Viele Händler und Konsumgüterhersteller stehen vor einem unvermeidbaren Wechsel auf SAP S/4HANA. Hierbei sollten sie einen ganzheitlichen Ansatz wählen, um alle Vorteile der neuen Plattformlösung nutzen zu können – eine rein technische Migration ist nicht zielführend. Die Gestaltung der neuen, optimalen Prozess- und Systemlandschaft ist meist nur in einen Greenfield-Ansatz umsetzbar – dies ist allerdings ein anspruchsvolles Vorhaben.
Erforderlich ist eine geschäftsgetriebene Transformation unter dem Einsatz einer flexiblen Methodik, um Prozesse zu entschlacken und „alte Zöpfe“ abzuschneiden. Ein umfassendes Change Management im gesamten Unternehmen sowie die Verwendung und schnelle Visualisierung bewährter Softwarestandards unterstützen die Implementierung.
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Susanne Arnoldy
Partnerin und Head of Technology Transformation for Advisory bei PwC Deutschland
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Händler und Konsumgüterhersteller stehen hinsichtlich aktueller Markttrends wie der zunehmenden Digitalisierung und aufstrebenden neuen Technologien vor der Herausforderung, ihre Geschäftsprozesse effektiver und zukunftssicher auszurichten. Die neue Plattform SAP S/4HANA bietet Firmen die Chance, ihre Prozesse nachhaltig zu verschlanken und zu beschleunigen. Dadurch werden sie fit für die Zukunft. Angesichts des ab 2025 anstehenden Release-Wechsels vom bisherigen SAP-System auf den Nachfolger SAP S/4HANA sollten Handels- und Konsumgüterunternehmen möglichst zeitnah mit der Migration auf das umfangreiche System beginnen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die neue Plattformtechnologie eingeführt werden soll.
Aus der ganzheitlichen Perspektive eines Unternehmens ist es jedoch unzureichend, diese Migration als reine technische Migration zu betrachten. Die neue Technologie bietet Unternehmen vielmehr die Chance, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu verändern und zu verbessern:
Darüber hinaus kommen Investitionen in eine rein technische Migration selten in den Genuss der notwendigen Vorteile, um die enormen Investitionen zu rechtfertigen. Teiltransformationen, wie die Zusammenführung von B2B- und B2C-Kunden in einem Datenmodell, erhöhen den Nutzen, schaffen aber auch zusätzliche Komplexität. Dies kann den Business Case in einer fairen Bewertung gefährden – und damit letztendlich den Erfolg des gesamten Transformationsprojekts.
„Eine Migration auf SAP S/4HANA ist unumgänglich. Und die zentrale Fragestellung ist nicht ob, sondern wann migriert werden sollte.“
Um das volle Potenzial der neuen Technologie nutzen zu können, sollten Händler und Konsumgüterhersteller daher eine ganzheitliche Transformation anstreben, statt auf marginale Kosteneinsparungen durch Migration der IT zu setzen.
Wir haben bereits mehr als 180 SAP S/4HANA-Einführungen weltweit erfolgreich begleitet und profitieren dabei von umfangreichen Praxiserfahrungen.
Ein Kunde aus der Konsumgüterbranche begann zunächst mit einer rein technischen Migration auf SAP S/4HANA, stoppte diese aus Kostengründen aber wieder. Eine ganzheitliche Geschäftstransformation, welche Synergien zwischen B2B- und B2C-Geschäftsmodellen nutzt, erwies sich für das Unternehmen als vorteilhafter.
Ein Kernelement des Ansatzes war die Einführung von IT-Lösungen, wie neue Anwendungen der integrierten Analytik und B2B/B2C-Geschäftsmodellkonsolidierung, die über SAP S/4HANA bereitgestellt werden. Infolge der konsequenten Fokussierung auf neue Geschäftspotenziale entwickelte sich dieser Business Case bereits im Jahr nach der Systemeinführung positiv.
Ein internationaler Handelskonzern avisierte eine ganzheitliche Transformation aller Geschäftsfelder in Kooperation mit dem IT-Bereich. Dazu wählte der Einzelhändler eine Reihe von Best-of-Breed-Anwendungen aus dem SAP S/4HANA Kernprodukt, die geringfügig von Softwarestandards und Standardprozessen abwichen.
Mithilfe dieses Ansatzes konnte der Händler flexible kundenspezifische Lösungen auf seinen Verkaufsflächen einsetzen. Zusätzlich wurde der Wandel innerhalb des globalen Unternehmens durch ein engagiertes Change Management beschleunigt.