Wege aus dem Paketdilemma

Paketdienste können sich mit neuen Zusatzleistungen positionieren – und Erlöse generieren.

Verbraucher sind bereit, für einen flexiblen, schnellen und umweltfreundlichen Paketdienst extra zu zahlen

Alle Jahre wieder: Der boomende E-Commerce stellt die Post und Paketdienstleister in der Vorweihnachtszeit vor große Herausforderungen. Die Anzahl der Aussendungen schießt in die Höhe und die Verbraucher werden immer anspruchsvoller. Sie erwarten einen flexiblen, schnellen und umweltfreundlichen Versandservice.

Kunden sind bereit, für diverse Zusatzdienstleistungen bei der Paketbelieferung einen Aufpreis zu zahlen – auch für Dienstleistungen, die es bislang noch nicht gibt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Flexibel, schnell, umweltfreundlich: Wege aus dem Paketdilemma“, für die PwC 1.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger befragt hat.


Download Studie, PDF (685 KB), 22 Seiten

„Kunden sind sich bewusst, dass Paketlieferungen kein freies Gut sind. Sie nehmen durchaus Qualitätsunterschiede wahr und sind bereit, für flexible, zuverlässige, schnelle und umweltfreundliche Leistungen einen Aufpreis zu bezahlen. Für Unternehmen der Logistik und Onlinehändler eröffnet dies neue Optionen: Sie müssen sich nicht alleine durch den Preis differenzieren, sondern können auch durch ihre Leistung punkten.“

Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland

Was Konsumenten bereit sind zu zahlen

Schneller, aber vor allem flexibler Service darf extra kosten

Verbraucher wünschen sich neue bislang noch nicht angebotene Services im Bereich Flexibilität, weniger wichtig ist die reine Liefergeschwindigkeit. 64 Prozent wünschen sich, dass der Paketbote an der Haustür Retouren entgegennimmt; 63 Prozent legen Wert auf die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdienstleistern beim Bestellvorgang. Die Kunden sind bereit extra zu zahlen: Vier von zehn Bundesbürgern würden für den Paketversand innerhalb eines präzisen Zeitraums einen Aufpreis von im Schnitt 2,40 Euro in Kauf nehmen. Die Annahme von Retouren durch den Zusteller ist einem Drittel der Befragten im Schnitt 2,22 Euro wert, die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdiensten beim Onlinehändler 2,21 Euro (23 Prozent).

Schnelle Lieferungen dagegen stehen nicht so hoch in der Gunst der Verbraucher. Zwar wünscht sich die Mehrheit der Deutschen, ihre Bestellung am nächsten Tag (59 Prozent) zu empfangen, dennoch halten gerade einmal 26 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten eine Zustellung am selben Tag oder gar innerhalb von zwei Stunden für wichtig. Für einen schnellen Versandservice ist die Zahlungsbereitschaft höher: 42 Prozent würden für eine Lieferung ihrer Pakete am selben Tag einen Aufpreis zahlen. Dieser dürfte bei durchschnittlich 3,75 Euro liegen. Ihr Päckchen innerhalb von zwei Stunden in Empfang zu nehmen, wäre vier von zehn Kunden sogar über fünf Euro wert. Für die Zustellung am nächsten Tag würden 41 Prozent tiefer in die Tasche greifen und im Schnitt 2,74 Euro extra zahlen.

Umweltfreundlicher Transport erwünscht

Umweltschutz spielt für viele Verbraucher auch beim Versenden von Paketen eine wichtige Rolle: 63 Prozent halten eine CO2-neutrale, schadstoff- und geräuscharme Belieferung für wichtig. Aber nur jeder dritte Befragte ist bereit, dafür einen Aufpreis in Höhe von durchschnittlich 2,34 Euro zu zahlen. Wenn es um die Unterstützung umweltfreundlicher Transporte geht, sieht sich nur jeder zehnte Deutsche selbst in der Verantwortung. Stattdessen verweisen 42 Prozent der Befragten auf die Händler. 32 Prozent wollen die Paketdienste in die Pflicht nehmen.
 

Wie wichtig sind umweltfreundliche Transporte?

PwC Paketpreisstudie - Wie wichtig sind umweltfreundliche Transporte?

Paketshops ja, Anbietermonopol nein

Sollte der Versand zukünftig nur noch an Packstationen und Packshops Standard sein, wäre jeder Zweite bereit, seine Pakete dort abzuholen. Allerdings fordern 22 Prozent ein besseres Netz von Paketshops und Packstationen, 16 Prozent wollen längere Öffnungszeiten. In diesem Szenario wäre mehr als die Hälfte der Befragten bereit, im Schnitt 2,77 Euro für eine Haustürlieferung zu zahlen. Dies ist ein interessantes Ergebnis für Paketdienste, das Potenzial für Effizienzgewinne auf der letzten Meile erkennen lässt.

Eine weitere Idee, den Paketdienst besonders in den Innenstädten zu optimieren: Die Belieferung auf der kostspieligen letzten Meile einem einzigen neutralen Unternehmen zu übertragen. Dieses Konzept lehnen zwei von drei Befragten jedoch ab. Sie befürchten Einbußen beim Service (48 Prozent) und höhere Preise (42 Prozent).

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