PwC-Umfrage: Mobile Payment setzt sich weiter durch

Die Nutzung von Mobile Payment in Deutschland wuchs im letzten Jahr um fünf Prozentpunkte. Bereits 30 Prozent (2015: 25 Prozent) aller Deutschen bezahlen für Produkte oder Dienstleistungen per Smartphone oder Tablet. Wie die repräsentative Befragung „Mobile Payment 2016“ von mehr als 1.000 Bundesbürgern durch PwC weiter ergab, wird am häufigsten mobil für Kleidung, Reisetickets und Hotels gezahlt. Die Nutzer schätzen vor allem die einfache Handhabung und jederzeit mögliche Kontoübersicht auch unterwegs. Obwohl sinkend, sehen immer noch 85 Prozent der Deutschen die Gefahr, dass beim Mobile Payment Daten gehackt oder missbraucht werden. Mehr als 60 Prozent der Befragten wünschen sich eine Sicherheitsgarantie beim Bezahlen, rund 58 Prozent der Umfrageteilnehmer fordern keine versteckten Gebühren.

Rund elf Prozent der Befragten nutzen Mobile Payment für den Kauf von Kleidung, Schuhen und Accessoires. Gut zehn Prozent aller Deutschen bezahlen ihre Flug- und Bahntickets oder Hotelrechnungen mobil. Etwa neun Prozent der Befragten haben bereits Musiktitel, Lebensmittel oder elektronische Geräte mobil erworben und per Smartphone oder Tablet Geldbeträge an andere Personen überwiesen.

Damit sinkt der Anteil der Deutschen, die noch nie kontaktlos bezahlt haben, auf 70 Prozent (2015: 75 Prozent). Darüber hinaus wollen rund 36 Prozent der Befragten, die bislang noch nicht mobil bezahlt haben, Mobile Payment in Zukunft nutzen. Der Anteil der Befragten, die Mobile Payment nicht nutzen wollen sinkt von 40 auf 34 Prozent. Als Vorteile für die Verwendung mobiler Bezahldienste nennen mehr als drei Viertel aller Deutschen die Möglichkeit, Geldtransfers direkt am Handy prüfen zu können. Rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer erklärten, dass Mobile Payment den Einkauf und das Bezahlen vereinfacht.

Sorge um Datenschutz schreckt immer noch ab

„Wenn es den Anbietern von Mobile Payment vermehrt gelingt, die den Nutzern Sicherheitsgarantien zu geben und echte Vorteile gegenüber dem Bezahlen mit Bargeld oder EC-Karte zu bieten, halten wir an unserer Prognose fest, dass die Kundenbasis für Mobile Payment bis 2020 auf elf Millionen echte Nutzer steigen wird“, sagt Dr. Nikolas Beutin, Partner bei PwC und Experte für Mobile Payment.

Bislang haben 85 Prozent der Deutschen das Gefühl, dass beim Mobile Payment Daten gehackt oder missbraucht werden könnten. Knapp 40 Prozent der Befragten erklärten, die Sorge um den Schutz ihrer persönlichen Daten schrecke sie vor einer Nutzung ab. Aber die Potenziale für Anbieter sind groß: Denn 38 Prozent der Befragten haben sich noch gar nicht mit dem Bezahlverfahren auseinander gesetzt, etwa 22 Prozent der Befragten kennt kein Geschäft, das diese Zahlweise anbietet und rund zehn Prozent kennen die Bezahlart nicht und die gleiche Zahl besitzt weder Smartphone noch Tablet.

Letztlich gibt es bei vielen Konsumenten immer noch Skepsis vor der neuen Bezahlart: 30 Prozent der Deutschen rechnet damit, dass es in zehn Jahren kein Bargeld mehr geben wird und somit nur noch EC-, Kreditarten- und Mobile Payment. Rund 28 Prozent der Befragten zahlten bisher immer lieber mit Bargeld, gut 24 Prozent wollen dies auch in Zukunft tun.

Wunsch nach Sicherheitsgarantie und Notfallhotline

Um die Nutzerzahlen weiter zu erhöhen, sollten Anbieter vor allem in Sicherheit und echte Zusatzangebote investieren. Knapp die Hälfte aller Umfrageteilnehmer nennt als Nutzungsvoraussetzung die Einführung einer Notfallnummer, über die sie ähnlich wie bei Kreditkarten ihr Smartphone im Falle eines Diebstahls sperren lassen können. Rund 35 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Geschäfte und Gewerbe, die Mobile Payment ermöglichen. Gut 34 Prozent wollen beim mobilen Bezahlen Gutscheine, Coupons oder Rabatte nutzen. „Wenn die Anbieter mehr Sicherheit garantieren können, ein echtes Wallet mit Zusatzfunktionen anbieten und die Nutzer hierdurch mehr Nutzen und Vertrauen gewinnen, wird die Verbreitung von Mobile Payment in den kommenden Jahren enorm zulegen“, prognostiziert Beutin. „Vor allem im Unternehmensbereich (B2B) werden mobile Bezahlverfahren sehr stark an Bedeutung gewinnen, da sich Zahlungsabläufe kostengünstiger und zeitnaher gestalten lassen.“

Der bekannteste Anbieter eines mobilen Bezahlverfahrens ist mit Abstand PayPal, den rund 82 Prozent aller Deutschen kennen. Auf Platz zwei kletterte das im November 2015 gestartete Online-Bezahlsystem der deutschen Banken und Sparkassen, Paydirekt, das bereits rund 27 Prozent der Deutschen ein Begriff ist. Google Wallet kennen 20 Prozent und Apple Pay 17 Prozent der Befragten.