Die Zukunft der Energieversorger sind Business-Ökosysteme

31 Mai, 2022

PwC-Studie über die Bedeutung moderner Business-Ökosysteme für Energieversorgungsunternehmen / Branchenübergreifende Kooperationen verändern die Industrie / Start in moderne Ökosysteme mit dem wissenschaftlichen Ecosystemizer-Ansatz

Düsseldorf, 31. Mai 2022

Was für viele Handels-, Automobil- und andere technologiegetriebene Unternehmen bereits gelebte Realität ist, zieht auch in die Energiewirtschaft ein: Ein energiesegment- und sogar branchenübergreifendes, kooperationsbasiertes Wirtschaften in Business-Ökosystemen. Diese vereinen weitgehend unabhängige, dynamisch agierende Marktakteure, die sich und ihre Angebote ergänzen, um miteinander verbundene, also integrierte Angebote für ihre Kund:innen zu schaffen. Wie Energieversorgungsunternehmen Business-Ökosysteme gewinnbringend in ihre Geschäftsmodelle integrieren können, hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) Deutschland in der Studie „Die Zukunft der Energieversorger sind Business-Ökosysteme. Mit dem Ecosystemizer-Ansatz in die Energiewirtschaft von morgen starten“ untersucht.

Hohes Ökosystem-Potenzial im Wärmesektor  

38 Prozent der CO2-Emissionen entstehen in der Wärmeerzeugung, was diesen Sektor zum zweitgrößten CO2-Verursacher nach dem Segment der Stromversorger macht. Deshalb wird dieser Bereich im Fallbeispiel „Dekarbonisierte Wärme“ ausführlich behandelt. 

„Der Modernisierungsdruck ist entsprechend hoch. Wenn EVUs in der digitalen Welt erfolgreich bleiben wollen, müssen sie sich an Digitalisierungs-, Plattform- und Ökosystempionieren wie Amazon, Apple und Tesla orientieren – zumal Unternehmen wie diese für EVUs auch potenzielle Kooperationspartner sind.“

Simon Fahrenholz, Partner und Bereichsleiter „Kraftwerke, Fernwärme, Nachhaltigkeit und energieintensive Industrie“ bei PwC Deutschland

Die Endkonsument:innen mehr denn je in den Fokus nehmen

Um EVUs in die neue Welt der Energiewirtschaft mitzunehmen, kooperiert PwC Deutschland seit Kurzem exklusiv mit Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Der Experte für Business-Ökosysteme hat den „Ecosystemizer“-Ansatz entwickelt. Dieser beinhaltet eine neuen Blickwinkel auf grundlegende Unternehmensfunktionen und -strukturen: die „Ecosystem-to-Human“ (E2H)-Perspektive. 

„Energieversorger, die in B2C- (Business-to-Consumer) und B2B- (Business-to-Business)-Denken verharren, überlassen neuen Wettbewerbern attraktive Wachstumschancen, anstatt die Chancen selbst zu nutzen. Die E2H-Sicht fehlt den meisten klassischen EVUs bislang. Und der Ecosystemizer ist aus PwC-Sicht der zurzeit beste wissenschaftliche Ansatz, um Unternehmen zu unterstützen, die eigene Position in Ökosystemen besser zu verstehen, systemtaugliche Geschäftsmodelle zu entwickeln und Ökosysteme als Wachstumstreiber zu nutzen.“

Alexander Rösch, Leiter Ökosystemstrategie-Beratung bei PwC Deutschland

Die Ecosystem Strategy Map als Startpunkt für den Wandel

Die Studienautoren erklären den Ecosystemizer ausführlich und orientieren sich dabei am Buch „Ecosystemize Your Business“ von Prof. Dr. Julian Kawohl, das im März 2022 erschienen ist. Das Buch ist ein umfassender, leicht verständlicher und konsequent anwendungsorientierter Praxis-Leitfaden für Unternehmen, die in bestehende Ökosysteme eintreten oder eigene Ökosysteme aufbauen möchten. Ein wesentliches Tool dafür ist die „Ecosystem Strategy Map“ von Prof. Dr. Kawohl. Sie bringt unter anderem Klarheit über zehn Lebensbereiche, die (potenzielle) Kund:innen und ihre Bedürfnisse ganzheitlich beschreiben. Denn im Ecosystemizer-Ansatz stehen die Kund:innen konsequent Mittelpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten der Ökosystem-Mitglieder. Zwei der zehn Lebensbereiche, in denen EVUs besonders aktiv sind, sind „Living“ und „Mobility“. 

Erweiterte Geschäftsmodelle mit dekarbonisierter Wärme

Im Lebensbereich „Living“ sind unter anderem Wärmeanbieter aktiv. „Deshalb wird in Business-Ökosystemen der Zukunft dekarbonisierte Wärme eine große Rolle spielen“, prognostiziert der Ökosystem-Experte Rösch. „Das gilt vor allem für die Lebensbereiche „Living“ und „Mobility“ – und perspektivisch für alle im Ecosystemizer-Ansatz definierten Lebensbereiche.“ In der Studie geben die Autoren entsprechende Anregungen. Drei Beispiele: 

  1. Kund:innen könnten ein Auto erwerben und nicht nur Strom, sondern auch Wärme und mehr gleich mitkaufen. Vorreiter sind neue Wettbewerber von EVUs, vor allem Elektroauto-Anbieter. So bietet der Elektroauto-Hersteller Tesla bereits Photovoltaik-Anlagen, Elektrospeicher, Ladeinfrastruktur und – über Partner – sogar einen eigenen Stromtarif an.
  2. Neue Marktakteure können auch Wärme in ihr Angebot integrieren: So betreiben Amazon, Apple und Co bereits umfassende Ökosysteme für diverse Lebensbereiche – beispielsweise für die Lebensbereiche „Work“, „Entertainment“, „Consumption“ und „Living“. Dekarbonisierte Wärme wäre eine sinnvolle Ergänzung.  
  3. Industrie-Akteure bieten verstärkt (Ab-) Wärmequellen an: Sie könnten eigene (Ab-) Wärmekapazitäten mit neuen Technologien extrahieren und in örtliche Fernwärmenetze einleiten.

„Erfolg mit dekarbonisierter Wärme erfordert einen ganzheitlichen Blick und dynamisches Handeln. Der empirisch belegte, praxistaugliche Ecosystemizer-Ansatz greift die Endkund:innen-zentrierte, branchenübergreifende Sichtweise auf. Das neue Paradigma E2H kann der Anfang eines Kulturwandels sein, den die meisten EVUs dringend benötigen, wenn sie im Energiemarkt der Zukunft nachhaltig erfolgreich sein möchten.“

Simon Fahrenholz, Partner und Bereichsleiter „Kraftwerke, Fernwärme, Nachhaltigkeit und energieintensive Industrie“ bei PwC Deutschland

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Martin Krause

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