Mietshäuser in Leipzig

Mietfrust bleibt hoch – und wird zur Gefahr für den Arbeitsmarkt

PwC-Befragung 2026: Trend der Vorjahre setzt sich fort

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Berufstätigen halten es für reine Glückssache, in Großstädten eine bezahlbare Wohnung zu finden.

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kritisieren die hohen Mietpreise und Kosten für Wohneigentum sowie das knappe Wohnungsangebot.

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glauben, dass es der angespannte Wohnungsmarkt Unternehmen schwer macht, Fachkräfte zu finden.

53 %

würden bei einer kräftigen Mieterhöhung über einen Jobwechsel nachdenken.

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Wohnungsbau stockt, Fachkräfte fehlen – Politik gerät unter Zugzwang

Die Lebensqualität in deutschen Großstädten ist grundsätzlich hoch: 89 Prozent der Berufstätigen fühlen sich an ihrem Wohnort wohl. Dabei schätzen die Menschen insbesondere die guten Jobmöglichkeiten, attraktive Kultur- und Freizeitangebote sowie den unkomplizierten Zugang zu Bildung, Gesundheit und Verkehr.

Für Frust sorgt bei den Berufstätigen in den Metropolregionen jedoch die schwierige Suche nach einer bezahlbaren Bleibe: Wie in den Vorjahren sind zwei Drittel mit der Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt unzufrieden. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt: Durch die Wohnungsnot fällt es Unternehmen schwer, offene Stellen zu besetzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle PwC-Befragung.

„Es fehlt an Impulsen, um an der Situation auf dem Wohnungsmarkt etwas zu verändern. Ideen zur Abhilfe gibt es viele, aber es hapert leider an der zügigen Umsetzung von Maßnahmen, die den Wohnungsbau beschleunigen und Mieten auf einem verträglichen Niveau halten.“

Prof. Dr. Bernd Roese,Leitungsteam Familienunternehmen und Mittelstand, Standortleiter bei PwC in Frankfurt

Die Studie im Überblick

Fachkräfte für Pflege und Handwerk dringend gesucht

Die angespannte Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt droht die ohnehin schwächelnde Wirtschaft weiter auszubremsen: So sehen acht von zehn Erwerbstätigen ein Problem darin, mit Blick auf den aktuellen Wohnungs- und Immobilienmarkt Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Besonders kritisch ist die Situation in Großstädten wie München und Berlin. Händeringend gesucht werden vor allem Arbeitskräfte aus niedrigen bis mittleren Einkommensklassen wie Pflegekräfte (63 Prozent), Handwerker:innen (46 Prozent) und Erzieher:innen (43 Prozent). Auch im Bau- oder Sicherheitsbereich zeigen sich regionale Engpässe.

Wer keine Wohnung findet, denkt über Jobwechsel nach

Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen: Wie im Vorjahr geben 53 Prozent der Berufstätigen an, dass sie bei einer kräftigen Mieterhöhung über einen Jobwechsel nachdenken würden. In München sind die Überlegungen zu einem Umzug oder Arbeitsplatzwechsel besonders ausgeprägt: Hier geben 60 Prozent an, bei günstigeren Mieten einen Job- oder Wohnortwechsel in Betracht zu ziehen.

Insgesamt hat jede:r Zehnte bereits einmal den Job wegen zu hoher Mieten gewechselt. Bei jüngeren Arbeitnehmenden, den 18- bis 34-Jährigen, ist es sogar fast jede:r Fünfte. Aber regional zeigen sich auch hier Unterschiede: In Essen sind es 18 Prozent, in Stuttgart nur 7 Prozent.

Arbeitsplatzsicherheit als Faktor beim jobbedingten Umzug

Allerdings  spielt nicht nur das Thema Wohnen eine zentrale Rolle, wenn Berufstätige über einen jobbedingten Umzug nachdenken: Auf Platz 1 der Faktoren steht die Arbeitsplatzsicherheit (54 Prozent) – ein Hinweis auf die angespannte wirtschaftliche Lage und die Sorge vieler Menschen, in Zeiten von KI und Rezession ihre Arbeit zu verlieren.

Sicherheit im öffentlichen Raum: 74 Prozent fühlen sich sicher

Neben den bezahlbaren Mieten und der Arbeitsplatzsicherheit achten die Menschen auch darauf, wie sicher der Wohnort ist, wenn sie über einen Umzug für eine neue Arbeitsstelle nachdenken: 45 Prozent nennen die Sicherheit im öffentlichen Raum und Aspekte wie Kriminalitätsrate und Polizeipräsenz am Standort als wichtigen Punkt.

Aktuell fühlen sich zwar 74 Prozent der Erwerbstätigen an ihrem Wohnort sicher – aber es zeigen sich starke regionale Unterschiede: Besonders gute Werte erreichen München, Nürnberg und Hamburg (je 81 Prozent), während sich die Menschen in Essen weniger sicher fühlen (60 Prozent).

Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, plädieren die Befragten für eine gute Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Wegen (47 Prozent) und die regelmäßige Präsenz von Polizeistreifen und Sicherheitskräften (38 Prozent). Für die Videoüberwachung an zentralen Orten spricht sich nur ein Drittel aus.



Was öffentliche Hand und Unternehmen tun können 

Nach Ansicht der befragten Berufstätigen kann die öffentliche Hand einiges tun, um die Wohnungsnot und den Mietenanstieg zu bekämpfen: 88 Prozent befürworten eine stärkere Ausrichtung des Wohnungsbaus auf niedrige und mittlere Einkommen. 85 Prozent halten die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum für eine geeignete Maßnahme. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Berufstätige einen Teil der Mietkosten von der Steuer absetzen können.

Auch Unternehmen können einiges tun, um qualifizierte Arbeitskräfte trotz hoher Mieten für sich zu gewinnen. 83 Prozent sprechen sich für einen Mietzuschuss durch die Unternehmen aus. 80 Prozent plädieren dafür, dass Arbeitgeber die Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort übernehmen – mit Blick auf die in Folge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Spritpreise eine sinnvolle Maßnahme, um die hohe Belastung der Beschäftigten abzufedern.1 79 Prozent wünschen sich, dass der Arbeitgeber Betriebswohnungen bereitstellt. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft vom März 2026 machen das bisher rund neun Prozent der Unternehmen – allerdings mit steigender Tendenz.

1 Der Befragungszeitraum lag vor dem Irankrieg

Weitere Ergebnisse im Überblick

Welche Regionen schneiden am besten ab?

München liegt wie im Vorjahr in sieben der zehn abgefragten Kategorien auf dem Spitzenplatz: bei Kultur & Freizeit, Bildung, Gesundheit, Arbeitssituation, Bürgerbeteiligung, Umwelt & Klima und Sicherheit. 

Stark schneidet auch Leipzig ab. In drei von zehn Kategorien liegt die Stadt auf Platz 1: bei der Work-Life-Balance, Mobilität & Infrastruktur sowie bei der Wohnsituation. 

Welche Städte bilden das Schlusslicht?

Nürnberg, Essen und Bremen liegen in etlichen Kategorien auf den hinteren Rängen: Nürnberg liegt in den Bereichen Kultur & Freizeit, Arbeitssituation, Work-Life-Balance, Bürgerbeteiligung (zusammen mit Essen) und Bildung (zusammen mit Bremen) hinten; Essen ist Schlusslicht bei Mobilität & Infrastruktur, Sicherheit, Umwelt & Klima und Bürgerbeteiligung (zusammen mit Nürnberg). Bremen landet bei Bildung (zusammen mit Nürnberg) und Gesundheit ganz hinten. Bei der Wohnsituation steht Stuttgart am unteren Ende der Tabelle.

Was schätzen die Menschen an ihrem Wohnort?

Besonders positiv bewerten die Menschen die Einkaufsmöglichkeiten (87 Prozent) sowie das Kultur- und Freizeitangebot in ihrer Region (79 bzw. 71 Prozent Zufriedenheit). Diese Aspekte finden in allen Regionen mehrheitlich Zustimmung. Auch mit dem Bildungsangebot, dem Zugang zu medizinischer Versorgung und schnellem Internet sind im Schnitt sieben von zehn Befragten zufrieden.

Wo sehen die Befragten die größten Probleme in ihrer Region?

Die Studie zeigt klar auf, wo die Probleme in den Metropolregionen liegen: 63 Prozent der Beschäftigten empfinden die Verkehrsbelastung als problematisch (Vorjahr: 68 Prozent). Besonders unzufrieden sind die Menschen mit der Wohnsituation: 66 Prozent kritisieren die hohen Mietpreise. 64 Prozent beklagen sich über die hohen Kosten für Wohneigentum und das knappe Wohnungsangebot.

Wie beurteilen die Menschen die Jobchancen in den Großstädten?

Die Jobmöglichkeiten in den Großstädten werden überwiegend positiv eingeschätzt. In München und Hamburg bewerten 89 Prozent der Befragten die Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut. In Bremen sind es nur 68 Prozent.

Das größte Arbeitsplatzangebot besteht im Gesundheitswesen, gefolgt von Transport und Logistik, Handel sowie dem öffentlichen Dienst. Dabei zeigen sich regionale Schwerpunkte, wie die Technologiebranche in München, der öffentliche Dienst und Gesundheitssektor in Berlin, die Finanzwirtschaft in Frankfurt, die Automobilindustrie in Stuttgart und der Transport- und Logistiksektor in Hamburg.

„Dass nicht mehr Wohnungen gebaut werden, liegt nicht nur an den langwierigen Genehmigungsprozessen, sondern auch an der restriktiven Mietregulierung (Stichwort: Verlängerung Mietpreisbremse), der aus dem Bundesland Berlin heraus initiierten Diskussion um Enteignungsgesetze, einem schwierigen Finanzierungsumfeld und am Fachkräftemangel.“

Dr. Harald Heim,Standortleiter Berlin und Leiter Real Estate Deals bei PwC Deutschland

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Wohnungsmangel in den Ballungszentren: die Folgen für den Arbeitsmarkt

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Die Methodik

Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Befragung „Wohnungsmangel in den Ballungszentren: die Folgen für den Arbeitsmarkt“ unter rund 4.000 Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren in zwölf deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohner:innen (Berlin, Bremen, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart und München).

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