NextGen in Familienunternehmen: ambitioniert, motiviert und qualifiziert

NextGen Survey 2019: Die nächste Generation macht sich bereit.

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Uwe Rittmann
Leiter Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC Deutschland
Tel.: +49 211 981-1998
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Die NextGen treibt die Transformation voran

In einer Zeit tiefgreifender Veränderungen treten sie immer mehr in den Vordergrund: Die Next Generation, kurz NextGen, von Familienunternehmen. Die nächste Unternehmergeneration sieht sich als Treiber des digitalen Wandels. Viele weitere spannende Einblicke finden Sie in dem NextGen Survey „Agents of Change: Earning your Licence to Operate“, für den wir rund 1.000 Nachfolger weltweit, darunter knapp 90 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), befragt haben. Die zentralen Ergebnisse für die DACHRegion haben wir hier zusammengestellt.

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„Unternehmen müssen endlich erkennen, dass sie ihr Geschäftsmodell, so erfolgreich es auch ist, in der neuen Normalität infrage stellen müssen; und Verantwortung mit der Nachfolgegeneration teilen sollten, weil die sich mit digitalen Technologien oft sehr viel besser auskennt.”

Uwe Rittmann,Leiter Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC Deutschland

Die Studie im Überblick

Verantwortung übernehmen, Wandel vorantreiben

Familienunternehmen müssen ihr Unternehmen restrukturieren, eine digitale Geschäftsstrategie entwickeln und ihre Mitarbeiter sorgfältig auswählen und weiterbilden, um den Anforderungen auf dem Markt gerecht zu werden. Um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, muss die NextGen aber Verantwortung übernehmen dürfen. Zwar führen schon jetzt mehr als die Hälfte (51 Prozent) der NextGens ein Veränderungsprojekt beziehungsweise einen Geschäftsbereich, dennoch tragen nur 30 Prozent operative Verantwortung. 42 Prozent der NextGens müssen sich (noch) mit der Rolle als Minderheitsgesellschafter begnügen.

Aufgabe der älteren Generation ist es deshalb, der NextGen zu vertrauen, sie zu bestärken und bei der Entfaltung ihrer Potenziale zu unterstützen. Besonders hilfreich für ihre berufliche Weiterentwicklung ist dabei das Mentoring und der Austausch unter Gleichgesinnten (sagen 47 Prozent der NextGens in DACH).

NextGens von Selbstzweifeln ausgebremst

Ausgebremst werden NextGens nicht nur durch eine fehlende operative Verantwortung. 48 Prozent klagen über die Komplexität der Organisationsstruktur. Zudem bemängelt jeder zehnte NextGen, dass seine Expertise nur in spezifischen Themen gefragt ist oder – schlimmer noch – die eigenen Empfehlungen kein Gehör finden. Daher stellen Selbstzweifel für mehr als die Hälfte der jungen Generation eine große Hürde dar. Knapp 60 Prozent sind der Meinung, dass ihnen (noch) die Expertise fehlt, 56 Prozent hat noch nicht genügend Erfahrung im und über das Familienunternehmen gesammelt. 54 Prozent der NextGens wünschen sich daher Schützenhilfe bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten.

Fachkräftemangel

Die richtigen Köpfe zu finden, dürfte für die Nachfolge-Generation immer schwieriger werden. Bereits der von PwC in 2019 veröffentlichte European Private Business Survey zeigte, dass dem deutschen Mittelstand durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften ein Schaden von 64 Mrd. Euro pro Jahr entsteht. In der DACH-Region sind es sogar rund 80 Mrd. Euro. Unerheblich weniger als 2018 (64,6 Mrd., in DACH 81 Mrd.). Daher sind fehlende Talente für 93 Prozent der Familienunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (88 Prozent global) mittlerweile das zentrale Wachstumsrisiko.

„Die kommende Generation will Verantwortung übernehmen. Daher mein Appell an die Elterngeneration: Bindet sie ein, gebt ihnen Freiraum und Vertrauen. Mit ihrem technologischen Verständnis können sie das Unternehmen enorm vorantreiben.“

Dr. Dominik von Au,Partner bei PwC Deutschland und Geschäftsführer der INTES Akademie

Die vier Typen der NextGen

Chancen, Herausforderungen und Unternehmergeist - jeden NextGen motiviert etwas anderes. Um zum Ziel zu kommen, lassen sich die NextGens anhand ihrer unterschiedlichen Strategien kategorisieren: In Stewards (Bewahrer), Transformatoren (Gestalter), Intrapreneure und Entrepreneure.

Transformer sind auf dem Vormarsch, Entrepreneure werden seltener

56 Prozent sehen sich als Transformatoren, die das Familienunternehmen an der Spitze nach ihren eigenen Vorstellungen verändern. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf Innovationen und die digitale Transformation.

Jeder vierte NextGen hat einen klassischen Karriereweg innerhalb des Familienunternehmens absolviert, ist in der Regel älter als die anderen Vertreter seiner Generation und strebt eine Führungsrolle an, um das Familienunternehmen proessionell und profitabel fortzuführen. Stewards konzentrieren sich auf die profitable und professionelle Fortführung des Familienunternehmens.

Intrapreneure (14 Prozent in der DACH-Region) wollen sich im Familienunternehmen beweisen und ihr Unternehmen von innen heraus gestalten. Für sie wird ein Bereich oder Projekt wie in einem Start-up ausgegliedert und bietet der NextGen die Möglichkeit, ihre Ideen zu verfolgen und frei umzusetzen.

Nur 5 Prozent der befragten NextGens verfolgen die Strategie des Entrepreneurs. Sie wollen ihren Karriereweg außerhalb des Familienunternehmens einschlagen und ihr selbst gegründetes Unternehmen führen.

Auffallend ist im Vergleich zu unserer letzten NextGen-Befragung, dass der Anteil der Transformatoren von 35 auf 59 Prozent deutlich gestiegen und der der Entrepreneure von 25 auf 5 Prozent gesunken ist. Das ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass sich bei der NextGen das Bewusstsein für den Wert des eigenen Familienunternehmens wieder verstärkt hat. Und dass es sich lohnt, sich dort mit vollem Elan einzubringen.

Damit widerlegen die Nachfolger das Vorurteil, dass die junge Generation die Selbstverwirklichung dem Erhalt ihres Familienunternehmens vorzieht.

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Geschäftsführer der INTES Akademie für Familienunternehmen und Partner, PwC Germany

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