Smart-TV

17 Oktober, 2013

Internetfähige Fernseher sind bald Standard - Doch für viele ist auch das Smart-TV bloß ein Fernseher.

Das internetfähige Smart-TV setzt sich in Deutschland durch und verändert zunehmend die Mediennutzung. Schon heute besitzen rund 23 Prozent der Konsumenten in Deutschland einen Fernseher mit integriertem Internetzugang, weitere 37 Prozent ziehen die Anschaffung eines Smart-TV in naher Zukunft in Betracht.

Allerdings heißt Besitzen nicht auch Nutzen: Lediglich 38 Prozent der rund 440 für die Studie befragten Smart-TV-Besitzer verwenden ihren Fernseher mehrmals pro Monat oder häufiger, um im Internet zu surfen. Auch andere Online-Angebote konsumieren sie lieber auf Tablet oder Notebook. Angepasste und intuitive Bedienkonzepte der neuen internetfähigen Fernseher werden aber in Zukunft für eine intensivere Nutzung der Onlinefunktionen und für steigende Umsätze mit Onlineinhalten sorgen.

Wir gehen davon aus, dass „schlaue Fernsehgeräte” schon bald nicht nur in jedem Wohnzimmer stehen, sondern auch für mehr als nur Fernsehen genutzt werden. Denn gerade die junge Konsumentengeneration steht den neuen Möglichkeiten sehr aufgeschlossen gegenüber.

Smart-TV
Marktüberblick

Der Marktüberblick

Bei einem TV-Gerät werden die klassischen linearen Programminhalte um ein breites Spektrum an audiovisuellen Onlineinhalten sowie zusätzlichen Diensten erweitert. Insbesondere die auf Videostreaming basierenden Dienste nehmen durch die zunehmende Marktdurchdringung von Smart-TVs an Fahrt auf. Hinzu kommen diverse Apps, die den Zugriff auf soziale Netzwerke, Nachrichten, Wetterdienste oder Musikportale ermöglichen.

Die Bedienbarkeit und Anwenderfreundlichkeit gehören zu den wesentlichen Faktoren, welche die Nutzungsintensität von zusätzlichen Diensten auf Smart-TVs bestimmen. Für über 90 Prozent der Smart-TV-Besitzer ist eine einfache Bedienbarkeit wesentliche Voraussetzung für die Nutzung des Smart-TV. An dieser Stelle konnten die Hersteller jedoch bisher nur geringe Erfolge verbuchen: Fast 40 Prozent der Befragten sind die Online-Funktionen ihres Smart-TV zu umständlich.

So sehen es die Nutzer

Smart-TV aus Nutzersicht

Die meisten Verbraucher, die über einen internetfähigen Fernseher verfügen, haben bereits Erfahrung mit den Onlinefunktionenihrer Geräte gesammelt. Vier von zehn Smart-TV-Eignern greifen mindestens mehrmals pro Monat mindestens mehrmals pro Monat auf Videoclipseiten oder Online-Mediatheken über Smart-TV zu und etwa jeder fünfte Befragte nutzt kostenpflichtige Videoservices oder kauft im Internet ein.

Immerhin fast jeder vierte Befragte verbringt mehr Zeit vor dem Fernseher, seitdem er ein Smart-TV besitzt, und knapp jeder dritte Befrage greift während der Werbepausen auf Zusatzfunktionen des Smart-TV zu.

Aktuell entrichten die Nutzer für den überwiegenden Teil der Smart-TV-Funktionen und -Inhalte kein Entgelt. Am attraktivsten sind Video-on-Demand-Angebote, für die knapp jeder vierte schon einmal Geld bezahlt hat. Mit deutlichem Abstand folgen kostenpflichtige Zugriffe auf Onlinemediatheken (13,6 Prozent der Nutzer) sowie Musikstreaming (11,8 Prozent) und Videospiele gegen Entgelt (9,5 Prozent).

Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zahlungsbereitschaft künftig steigt. Denn die Auswahl an attraktiven Inhalten steigt und außerdem sind die jüngeren Befragten deutlich eher gewillt, für Inhalte auf dem Smart-TV Geld auszugeben.

„Entscheidend ist, dass Smart-TV nicht nur versucht, auf das zu setzen, was im Internet funktioniert. Smart-TV-Angebote und Nutzungssituation auf dem Sofa müssen zusammenpassen. In der Regel gibt es dort keine Tastatur und auch nur bedingt Privatssphäre.“

Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der HD PLUS GmbH

Perspektive 2017

Die PwC-Experten prognostizieren einen Anstieg des Umsatzes mit dem digitalen Verkauf und Verleih von Filmen von 123 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 175 Millionen Euro im Jahr 2013 und 511 Millionen Euro im Jahr 2017. Der Anteil der über das Smart-TV getätigten Umsätze am Video-On-Demand-Markt in Deutschland soll bis 2017 auf 35 Prozent steigen. Dies entspräche einem Volumen von rund 180 Millionen Euro.

Umsätze digitaler Filmverkauf- und Verleihmarkt in Deutschland

Perspektive 2017

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