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Bauunternehmen kommen bislang gut durch die Corona-Krise

03 Dezember, 2020

PwC-Umfrage: Nur jedes fünfte Bauunternehmen ist stark von der Pandemie betroffen. / Aufholbedarf besteht bei der Digitalisierung: Die Mehrheit der Baufirmen sieht zwar die Chancen digitaler Lösungen, doch das Know-how fehlt häufig noch.

Düsseldorf, 3. Dezember 2020

Die Bauindustrie kommt bislang relativ gut durch die Corona-Krise: 80 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Geschäftsaktivitäten nur wenig oder gar nicht von COVID-19 betroffen sind. Während die Corona-Pandemie in vielen anderen Branchen für einen Digitalisierungsschub sorgt, geht es auch in der Bauindustrie mit der Digitalisierung voran – allerdings nur langsam. Die Branche hat die Chancen, die digitale Lösungen wie Building Information Modeling (BIM) bieten, erkannt. Bei der Umsetzung fehlt jedoch häufig noch das nötige Know-how. Das gilt insbesondere für digitale Lösungen im Bereich Simulationen und Visualisierungen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung im Auftrag von PwC Deutschland unter 100 Bauunternehmen, Planern und Projektsteuerern.

Planer stärker von COVID-19 betroffen als Bauunternehmer

Nur jedes fünfte Unternehmen berichtet, dass sich die Pandemie stark auf die Geschäftsaktivitäten ausgewirkt habe. Dabei sind die Planer deutlich häufiger betroffen als die Bauunternehmer: Während jeder dritte Planer und Projektsteuerer über spürbare Corona-Auswirkungen berichtet, ist es unter den Bauunternehmen nur jeder siebte.

„Trends und Entwicklungen treffen die planende Seite meist früher als die ausführende. Insofern überrascht es nicht, dass Planer im Vergleich zu den Bauunternehmen bislang stärker von der Corona-Krise betroffen sind. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die gesamte Branche vergleichsweise gut durch die Pandemie kommen wird.“

Rebekka Berbner, Partnerin bei PwC Deutschland im Bereich Capital Projects & Infrastructure

Für diesen Optimismus sieht die Expertin durchaus Anlass: „In den nächsten Jahren sind 300 Milliarden Euro für den Neu- und Ausbau öffentlicher Infrastruktur geplant. Deshalb gehen wir von einer weiterhin starken Auftragslage in der Bauindustrie aus.“

Branche sieht sich relativ gut auf den Infrastrukturausbau vorbereitet

Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) sieht die deutsche Bauindustrie gut darauf vorbereitet. Die andere Hälfte räumt jedoch ein, dass es noch einiges zu tun gibt. Die größte Herausforderung mit Blick auf den massiven Infrastrukturausbau ist die Verfügbarkeit von geeignetem Personal. Das sagen 83 Prozent der Bauunternehmen und 80 Prozent der Planer. Während 60 Prozent der Baufirmen auch die Umsetzung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen Kopfzerbrechen bereitet, sorgen sich die Planer und Projektsteuerer häufiger um die Umsetzung der Vorgaben zum digitalen Planen und Bauen (67 Prozent) und die fehlende IT-Infrastruktur innerhalb ihres Unternehmens (53 Prozent).

Expertise im Bereich Digitalisierung fehlt vielerorts

Digitale Lösungen spielen spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie eine immer wichtigere Rolle: 84 Prozent der Befragten sehen die Digitalisierung in der Krise als große Hilfestellung.

„Die Unternehmen nutzen seit dem Ausbruch der Pandemie verstärkt digitale Lösungen für die Kommunikation, etwa Videokonferenzen, und setzen auf den digitalen Austausch von Arbeitsständen. Bei der Digitalisierung der Arbeitsabläufe und Arbeitsweisen gibt es jedoch noch immer viel Luft nach oben. Die Branche sieht die Digitalisierung zum Teil noch immer als Herausforderung und läuft dadurch Gefahr, die zahlreichen Vorteile zu übersehen.“

Christian Elsholz, Partner bei PwC Deutschland im Bereich Capital Projects & Infrastructure

So sind sich die Befragten zwar einig, dass die Digitalisierung viele Chancen bietet, um die anstehenden Infrastrukturprojekte erfolgreich zu meistern, häufig fehlt im Unternehmen jedoch die dafür nötige Expertise: So sehen 86 Prozent der Befragten großes Potenzial in Cloud-Technologien und -Plattformen. Aber nur 60 Prozent der Planer und 43 Prozent der Bauunternehmen sind in diesem Bereich nach eigenen Angaben gut aufgestellt. Ähnlich sieht es beim Thema Virtual Reality, Simulationen und Visualisierungen aus: 72 Prozent empfinden diese Ansätze als Chance, aber nur 21 Prozent der Bauunternehmen und 27 Prozent der Planer bescheinigen sich in diesem Bereich gute Fähigkeiten.

Und auch beim Thema Building Information Modeling (BIM) klafft eine Lücke zwischen dem Potenzial und den eigenen Fähigkeiten: 62 Prozent halten das digitale Planen und Bauen, welches ab 2021 bei der Planung aller öffentlichen Bundesprojekte verpflichtend wird, für eine große Chance. Aber nur 27 Prozent der Planer und lediglich 16 Prozent der Bauunternehmen verfügen über das nötige Know-how.

„Wir beobachten, dass die Unternehmen die Chancen der Digitalisierung klar erkennen, es ihnen jedoch nicht schnell genug gelingt, die dafür nötigen Fähigkeiten aufzubauen. Diese Erkenntnis zeichnete sich bereits in unserer Vorjahresstudie ab. Unsere aktuellen Studienergebnisse bestätigen diese Tendenz“, so die Analyse von Rebekka Berbner.

Investitionen in die Digitalisierung soll diese vorantreiben

Um die Digitalisierung in ihrem Unternehmen voranzutreiben, wollen 72 Prozent der Bauunternehmen und 60 Prozent der Planer in den kommenden fünf Jahren Geld in die Hand nehmen. Davon erhoffen sich 80 Prozent der Befragten eine bessere Zusammenarbeit und Kommunikation. 62 Prozent erwarten kürzere Planungs- und Bauzeiten durch effizientere Arbeitsabläufe. Knapp jeder Zweite (46 Prozent) rechnet mit einer Reduktion der Kosten.

Wenn es darum geht, geeignete Ansätze zu benennen, wie sich die Digitalisierung in der Bauindustrie weiterentwickeln lässt, nennen Bauunternehmer und Planer unisono die gleichen Maßnahmen wie im Vorjahr:  Neun von zehn Unternehmen halten es für sinnvoll, den Ausbau der digitalen Infrastruktur voranzutreiben. 84 Prozent plädieren für mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Bei den Planern wünschen sich 77 Prozent mehr finanzielle Förderung durch den Bund.

„Fest steht: Die Pandemie hat auch in der Bauindustrie einige langfristige Entwicklungen angestoßen. So werden in Zukunft nicht nur die Zusammenarbeit und die Abstimmungsprozesse digital stattfinden. Auch die Planung und der Bauablauf werden nach und nach digitalisiert, während neue Geschäftsmodelle entstehen. Dieser Prozess der Digitalisierung läuft in der Bauindustrie vergleichsweise langsam ab, denn er erfordert einen echten Kulturwandel“, so das Fazit von Christian Elsholz.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 284.000 Mitarbeiter in 155 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.

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Gregor Damm

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