitunter einen erhöhten Koordinationsbedarf. Nicht selten änderten Unternehmen außerdem ihre Entscheidung für bzw. gegen den Einsatz von Tools bzw. Dienstleistern in den letzten Wochen oder Monaten vor der Prüfung durch den Abschlussprüfer, was die Umsetzungszeit verringerte.

3. Kurzfristige letzte Änderungen

Auch gab es regelmäßig keinen ausreichenden Zeitpuffer, um die ESEF-Unterlagen zu erstellen und zu prüfen. Und letzte Änderungen kurz vor der Würdigung durch den Abschlussprüfer führten zu mehr Bearbeitungs-, Korrektur- und Prüfschleifen.

Es besteht also insgesamt ein deutlicher Verbesserungsbedarf, den es für die zweite ESEF-Berichtssaison anzugehen gilt.

Ausblick

In den kommenden Jahren wird die ESEF-Vorgabe zwei weitere wesentliche Änderungen bewirken, und zwar

  • erstens für Geschäftsjahre beginnend mit dem 1. Januar 2022: Beim European Single Electronic Format für den Jahresfinanzbericht muss das Block-Tagging im Anhang des IFRS-Konzernabschlusses vorbereitet werden;
  • zweitens für Geschäftsjahre beginnend mit dem 1. Januar 2023: Das ESEF gilt voraussichtlich auch für die nichtfinanzielle Berichterstattung. Der Entwurf der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) soll dann die derzeit gültige Non-Financial Reporting Directive (NFRD) ablösen.

Es ist also absehbar, dass ESEF bleibt und sich auf weitere Bestandteile der Unternehmensberichterstattung erstrecken wird. Die betroffenen Unternehmen werden deshalb umso mehr Kompetenz zu diesem elektronischen Berichtsformat aufbauen müssen.

Haben Sie Fragen zur ESEF-Vorgabe und ihrer Umsetzung? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Sie.

Peek around the corner: ESEF 2021

Key Takeaways

Welche Erkenntnisse gibt es nach der ersten ESEF-Berichterstattung und Offenlegung?
Prof. Dr. Rüdiger Loitz im Interview mit Björn Seidel.

ESEF Webcast in 2 Teilen

„Nachdem der erste Rauch verflogen ist!“

Seit 1. Januar 2020 müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte im einheitlichen elektronischen Format offenlegen (ESEF – European Single Electronic Format). Für diesen Zweck wurden Konzernabschlüsse nach IFRS erstmals im maschinenlesbaren Format iXBRL ausgezeichnet. Welche Erkenntnisse gibt es nach der ersten ESEF-Berichterstattung und Offenlegung? Welche wesentlichen Erfahrungen und Takeaways konnten wir gewinnen?

ESEF – Bereit für iXBRL Reporting trotz Krise?

Gemeinsam mit Softwareanbietern zeigen wir anhand praktischer Beispiele, wie Sie die technischen und organisatorischen Herausforderungen von ESEF erfolgreich meistern können und welche weiteren Vorteile sich durch den Einsatz verschiedener Tools der jeweils eingeladenen Softwareanbieter ergeben.

Unsere Webinare zum Thema ESEF

ESEF – Fragen und Hindernisse in der Umsetzung (02.04.2020)

ESEF – Anforderungen und Regierungsentwurf zur Umsetzung der ESEF-VO. Eingehen auf ausgewählte Fragestellungen zum ESEF-Mapping/Tagging, zum Datenupload und-abruf beim Bundesanzeiger sowie Validierungen. Praxisexkurs zum ESEF-Mapping und Validierung sowie aktuelles zur technischen Umsetzung der ESEF-Anforderungen.

ESEF – Auswirkungen des RegE vom 22.01.2020 (03.03.2020)

Neuerungen und Auswirkungen des jüngsten Regierungsentwurfs (RegE) zur Einbettung der ESEF-Anforderungen in nationales Recht.

Follow us

Contact us

Björn Seidel

Björn Seidel

Partner, PwC Germany

Tel.: +49 40 6378-8163

Gerrit Vogt

Gerrit Vogt

Senior Manager, PwC Germany

Tel.: +49 203 3175-186

Patrick Sievering

Patrick Sievering

Senior Manager, PwC Germany

Tel.: +49 201 438-2709

Hide