Dr. Stephanie Rumpff
Head of Industry Business Development
bei PwC Deutschland
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Frauen sind in den Führungsetagen von Handels- und Konsumgüterunternehmen noch immer deutlich unterrepräsentiert: Nur rund jede fünfte Führungsposition ist weiblich besetzt (22 Prozent). Im Topmanagement liegt der Frauenanteil sogar nur bei 14 Prozent. Dabei entscheiden auch die Größe und Art einer Organisation darüber, wie hoch der Frauenanteil ist. Je größer ein Unternehmen, desto weniger Frauen sitzen auf den Chefsesseln. Während Frauen rund 30 Prozent der leitenden Positionen in Politik, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen im Handels- und Konsumgüterumfeld bekleiden, sind Chefinnen in Genossenschaften eher die Ausnahme.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse, für die PwC im August 2019 rund 92.000 deutsche Unternehmen sowie 200 Behörden, 480 Verbände und knapp 50 wissenschaftliche Institute aus dem Handel- und Konsumgüterumfeld analysiert hat.
„Wie viele Frauen es in die Führungsetage schaffen, hängt stark vom fachlichen Thema ab. Weibliche Führungskräfte bringen ihre Expertise häufig erfolgreich im Finanz- und Personalbereich oder bei Presse und Marketing ein, während Vertrieb, Logistik, Datenverarbeitung und technische Leitung nach wie vor männlich dominierte Funktionen sind.“
Die Größe einer Organisation hat entscheidenden Einfluss darauf, wie viele Frauen es in Führungspositionen schaffen. Je größer die Unternehmen, desto kleiner ist der Anteil der weiblichen Chefs. Bei Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden ist nahezu jede vierte Führungsposition weiblich besetzt (23 Prozent). In Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigen sinkt der Frauenanteil auf 16 Prozent.
In den Fachfunktionen schaffen es Frauen etwas häufiger an die Spitze. Hier liegt die Quote weiblicher Führungskräfte im Schnitt bei 26 Prozent. In den Bereichen Finanzen und Personal machen Managerinnen rund 46 beziehungsweise 40 Prozent der Führungskräfte aus. In Handelsunternehmen sind im Finanzbereich sogar fast genauso viele Frauen auf der Leitungsebene vertreten wie Männer. In Unternehmen, die mehr als 50 Millionen Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaften, sind Chefinnen vor allem in den Bereichen Personal (42 Prozent) sowie Werbung, Presse und Marketing (34 Prozent) auf Führungsebene vertreten.
Die Rechtsform eines Unternehmens hat dagegen relativ wenig Auswirkungen darauf, ob Frauen in leitender Position vertreten sind – mit einer Ausnahme: Genossenschaften haben mit zwölf Prozent eine auffällig niedrige Frauenquote in Top-Jobs. In Unternehmen mit anderer Rechtsform ist in der Regel mindestens jede fünfte Leitungsposition von einer Frau besetzt.
Bei den Branchenverbänden in Handel und Konsumgüterindustrie sieht es ähnlich aus: Hier werden lediglich 14 Prozent der oberen und mittleren Leitungsfunktionen von Frauen eingenommen. In der Öffentlichkeitsarbeit hingegen zeigt sich eine fast ausgeglichene Verteilung zwischen Frauen und Männern.
In Politik und Behörden sind Frauen vergleichsweise stärker in leitenden Positionen vertreten als in der Wirtschaft: Knapp 30 Prozent der Führungspositionen sind hier weiblich besetzt. Im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit liegt der Anteil der Chefinnen sogar bei 43 Prozent. Auch in wissenschaftlichen Einrichtungen und Forschungsinstitutionen rund um Handel und Konsumgüter sind Frauen relativ stark vertreten: Sie nehmen 30 Prozent der leitenden Positionen ein. Auf der obersten Führungsebene – in Geschäftsführung, Präsidium oder Vorstand – sinkt der Anteil auf 19 Prozent.
Mit dem Frauennetzwerk women&consumermarkets bringen PwC und Strategy& weibliche Führungskräfte zusammen und bieten ein Forum, um sich meinungsbildend in aktuelle Branchendiskussionen einzubringen. women&consumermarkets unterstützt die Entscheiderinnen von heute und morgen beim Netzwerkaufbau und dem fachlichen Austausch. Über diese Plattform können weibliche Führungskräfte aus dem Handel und der Konsumgüterindustrie ihre Geschäftsbeziehungen ausbauen, Kontakte knüpfen und sich fachlich auf hohem Niveau zu aktuellen Trends in der Branche austauschen.
Weitere Informationen in Kürze
„Um den Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Branche zu erhöhen, müssen Frauen noch stärker auf das setzen, was Männer vermeintlich besser können: Netzwerken. Mit women&retailconsumer unterstützen wir die Entscheiderinnen von heute und morgen beim Netzwerkaufbau und dem fachlichen Austausch.“